Der heilige Barontius und der heilige Desiderius, Einsiedler von Pistoja, + 25.3.685 - Fest: 25. März

 

Der heilige Barontius, der allem Anschein nach aus einer adeligen Familie in Berry entsprossen ist, trat in den Ehestand und zeugte wenigstens einen Sohn mit Namen Agloald. Als ihm Gott durch seine Gnade die Nichtigkeit der Erdengüter gezeigt hatte, fasste er den Entschluss, sich fortan nur noch mit seinem Heil zu beschäftigen. Und um den Entschluss desto sicherer in Ausführung zu bringen, begab er sich mit seinem Sohn in die Abtei Lonrey oder St. Cyran. Ein Gesicht, das er hatte, flößte ihm neuen Eifer ein, nach Vollkommenheit zu streben. Nach oft wiederholten Bitten erhielt er von seinem Abt die Erlaubnis, in einer Einöde zu leben. Er ging daher nach Italien und reiste nach Rom, um da die Gräber der Apostel zu besuchen. Von da verfügte er sich nach Pistoja im Toskanischen und erbaute sich da eine Zelle zwischen zwei Bergen.

 

Ungeachtet seiner Sorgfalt, sich verborgen zu halten, verriet ihn doch endlich der Glanz seiner Tugenden. Ein Einsiedler der Nachbarschaft namens Desiderius, wollte mit ihm sein Leben zubringen, um sich dessen Beispiel zunutze zu machen. Ihm folgten ebenfalls noch vier andere Personen. Sie erbauten eine Kirche und dienten Gott einhellig in den Übungen der Buße und Betrachtung. Der heilige Barontius starb zuerst und wurde in die Kirche begraben. Ihm folgte der heilige Desiderius. Auch die vier übrigen starben bald in einiger Entfernung von einander. Sie wurden alle an demselben Ort zur Erde bestattet und an ihren Gräbern geschahen mehrere Wunder. Gegen das Jahr 1018 erbaute man an eben dem Ort ein Kloster unter Anrufung des heiligen Barontius, und seine Überbleibsel, wie auch jene seiner Jünger, wurden feierlich in die neue Kirche beigesetzt. Diese Heiligen blühten im 7. Jahrhundert. Die Kirche von Pistoja feiert ihr Gedächtnis nicht am 25., sondern am 27. März. Das römische Heiligenverzeichnis berichtet nur vom heiligen Barontius und dem heiligen Desiderius.