Der heilige Augustinus, Bischof von Hippo, Afrika, Kirchenlehrer und Ordensstifter, + 28.8.430 - Fest: 28. August

 

In seiner Jugend war Augustinus wegen seines leichtsinnigen Lebens ein Sorgenkind seiner Mutter Monika. Wie er aber ein Heiliger wurde, hat er selbst in einem Buch erzählt. Darin beschreibt er das eigene Leben mit den Verirrungen der Jugendzeit, die Flucht aus dem Elternhaus, das Gebet der treuen Mutter, seine Seelenqualen und schließlich die Bekehrung.

 

Das alles erzählt der Schreiber in aufrichtiger Demut und mit einem Herzen voll Reue, Liebe und Dankbarkeit. Heute noch wird das Buch mit dem Titel „Bekenntnisse“ des Heiligen von ungezählten Menschen mit großem Interesse gelesen und nachempfunden, und die Zahl jener, die durch die Schrift bekehrt wurden, kennt Gott allein.

 

Noch andere Bücher hat der heilige Augustinus geschrieben, voll von tiefer Gottesgelehrtheit. Deshalb zählt er auch zu den vier Großen Kirchenvätern des Abendlandes. Eins von diesen Büchern berichtet über die Allerheiligste Dreifaltigkeit. Bevor der Heilige es schrieb, hat er wochen- und monatelang über das große Geheimnis nachgedacht, ohne an ein Ende zu gelangen. Denn wer sich in Gott hineindenkt, der kommt nie auf den Grund, weil Gott unergründlich, tiefer als die Erde und höher als der Himmel ist.

 

In dieser Zeit nun, so berichtet die Legende, als Augustinus über den dreieinigen Gott eifrig nachdachte, ging er eines Tages, in Gedanken verloren, am Meeresstrand entlang. Wie zufällig traf er auf einen etwa sechsjährigen Jungen, der am Ufer spielte. Nach Kinderart hatte er mit einer Schaufel eine Vertiefung im Sand ausgehoben und trug in einer Muschel Wasser aus dem Meer in die Grube. Zehn-, zwanzigmal lief der Kleine hin und her. Augustinus schaute interessiert dem kindlichen Spiel zu, bis er nach einer Weile fragte: „Kind, was machst du da?“ „Das kannst du doch selbst sehen, was ich mache“, antwortete der Junge, „ich will das Meer in die Grube umfüllen.“ Da schüttelte Augustinus den Kopf und sagte überlegen: „Kind, das ist nicht möglich, das geht doch nicht.“ So sprach der Heilige, aber da war es an dem Kleinen, mit überlegenem Lächeln zu erwidern: „Eher gelingt es mir, das weite Meer in die kleine Grube umzufüllen, als dass es dir gelingt, das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zu ergründen.“ Nach diesen Worten war der Junge verschwunden.

 

Vielleicht ist es ein Engel gewesen, der Augustinus warnen wollte, sich in den Abgründen des göttlichen Wesens zu verlieren. Gott ist nämlich viel zu groß, als dass er von einem kleinen Menschengeist erforscht werden kann. Deshalb muss sich auch bei den Geheimnissen Gottes der Verstand dem Glauben unterordnen.

 

Augustinus, der die zweite Hälfte des Lebens, über dreißig Jahre lang, Bischof von Hippo in Nordafrika war, starb am 28. August 430. Seitdem glänzt er als ein Stern erster Größe am Himmel der Heiligen Gottes. Augustinus war groß als Mensch und als Kirchenlehrer. Aber die schönste Seite in seinem Leben hat die Gnade damals geschrieben, als sie ihn aus einem verlorenen Sünder zu einem Heiligen machte.

 

Nie darf daher der Christ das Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes verlieren.