Dieses Bild zeigt dir ein prachtvolles Gebäude, das du dir inwendig und auswendig vergoldet denken musst. Es erscheint also hier Maria unter dem Sinnbild eines goldenen Hauses. Gold ist das kostbarste Metall. Maria ist die Mutter Gottes. In ihr hat also das Kostbarste gewohnt, was es gibt im Himmel und auf Erden, sie wird darum mit Recht goldenes Haus genannt. Überdies haben im Herzen Mariens alle Tugenden gewohnt, die nach dem Ausspruch des Heiligen Geistes kostbarer sind, als alles Gold der Welt. Auch aus diesem Grund preisen wir sie als goldenes Haus. 

 

Gebet

 

O Mutter der Barmherzigkeit, besänftige durch dein Gebet den gerechten Zorn deines Sohnes, und erwirke bei ihm, dass er sich meiner erbarme und mich in meinen Nöten nicht verlasse. Da du auf Erden lebtest, nahmst du einen kleinen Raum ein; jetzt aber, da du im höchsten Himmel thronst, sieht dich die ganze Welt als die allgemeine Versöhnerin an. Weil du so gütig bist, dasjenige nicht zu verachten, wodurch ich dich zu ehren suche, so gewähre meinem, wenn auch schwachen Diensteifer den Beistand deines Gebetes, das mir erwünschter und kostbarer ist, als alle Schätze der Welt, deines Gebetes, das mich mit Gott versöhnt und mir reichliche Gnaden zum Fortschreiten in der Tugend erwirkt, deines Gebetes, das mich tröstet in jeglicher Not, die Anschläge meiner Feinde vereitelt und ihre Rüstungen überwindet. O Maria, auf dich setze ich mein Vertrauen, nächst Gott gründe ich auf dich meine Hoffnung, verlass mich nicht im Leben und im Tod. Amen. 

(Nach dem heiligen Andreas von Kreta)