Dieses Bild zeigt dir Maria, deren Haupt von einem glänzenden Stern umgeben ist. Unter ihr siehst du ein Schiff auf dem Meer, einen Löwen und Nachteulen, die in wilder Flucht davon eilen. Das alles sinnbildet Maria als Morgenstern. Wenn der Morgenstern aufgeht und immer weiter heraufkommt, wir es Tag, wo dann die wilden Tiere, die zur Nachtzeit auf Raub ausgehen, in ihre Schlupfwinkel sich flüchten. Der Morgenstern wird oft auch zum Meeresstern, denn er zeigt den Schiffern den Weg, dass sie sich nicht verirren und zu Grunde gehen. So nun verscheucht Maria unsere Seelenfeinde und zeigt uns auf dem gefahrvollen Weltmeer den Weg zum sicheren Hafen des Himmels, weshalb sie mit Recht Morgenstern genannt wird.

 

Gebet

 

O heilige Jungfrau, komm mir zu Hilfe, der ich zu dir um Beistand flehe, und wende dich gnädig zu mir herab. Wie wäre es möglich, dass du mich vergisst, der ich dein Pflegekind bin? Fern von mir sei ein solcher Gedanke. Du weißt, in welcher Gefahr ich schwebe. Du kennst den betrübten Zustand meiner Seele. Es ziemt sich nicht einer so edlen Mutter der Barmherzigkeit, eines ihrer Kinder zu verlassen. Gebrauche denn deine Macht zur Rettung meiner Seele, denn derjenige, der die Allmacht selbst ist, hat auch dich mächtig gemacht im Himmel und auf Erden. Du vermagst selbst in der Seele des an den Rand der Verzweiflung geratenen Sünders die Hoffnung des ewigen Lebens zu wecken. Du wirst auch um so barmherziger gegenüber mir sein, je größer die Macht ist, die der Herr dir verliehen hat. O Maria, du kannst meine Rettung bewirken, ich hoffe sicher auf deine Hilfe. Amen.

(Nach dem heiligen Petrus Damianus)