Der heilige Agritius (Agricius, Agroecius), Bischof und Bekenner von Trier, + 13.1.335 - Fest: 13. Januar

 

Die heilige Helena soll der Legende nach diesen heiligen Mann selbst zum Bischof von Trier vorgeschlagen haben.

 

Agritius beseitigte in seiner Diözese die letzten Spuren des Heidentums und predigte außerdem noch in Gallien und Belgien. Er starb 332 oder 335 und wurde in Trier in der Kirche Sankt Maximin beigesetzt.

 

Der heilige Agritius wird mit Buch und Kreuz dargestellt.

 

Die erste christliche Kaiserin, die heilige Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, hielt sich längere Zeit in der Stadt Trier auf, die damals schon eine der berühmtesten und ältesten Städte Deutschlands war. Ihre unablässige Sorge ging dahin, die heidnischen Bewohner jener Gegend für den christlichen Glauben zu gewinnen. Deshalb bat sie den damaligen Papst Silvester inständig, der hochansehnlichen Stadt Trier, die man das zweite Rom zu nennen pflegte, einen ausgezeichneten Bischof zu geben. Aller Augen richteten sich auf Agritius, den Patriarchen von Antiochien, als den ausgezeichnetsten und würdigsten Kirchenfürsten jener Zeit.

 

Obgleich sein ganzes Herz in Liebe an seinem bisherigen Kirchensprengel hing, folgte Agritius doch gehorsam dem Ruf des Papstes Silvester nach Rom und übernahm demütig die schwierige Stellung in Trier. Durch Vermittlung der gottbegeisterten Kaiserin erhielt der neue Oberhirt von Trier kostbare Reliquien, die sie selbst aus dem Morgenland mitgebracht hatte, z.B. das Haupt des heiligen Apostels Matthias, einen Nagel, mit dem der göttliche Heiland am Kreuz befestigt war, ein Messer, das der Herr beim letzten Abendmahl gebrauchte, eine Zahn des heiligen Petrus, das Haupt des heiligen Papstes Cornelius und viele andere kostbare Reliquien. Zudem erhob der Papst das Bistum Trier zu einer Metropolitankirche.

 

Als der heilige Agritius nach Belgien und an die Mosel kam, fand er vom Christentum nur zerstreute Trümmer; denn unter den blutdürstigen Kaisern Diokletian und Maximian, besonders unter der Verfolgung des römischen Statthalters Rictiovarus floss das Blut der Christen in Strömen. In Trier wurden Tausende von Christen ermordet, so dass sich die Mosel von Blut rot färbte und dass sich der Fluss vor der Menge der Leichen staute. Ein breiter und tiefer Brunnen war mit Gebeinen der heiligen Märtyrer gefüllt. Agritius tat alles, um die Religion Jesu Christi wiederherzustellen. Später legte der heilige Bischof Felix die heiligen Überreste der Märtyrer jener Zeit in der von ihm erbauten Kirche des heiligen Paulinus nieder, dessen Gebeine er von Phrygien erhalten hatte.

 

Der heilige Agritius fand ein mit Disteln und Dornen überwuchertes Feld vor, weil in den blutigen Verfolgungen nur wenige Christen übrig geblieben waren, aber wie ein fleißiger Landmann nicht ruht, bis er den verwilderten Acker in fruchtbaren Boden umgeschaffen hat, so ließ auch der unermüdliche Bischof nicht nach, bis er das Unkraut des Unglaubens und der Gottlosigkeit ringsumher ausgerottet und den Weizen des göttlichen Wortes mit dem besten Erfolg in die Herzen seiner Pflegebefohlenen gesät hatte. Was Wunder, dass Gott seinen Segen reichlich über seinen treuen Diener und dessen Wirken ausgoss.

