Der heilige Arnulf, Bischof und Bekenner von Metz, + 16.8.641 (18. Juli: Übertragung seiner Reliquien) – Fest: 16. August oder 18. Juli

 

Der heilige Arnulf hat sich einen ausgezeichneten Ruf erworben als tüchtiger Staatsmann, als heiliger Bischof und als demütiger Einsiedler. Als junger Mann wurde er in dem fränkischen Reich Austrasien (östlicher Teil des Frankenreiches) für den Hofdienst erzogen und zeichnete sich durch wissenschaftliche Bildung, Geschäftsgewandtheit und Zuverlässigkeit vorteilhaft aus, dass er, kaum zum Mannesalter herangereift, im Anfang des 7. Jahrhunderts unter dem merowingischen König Theodebert II. die Würde eines Hausmeiers (Major domus) in Austrasien erhielt und in dieser Eigenschaft nebst Pipinvon Landen an der Spitze der Staats- und Militärgewalt stand. Sein Sohn Ansegisel vermählte sich mit Pipins Tochter, der heiligen Begga. Aus dieser Ehe stammte Pipin von Heristal, der Urgroßvater Karls des Großen. Als durch den neustrischen König Chlotar die hochbejahrte Brunhilde, die für ihre Enkel und Urenkel die Regierung in Austrasien geführt hatte, gestürzt war, wurde Arnulf nebst Pipin Hauptratgeber des neuen Königs.

 

Mitten in seiner umsichtigen Wirksamkeit als erster Beamter des Reiches wurde er im Jahr 614 von der Geistlichkeit und dem Volk zum Bischof von Metz erwählt, und konnte den dringenden Bitten, die Wahl anzunehmen, nicht widerstehen. Damit er in den geistlichen Stand treten konnte, ging seine Gemahlin Doda in ein Kloster zu Trier. Aber auch als Bischof blieb Arnulf unter Chlotar II. und Dagobert dem Großen, dessen Erzieher er war, fortwährend neben Pipin von Landen und dem heiligen Bischof Cunibert von Köln Ratgeber und Minister am königlichen Hof. Arnulf verstand es besonders, durch sein Ansehen jede Friedensstörung zwischen Vater und Sohn zu beseitigen.

 

In seiner hohen Stellung als Staatslenker und Bischof fand sich Arnulf nicht glücklich, er sehnte sich nach dem klösterlichen und beschaulichen Leben, und bat den König dringend, ihn seiner Ämter und Würden zu entheben. Aber weder Chlotar noch Dagobert wollten den weisen Ratgeber entbehren und hielten ihn mit Gewalt am Hof zurück. Nach Chlotars Tod gelang es endlich durch die Vermittlung der Königin, die Zustimmung Dagoberts zum Rücktritt des Bischofs zu erlangen. Arnulf begab sich in ein einsames Tal in der Nähe des Klosters Remiremont in den Vogesen, wo sich sein Freund Romarich schon lange dem beschaulichen Leben gewidmet hatte, und starb hier selig im Herrn am 16. August 641.