In diesem Bild siehst du, lieber Christ, zu den Füßen der heiligen Jungfrau vier höllische Ungeheuer liegen, und dies deutet an, dass Maria über die Hölle vier glorreiche Siege errungen hat. Den ersten Sieg errang sie bei ihrer Empfängnis, da sie ohne Makel der Erbsünde empfangen wurde, den zweiten, da sie Mutter wurde, ohne aufzuhören, Jungfrau zu sein, den dritten, da sie Jesus gebar, durch den sie der höllischen Schlange den Kopf zertrat, den vierten bei ihrem Tod, da ihr Leib nicht der Verwesung anheimfiel, sondern vereinigt mit der Seele in den Himmel aufgenommen wurde.

 

Gebet

 

Maria, ungeschwächte Mutter. Gedenke aller Gnaden und Vorzüge, mit denen dich Gott in deiner Empfängnis, in deinem Leben und Sterben und im Himmel so reichlich ausgestattet hat, und gedenke dann auch meiner, da ich arm, schwach und alles Guten entblößt in tiefem Elend seufze. Ich habe meinen Gott schon so oft beleidigt und verdiene nur zu sehr, von ihm auf ewig verstoßen zu werden. Ich nehme daher meine Zuflucht zu dir, o Mutter der Gnade, und bitte dich, dass du dich meiner erbarmst, und mir Vergebung der Sünden und wahre Buße erlangst. Ich lebe auf einer Erde, auf der der Fluch der Sünde lastet, und kaum vergeht mir ein Tag, an dem ich nicht von Leiden und Trübsalen heimgesucht werde. O beste Mutter, verlass mich nicht in meinen Bedrängnissen. Bitte deinen Sohn, dass er das Kreuz, unter dessen Bürde ich seufze, von meinen Schultern nehme, oder mir doch ausdauernde Geduld gebe, es mit Standhaftigkeit zu tragen, so lange es ihm wohlgefällt. Die Zahl meiner Lebenstage wird immer geringer. Bald vielleicht schlägt meine letzte Stunde, die mein Schicksal für die ganze Ewigkeit entscheidet. O Mutter meines Herrn und Erlösers, sei mir Licht, Schutz und Trost in jener verhängnisvollen Stunde, verteidige mich gegen alle Anfälle des bösen Feindes und erwirke mir die Gnade der Beharrlichkeit, dass ich einen guten Kampf kämpfe, eines guten Todes sterbe und das Glück habe, dir für deine Liebe und Barmherzigkeit im Himmel zu danken. Amen.