Der heilige Agnellus, Abt von Neapel, + 14.12.596 - Fest: 14. Dezember

 

Der heilige Agnellus, Abt des Benediktinerordens in Neapel, war der einzige Sohn seiner Eltern und von ihnen durch die Fürbitte der Himmelskönigin erfleht worden. Sichtbar ruhte die Hand Gottes auf ihm, denn schon im Alter von fünfzehn Jahren verließ er die Welt und all ihren Glanz, um als Religiose den engen Weg der evangelischen Räte zu gehen. Er lebte anfangs gleich einem anderen Benedikt als Einsiedler in einer Höhle, und erst nach dem Tod seiner Eltern ging er hervor, um aus dem ihm zugefallenen Erbteil ein Fremdenhaus zu erbauen, in dem er den Armen und Pilgern alle möglichen Liebesdienste erwies. Von Tag zu Tag wuchs die Ehrfurcht und Bewunderung des Volkes ihm gegenüber. Als aber der Zulauf der Leute, die ihn sehen wollten, seiner Demut immer abträglicher wurde, entfloh er in den abgelegensten Teil der samnitischen Gebirge, wo er in liebseligem Umgang mit Gott nur von Wurzeln und Kräutern lebte, bis eine innerliche Mahnung ihn zum Fremdenhaus zurückkehren hieß. Nachdem er daselbst sieben Jahre hindurch unzählige gute Werke verübt und viele wunderbare Heilungen bewirkt hatte, wurde er gegen seinen Willen zum Abt des Klosters ernannt, das der afrikanische Bischof Gaudiosus bei Neapel erbaut hatte. Hier endete er seinen gottseligen Lauf im Jahr 596 und wurde vom Bischof Fortunatus mit allen Ehren begraben. Er wird in Neapel des auffallenden Schutzes wegen, den diese Stadt von ihm erfahren hat, hoch verehrt und „der Vater des Vaterlandes (Pater patriae)“ genannt.