Der heilige Aibert, Priester und Einsiedler im Hennegau + 7.4.1140 - Fest: 7. April

 

Aibert kam zur Welt 1060, in dem Dorf Espain, des Bistums Tournai. Von seiner Kindheit an zeigte er großen Hang zur Einsamkeit, und brennende Liebe zum Gebet. Er wohnte sehr fleißig dem Gottesdienst seiner Pfarrei und dem Unterricht seines Seelenhirten bei. Man gewahrte, dass er einen beträchtlichen Teil der Nacht auf den Knien zubrachte, und dass er sich auf die Erde niederwarf, wenn er sich in dieser Stellung zu halten nicht mehr vermochte. Er verbarg sich sehr sorgfältig, wenn er betete, und oft zog er sich in ganz abgelegene Orte zurück, um sich desto freier mit Gott unterhalten zu können. Mit eben der Behutsamkeit verheimlichte er auch seine Fasten, und äußerlich benahm er sich, als wenn er äße wie andere.

 

Ein Gesang, den er über die Bußstrenge und Tugenden des heiligen Einsiedlers Theobald, der kurz vorher verschieden war, vernahm, brachte in ihm den Entschluss hervor, der Welt gänzlich zu entsagen. Er ging zu einem Priester des Klosters Crespin (im Hennegau, zwischen Valencienaes und Saint-Guislain. Die Kirche von Crespin ist im 7. Jahrhundert durch den heiligen Landelin erbaut worden. Sie wurde von regulirten Chorherren versehen bis ins 11. Jahrhundert, wo sie an die Benedictiner kam. Rainer, unter dem der heilige Aibert das Ordenskleid anlegte, war der erste Abt des Klosters Crespin), mit Namen Johannes, dem sein Abt erlaubt hatte, in einer entlegenen Zelle als Klausner zu leben. Johannes nahm ihn auf, und unterwies ihn in den Wegen der Vollkommenheit: der Jünger übertraf aber bald seinen Lehrmeister. Da bei ihnen das Brot sehr selten war, ernährten sie sich gewöhnlich mit wilden Kräutern. Sie hatten nie Feuer, und aßen nichts Gekochtes.

 

Nachdem der Heilige im Kloster Crespin das Ordenskleid angelegt hatte, setzte er seine bisherigen Abtötungen fort. Er schlief auf bloßer Erde, und betete des Morgens vor der Metten den Psalter. Er wurde zum Probst und Kellermeister erwählt. Die von diesem Amt unzertrennliche Zerstreuung störte aber nicht im geringsten die innere Versammlung seiner Seele. Nachdem er 20 Jahre in der Genossenschaft zugebracht hatte, trat er, mit Zustimmung des Abtes Lambert, das Einsiedlerleben wieder an. Er erbaute sich in einer sehr unfruchtbaren Wüste eine Zelle, und übte da die strengsten Abtötungen. Nach Verlauf von 3 Jahren untersagte er sich das Brot, und begnügte sich sein ganzes Leben hindurch mit Kräutern.

 

Da man von allen Seiten sich Rat bei ihm zu erholen kam, weihte ihn Burckard, Bischof von Cambrai, in dessen Diözese er war, zum Priester, und ließ ihm in seiner Klause eine Kapelle bauen. Er gab ihm auch zugleich die Gewalt, die Sakramente der Buße und des Altars auszuspenden, wozu er auch von den Päpsten Paschal II. und Innocenz II. die Bestätigung erhielt. Der Heilige las jeden Tag zwei Messen: die eine für die Lebendigen, die andere für die Abgestorbenen. Um das Jahr 1140 empfing er den Lohn seiner Verdienste. Sein Tod ereignete sich am 7. April, an dem Tag, an dem auch sein Name in den Martyrologien Frankreichs und der Niederlande steht.