Der heilige Aquilinus, Bischof und Bekenner von Evreux, Frankreich, + 19.10.695 – Fest: 19. Oktober

 

Der heilige Aquilinus wurde um das Jahr 620 in Bayeux von adeligen Eltern geboren, die ihm eine vortreffliche Erziehung gaben. Als er das Mannesalter erreicht hatte, verband er sich mit einer würdigen Gattin. Er diente in den Heeren des Frankenkönigs Clodwig II. und kehrte nach beendigtem Feldzug in sein Vaterland zurück. Bei seiner Ankunft in Chartres traf er da seine Gemahlin, die ihm bis dahin entgegengekommen war. Beide dankten Gott, dass er sie wieder glücklich zusammengeführt hatte, fassten den Entschluss, ferner nur für ihn zu leben, und legten sogar das Gelübde ab, ihre übrigen Lebenstage in der Enthaltsamkeit zuzubringen. Sie zogen sich nach Evreux zurück, weihten sich dort gänzlich den Werken der Tugend und verwendeten ihre Güter zur Unterstützung der Armen und Notleidenden. Nach dem Tod des damaligen Bischofs von Evreux um das Jahr 663 wählte man unseren Aquilinus zu seinem Nachfolger, denn es war allgemein bekannt, dass er mit seiner Frau wie mit einer Schwester lebe. Mit aller Treue erfüllte er die Pflichten eines Oberhirten. Damit er aber durch seine Amtsgeschäfte in seinem Eifer für die Vervollkommnung nicht geschwächt werde, lies er sich in der Nähe seiner Kirche eine kleine Zelle erbauen und verschloss sich zuweilen in ihr, um in der Abgeschiedenheit sich mit Gott zu unterhalten und neue Kräfte zur Ausübung der Seelsorge zu sammeln. In seinen letzten Jahren verlor er das Augenlicht, betrachtete aber diesen Unfall für eine Gnade, da er den Herrn öfters um eine Heimsuchung gebeten hatte. Er starb um das Jahr 695. Seine Reliquien kamen in das Kloster Gigniac in Burgund, wurden aber 1794 von den Revolutionsmännern unter dem Freiheitsbaum verbrannt.