Das Regina coeli

 

Hl. Pfarrer von Ars (+ 4.8.1859):

 

Der hl. Johannes Vianney von Ars durch die Fürbitte der unbefleckten 

Jungfrau von unreinen Versuchungen befreit

 

In dem heiligen Pfarrer von Ars, Johannes Maria Vianney, erstrahlt eine wunderbare Reinheit. Auch ihn hatte diese wunderbare Tugend Kämpfe gekostet, er stieg aber so hoch in der vollkommenen Reinheit, dass er frei von jeglicher Versuchung und Anfechtung wurde. Der Priester Tailhades von Montpellier, der das Glück hatte, wochenlang unter dem gotterfüllten Auge des heiligen Pfarrers zu stehen, wollte einmal vom Heiligen erfahren, wie er sich das Freisein von Versuchungen wider die heilige Reinheit erwirkt habe. Wohl wusste er um die Abtötungen Vianneys, aber es ging ein solcher Glanz und innerer Behütung von diesem Priester aus, dass er ein eigenes Geheimnis hinter den verklärten Blicken vermutete. Und so erzählt er:

„Am 3. Oktober 1839 machte mir Vianney ein sehr wichtiges Geständnis. Ich fragte ihn, wie er das Freisein von Versuchungen wider die heilige Reinheit erwirkt habe. Schließlich gestand er mir, das sei ihm auf ein Gelübde hin zuteil geworden. Durch dieses Gelübde, das er vor 23 Jahren, auf seiner Vikarstelle von Ecully, abgelegt habe, hatte er sich verpflichtet, täglich einmal das „Regina coeli“ (Freu dich du Himmelskönigin) und sechs Mal folgendes Gebetchen zu verrichten: „Gepriesen sei die heiligste und unbefleckte Empfängnis der allerseligsten Jungfrau Maria. In Ewigkeit. Amen.“ Zum steten Kampf, zur Vorsicht gegen alle Gefahren und Lockungen hat er vertrauensvoll wie ein Kind das genannte Gebetchen gesprochen. Und Maria hat seinen Kampf und sein Vertrauen, hat die Opfergabe seiner Worte mütterlich belohnt, hat seine Reinheit unversehrt behütet und sogar jegliche Versuchung von ihm ferngehalten.“

 

Freu dich, du Himmelskönigin, Halleluja!

Den du zu tragen würdig warst, Halleluja,

er ist auferstanden, wie er gesagt hat, Halleluja.

Bitt Gott für uns, Halleluja.

Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Halleluja,

denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Halleluja.

Lasset uns beten. – Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.

 

Der Text ist im 12. Jh. entstanden und wird seit dem Spätmittelalter in verschiedenen deutschen Übersetzungen und Varianten tradiert. Das Regina Caeli gehört zu den marianischen Antiphonen (Antiphon = Wechselgesang), die zum Abschluss des Stundengebets (nach der Komplet) gesungen werden und je nach den kirchlichen Festzeiten wechseln. Das Regina Caeli wird in der Osterzeit gesungen. Seit dem 18. Jh. wird es in der Osterzeit zum Angelus-Läuten gebetet.