In diesem Bild siehst du Maria vom Mond umgeben. Gleichwie der Mond umgeben. Gleichwie der Mond zur Nachtzeit leuchtet, so lässt Maria das Licht des Trostes in die finstere Nacht der Trübsal strömen. Unten befinden sich zwei Personen, denen du es auf den ersten Blick ansiehst, dass schwerer Kummer an ihrem Herzen nagt. Aber siehe, Maria, die gute Mutter, richtet voller Mitleid ihre Augen auf sie und reicht ihnen ihre Hand, gleich als wollte sie sagen: Seid getrost, meine Kinder, ich verlasse euch nicht.

 

Gebet

 

Wahrhaft glückselig unter allen Männern war dein Vater, o Maria, glückselig unter allen Frauen deine Mutter, glückselig deine heilige Familie, glückselig alle, die die Gnade hatten, mit dir verwandt zu sein, glückselig vor allen der keusche Joseph, der würdig gefunden wurde, mit dir vermählt zu werden. Du bist mir in aller Trübsal süße Labung und Tröst, du bist der himmlische Tau, der mich in der sengenden Hitze erquickt. Vom Schoß deiner Erbarmung empfängt meine Seele in ihrer Trockenheit heilsame Erfrischung. Du bist mir Licht in der Finsternis, eine treue Wegweiserin, wenn ich mich verirre. Du bist meine Stärke in Schwachheiten, mein Heilmittel, wenn ich von meinen Seelenfeinden verwundet werde. Leide ich Schaden, so machst du ihn gut. Fühle ich Schmerz, so linderst du ihn. Du zerreißt meine Bande und belebst meine Hoffnung. Möchtest du doch mein schwaches Gebet hören, meinen Seufzern einen gnädigen Zutritt zu dir gestatten und durch mein Elend zum Mitleid gerührt werden. Amen. 

(Nach dem heiligen Germanus,

Patriarch von Konstantinopel)