Du siehst hier deinen göttlichen Heiland unter dem Sinnbild eines Lammes, auf das Johannes der Täufer mit den Worten hinweist: "Siehe, das Lamm Gottes, das da hinwegnimmt die Sünden der Welt." (Joh 1,29) Zugleich erblickst du die heilige Jungfrau und unter ihr die höllische Schlange mit einem Apfel in ihrem Rachen, der sie den Kopf zertritt. Endlich bemerkst du mehrere Personen, die zu Maria ihre Hände erheben und sie um Erbarmen bitten. Dies alles deutet an, dass Maria als die Mutter des göttlichen Lammes die Macht des Satans gebrochen und die Menschen von seinem Sklavenjoch befreit hat. 

 

Gebet

 

Zu dir erhebe ich meine Augen, o Königin der Welt. Nachdem ich so viele Sünden begangen habe, muss ich vor meinem Richter erscheinen. Wer wird ihn besänftigen? Ach, es gibt niemanden, der dies besser tun könnte, als du, meine heilige Gebieterin, die du ihn so innig liebst, die du so sehr von deinem Jesus geliebt wirst. Öffne also, o Mutter der Barmherzigkeit, die Ohren deiner Milde meinen Seufzern und meinem Gebet. Siehe, ich fliehe unter deinen Schutz. Besänftige den Zorn deines Sohnes und mache, dass er mich wieder in Gnaden annehme. Du verabscheust den Sünder nicht, er möge auch noch so abscheulich sein. Du wendest dich nicht von ihm ab, wenn er zu dir seufzt, wenn er reuevoll dich um deine Fürbitte anfleht. Nein, du befreist ihn mit deiner gütigen Hand und bewahrst ihn vor Verzweiflung. Du flößt ihm Mut ein, von neuem zu hoffen, du stärkst ihn und verlässt ihn nicht, bis du ihn mit seinem Richter versöhnt hast. O süße, o ganz liebenswürdige Jungfrau Maria, nimm dich meiner an, erwirke mir Verzeihung meiner Sünden, die Gnade der Beharrlichkeit und dereinst eine glückselige Sterbestunde. Amen.

(Nach dem heiligen Bernhard)