Dieses Bild zeigt dir oben Ölzweige, von glänzenden Strahlen umgeben, und unten den Teufel, wie er voller Schrecken die Flucht ergreift und dem Abgrund zufährt. Was bedeutet das? Den Namen Marias, der in der Schrift mit ausgegossenem Öl und mit Ölzweigen verglichen wird. Das Öl leuchtet, wirkt schmerzstillend, heilt Krankheiten und macht stark. So erleuchtet Maria ihre Diener, tröstet sie, heilt ihre Leibes- und Seelenkrankheiten, und stärkt sie im Kampf mit dem bösen Feind, dass sie ihn überwinden und in die Flucht schlagen. Der Ölzweig, mit dem die Taube in Noas Arche erschien, war ein Zeichen, dass der Herr aufhöre, die Erde zu züchtigen: so besänftigt Maria Gottes Zorn und tut seinen Strafgerichten Einhalt.

 

Gebet

 

Gedenke, o mildreichste Jungfrau Maria, es ist noch niemals erhört worden, dass du jemanden verlassen hast, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief und um deine Fürbitte dich anflehte. Von diesem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen. O Mutter, zu dir komme ich, vor dir erscheine ich seufzend als Sünder. Verschmähe, Mutter es Wortes, meine Worte nicht, sondern höre sie gnädig und erhöre sie. Amen. 

(Sooft man dieses Gebet des heiligen Bernhard andächtig betet,

gewinnt man einen Teilablass,

wer es täglich einen Monat lang betet,

gewinnt nach würdigem Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altars

und Verrichtung des Ablassgebetes ein vollkommenen Ablass.

Papst Pius IX., 1846)