Der heilige Babilas, Bischof und Martyrer von Antiochia, + 24.1.250 – Fest: 24. Januar

 

Decius, der im 3. Jahrhundert den römischen Kaiserthron mit den ungeheuersten Lastern entehrte, beging auch die verabscheuungswürdige Tat, dass er den Sohn eines Fürsten, der ihm während der Friedensunterhandlungen als Geißel anvertraut wurde, grausam ermorden ließ. Noch befleckt mit dem Blut der Unschuld kam er zu dem Tempel der Christen und verlangte, eingelassen zu werden. Damals, es war im Jahr 253, saß auf dem bischöflichen Stuhl in Antiochia der heilige Babilas, an Heiligkeit und Wissenschaften der Ausgezeichnetste unter allen Bischöfen der morgenländischen Kirche. Mit prophetischen Geist hatte er schon länger die kommende Christenverfolgung vorhergesehen und deswegen seine Gläubigen unermüdet zur Standhaftigkeit im heiligen Glauben ermahnt. Dieser apostolische Mann trat mit dem Mut des Vorläufers Christi dem Mörder entgegen und verwehrte ihm, nicht achtend seine Macht und Majestät, den Eingang in das Gotteshaus. Zähneknirschend vor Scham und Mut befahl der Kaiser seinen Kriegsknechten, den Tempel zu stürmen, alle, die sich darin befanden, in Eisen und Bande zu legen, sie in die Gefängnisse zu schleppen und das Gotteshaus mit Feuer zu verheeren. Eine geraume Zeit schmachtete der heilige Babilas unter den größten Misshandlungen, umgeben von Jammer und Elend im Kerker, als er eines Tages zum Kaiser geführt wurde, der ihn höhnisch fragte, ob er noch andere so eifrige Verteidiger der christlichen Lehre gebildet habe? Ihm antwortete der eilige Oberhirt: „Unter meinen Gläubigen kenne ich drei, nämlich den Urban, Prilidian und Epolonius, die lieber alle Peinen leiden, als zugeben würden, dass die heilige Religion entehrt würde.“ Sogleich ließ der Tyrann die Genannten aus ihren Kerkern herbei bringen und staunte, als drei Jungen mit ihrer Mutter, Theodulla, vor ihm erschienen, die ohne Furcht und mit heiliger Freude den Namen Jesus bekannten. Um ihren Mut zu schwächen, mussten die Gerichtsdiener die unschuldigen Kinder grausam schlagen; aber durch die Ermahnungen des Bischofs und ihrer Mutter wurden sie so sehr gestärkt, dass sie mit männlicher Standhaftigkeit in ihrem Bekenntnis verharrten und alle Martern verachteten. Wütend und beschämt gebot nun Decius seinen Henkern, sie alle vorher zu foltern, und wenn sie dadurch nicht zu anderen Entschließungen gebracht würden, sie zu enthaupten. Der heilige Babilas fiel vor der Hinrichtung noch auf seine Knie, ermahnte die weinenden Christen, in Leiden und Verfolgungen den Heldenmut der erwürgten Kinder stets vor Augen zu haben und bat sie zuletzt, seinen Leichnam samt den Fesseln zu begraben. Er starb am 24. Januar 253.