Dieses Bild zeigt dir Maria, die unbefleckte Mutter, wie sie den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfängt. Du siehst oben den Heiligen Geist in Gestalt einer Taube, von dem gleich einer Sonne ein mächtiger Lichtstrahl ausgeht. Dieser Lichtstrahl fällt auf einen Brennspiegel. Der Brennspiegel aber sendet den Strahl auf ein Buch, in dem die Worte stehen: "Verbum caro factum est - das Wort ist Fleisch geworden." Was bedeutet dies? Es bedeutet eben das wunderbare Glaubensgeheimnis, dass Maria bei der Empfängnis des Sohnes Gottes unbefleckt geblieben und also Mutter und Jungfrau zugleich ist. Denn wie die Sonne ihre Strahlen auf einen Brennspiegel wirft und von da aus einen in die Nähe gebrachten Gegenstand anzündet, ohne den Brennspiegel selbst zu verletzen: so hat der Heilige Geist auf Maria seine Gnadenstrahlen geworfen und durch sie das Licht der Welt, Jesus Christus, angezündet, ohne dass dadurch Maria, dieser Spiegel der Gerechtigkeit, verletzt worden wäre.

 

Gebet

 

 O Maria, unbefleckte Mutter, ich bin ein schwaches Geschöpf und kann den Schatz der Reinheit jeden Augenblick verlieren. Ich nehme daher meine Zuflucht zu dir, und bitte dich demütig, mich nicht zu verlassen, sondern mir, so lange ich lebe, deinen mächtigen Schutz zu gewähren. Wache über mich, wenn ich allein bin, damit ich nichts denke und tue, was der heiligen Reinheit zuwiderläuft. Wache über mich, wenn ich unter Menschen verweile, damit meine Augen nichts sehen, meine Ohren nichts hören, meine Zunge nichts rede, was die Keuschheit verbietet. Wache über mich in der Stunde der Versuchung, damit ich mich alsbald mit heiligem Unwillen abwende von jeder unreinen Vorstellung oder Begierde, kräftig kämpfe und vollkommen siege. Wache über mich bei Tag und bei Nacht, in all meinem Tun und lassen, damit ich immer Gott vor Augen habe und die Keuschheit unbefleckt bewahre. "O meine Herrin, o meine Mutter. Dir schenke ich mich ganz, und damit ich mich dir als ganz ergeben zeige, weihe ich dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich ganz und gar. Und weil ich nun so dein bin, o gute Mutter, so bewahre mich, beschütze mich als deine Sache und als dein Eigentum." Amen.