Dieses Bild musst du genau betrachten: denn alles an ihm ist bedeutungsvoll. Maria hält in ihrer Rechten eine Lilie und ihrer Linken das liebe Jesuskind: die Lilie sinnbildet ihre unbefleckte Reinheit, das Jesuskind ihre göttliche Mutterschaft. Beides also sagt dir, dass sie die allerreinste Mutter ist. Unter ihr siehst du den Mond und unten am Bild zwei Männer, die voller Bewunderung aufwärts blicken und auszurufen scheinen: "Wer ist die, die wie die aufsteigende Morgenröte hervorkommt, schön wie der Mond?" (Hohel. 6,9) Maria wird mit dem Mond verglichen, weil sie ob ihrer himmlischen Reinheit gleich dem Mond einen überaus lieblichen Glanz verbreitet und alles mit Bewunderung erfüllt.

 

Gebet

 

O allerreinste Mutter Maria, so unrein ich bin, wage ich es doch, mich dir zu nahen, denn ich weiß, dass du auch die Sünder liebst und nichts sehnlicher wünschst, als dass sie rein werden. So bitte denn Jesus für mich, dass er mit seinem kostbaren Blut, das er auch für mich am Kreuz vergossen hat, meine Seele reinige von allen ihren Makeln. Erlange mir die Gnade, dass ich eine aufrichtige, reumütige Beicht verrichte und fortan würdige Früchte der Buße bringe. Auch diese Gnade musst du mir erwirken, dass ich alle unordentlichen Neigungen aus meinem Herzen schaffe, alle sündhaften Regungen und Leidenschaften unterdrücke, mich von aller Anhänglichkeit an die Geschöpfe losmache und Gott meine ganze Liebe schenke. Ich erkenne, dass es nichts in der Welt gibt, was meines Strebens und meiner Liebe wert ist. Ich weiß aber auch, dass ich meiner besseren Erkenntnis oft nicht folge und mich durch meine sinnlichen Regungen und Neigungen zu vielen Fehltritten verleiten lasse. O göttliche Mutter, hilf auch diesem Übel ab, höre nicht auf, mich mit deiner alles vermögenden Fürbitte zu unterstützen, bis ich jene Reinheit besitze, die mich würdig macht, dich und den heiligen dreieinigen Gott im Himmel zu schauen. Amen.