 

Nahm sich der heilige Agritius den Apostelfürsten Petrus zum Vorbild in seinem unermüdlichen Wirken für das Reich Gottes, so blieben ihm auch dessen Leiden nicht erspart. Seine Sehnsucht nach dem Martyrium sollte sich in gewisser Weise erfüllen, denn auf seinen Missionsreisen erlitt er Mühsale, Schmerzen, Schmähungen aller Art, so dass er dem göttlichen Heiland ähnlich wurde, von dem er auch seinen Lohn erwartete.

 

In jener Zeit wagte es ein treuloser Küster, den heiligen Nagel zu entwenden. Siehe, da quoll aus dem eisernen Nagel eine solche Menge Blut, dass das Kleid des Kirchenräubers ganz davon erfüllt wurde. Mit Entsetzen sah der Gottlose das Wunder und bekannte öffentlich vor dem Bischof und dem versammelten Volk, das auf den ungewohnten Klang der Glocken herbeieilte, seinen Frevel und zeigte den bluttriefenden Nagel Christi. Eine vom Teufel besessene Frau aus Regensburg, namens Winniberga, hatte viele heilige Stätten besucht, um von ihren harten Banden befreit zu werden, jedoch ohne Erleichterung. Als in Trier der Exorzismus angewendet wurde, erklärte der Teufel, dass er dem Nagel, der den rechten Fuß des Heilandes durchbohrt habe, nicht widerstehen könne. Mit furchtbarem Gebrüll wich er aus der vielfach gequälten Frau.

 

Der heilige Bischof reinigte sein Bistum Trier so gründlich vom Schmutz des Unglaubens und der Gottlosigkeit, dass es im Lauf der Jahrhunderte nicht wieder in Ketzerei verfiel. Dazu trug seine himmlische Geduld, sein unüberwindlicher Eifer und seine geläuterte Klugheit wesentlich bei. Wie von einem Baum viele Äste und Zweige ausgehen und zahlreiche Früchte hervorbringen, so beschränkte sich die Wirksamkeit des heiligen Agritius nicht auf seine Stadt, sondern sie dehnte sich auf Belgien, Gallien und einen großen Teil Deutschlands aus. Den Palast der heiligen Kaiserin Helena wandelte er in eine Metropolitankirche um und weihte sie ein zu Ehren des Apostelfürsten Petrus. Um seinem Werk die Krone aufzusetzen, gesellte er sich zwei ausgezeichnete Schüler zu, die ihm im Oberhirtenamt folgen und wie zwei hellglänzende Sterne auf dem Bischofssitz des heiligen Agritius leuchten sollten, den Maximinus und Paulinus. Beiden flößte er seine Wissenschaft und seine Heiligkeit ein. Er selbst stand in ihrer Mitte wie eine Stadt auf dem heiligen Berg, auf ihn richteten sich bewundernd die Augen seiner Zeitgenossen. Seinen treuen Gefährten und späteren Nachfolgern im Amt sagte er voraus, dass sie schwere Kämpfe gegen die Irrlehrer zu bestehen haben würden, aber auf diesen beiden Säulen würde der Glaube und die Gottesliebe sicher ruhen.

 

Als der hochverdiente Agritius im vorgerückten Greisenalter seine baldige Auflösung fühlte, ernannte er nach göttlicher Aufforderung seinen älteren Schüler Maximin zu seinem Nachfolger, lud dann das ganze Volk zu sich, verkündete ihm mit großer Herzensfreude, dass ihm die Engel Gottes seine baldige Abberufung angekündigt hätten, und weihte mit eigener Hand seinen lieben Maximin zum Bischof. Nicht lange danach gab er seinen Geist auf, um von der himmlischen Heerschar die Krone der Vergeltung zu empfangen. Sein Todes- und Gedächtnistag ist der 13. Januar.

 

Das schöne Dreigestirn Agritius, Maximin und Paulin leuchtet glänzend am Himmel der Heiligen Deutschlands und mit Stolz nennt die uralte Stadt Trier jene drei heiligen Bischöfe die ihrigen.