Die heilige Anastasia, Witwe und Martyrin von Rom, die Jüngere, + 25.12.304 - Fest: 25. Dezember

 

Die heilige Anastasia, deren die Kirche täglich im Messkanon gedenkt, stammte aus einer vornehmen römischen Familie und wurde von ihrer christlichen Mutter Flavia unter dem Beistand des heiligen Chrysogonus (24. November) von Kindheit an in der Lehre des Heils unterrichtet. Sie wäre gerne Jungfrau geblieben, musste sich aber nach dem Willen ihres Vaters Prätextatus mit einem adeligen, jedoch sehr übelgesitteten Heiden namens Publius vermählen. Es lässt sich denken, welch schweren Stand die fromme Dienerin Jesu an der Seite eines Mannes hatte, der mit einem zügellosen, verschwenderischen Leben den bittersten Hass gegen die wahre Religion verband, und welcher Mut dazu erfordert wurde, unter diesen Umständen im Bekenntnis des Glaubens zu verharren. Anastasia suchte in demütigem und eifrigem Gebet Hilfe bei Gott und ermüdete nicht, die gefangenen Christen, unter denen auch ihr Lehrer Chrysogonus war, zu besuchen und mit ihrem Vermögen zu unterstützen. Hierüber aber wurde der gottlose Publius so aufgebracht, dass er sie einsperren und mit unmenschlicher Härte behandeln ließ. Die treue Jüngerin des Herrn wurde durch zwei Briefe des heiligen Chrysogonus, dem sie von ihrer Not Kunde gegeben hat, getröstet und zur standhaften Ausdauer ermutigt. Inzwischen trat ihr Mann im Auftrag des Kaisers Diocletian eine weite Reise an, nachdem er vorher seinen Dienern den Befehl gegeben hatte, die bisherigen Misshandlungen noch zu steigern, in der Absicht, ihren Tod während seiner Abwesenheit herbeizuführen. Allein stattdessen ereilte ihn selbst der Tod auf dem Weg. Anastasia, hierdurch in Freiheit und den vollen Besitz ihres Vermögens gesetzt, begann sogleich wieder ihre Liebeswerke an den eingekerkerten Glaubensgenossen auszuüben. Als der heilige Chrysogonus zum Martertod nach Aquileja geführt wurde, schloss sie sich ihm an, wurde aber auf Anordnung des Statthalters Florus von Illyrien nunmehr selbst verhaftet und nach langer und schwerer Gefangenschaft am 25. Dezember 304 zum Feuertod verurteilt. Gleichzeitig mit ihr litten dem römischen Martyrologium zufolge zweihundert Männer und siebzig Frauen. Anastasias Leiche brachte man nach Rom und setzte sie in der Kirche bei, die noch ihren Namen trägt.