Rosenkranzverehrer unter den Heiligen

 

Die Heiligen waren fast alle eifrige Rosenkranzbeter. Bei manchen aber ist die Liebe zum Rosenkranz besonders auffallend gewesen.

 

Den Vorrang unter den heiligen Rosenkranzbetern hat der heilige Dominikus, der Stifter des Dominikanerordens. Durch ihn wurde der Rosenkranz erst recht eingeführt und zu den beliebtesten Andachtsübungen gemacht.

 

Die heilige Franziska von Rom betete täglich den heiligen Rosenkranz und war bei der Betrachtung seiner Geheimnisse oft so in Andacht versunken, dass sie der äußeren Sinne braubt war.

 

Der heilige Bernardin von Siena pflegte den Rosenkranz allezeit mit gebeugten Knien und mit bloßen Füßen zu beten, um der seligsten Jungfrau zugleich ein Opfer der Abtötung zu bringen.

 

Von der heiligen Coletta schreibt eine Zeitgenossin: Tag und Nacht trug sie den Rosenkranz und betete ihn zu jeder freien Stunde, woraus sie derartigen Gewinn schöpfte, dass sie zuweilen, wenn ihr nicht selten bei den großen Schmerzen, die sie litt, der Mut ausging, kein anderes Mittel zur Hand hatte zur Gewinnung neuer Kräfte und zur Sammlung der Lebensgeister als die Berührung dieser heiligen Kügelchen.

 

Der heilige Nikolaus von der Flüe hatte seit seinem Abschied von der Welt beständig den Rosenkranz in den Händen. Selbst seinen Stock hatte er durch Einschnitte und Astknoten so eingeteilt, um daran den Psalter beten zu können.

 

Der heilige Franz Xaver aus der Gesellschaft Jesu pflegte täglich den Rosenkranz zu beten; war er durch apostolische Arbeit des Tages über daran gehindert, so verwandte er getreulich einen Teil der Nacht zu der Marianischen Übung.Um den Heiden, die er zum Glauben bekehrte, die so heilsame Übung des Rosenkranzes mehr zu empfehlen, trug der Heilige selbst am Hals hängend sichtbar einen Rosenkranz und gebrauchte ihn zur Wirkung ausgezeichneter Wunder.

 

Der heilige Ignatius von Loyola, der Stifter der Gesellschaft Jesu, empfahl die Übung des Rosenkranzes seinen Ordensbrüdern aufs dringlichste und fügte unter die Vorschriften der Regel seiner Gesellschaft auch die Übung des Rosenkranzes und die Betrachtung der Geheimnisse ein.

Der heilige Karl Borromäus nimmt unter allen Verehrern der Rosenkranzandacht, die er selbst unter anderen Andachten eine ganz göttliche nennt, einen hervorragenden Platz ein. Er selbst betete mit seinem Hauspersonal täglich auf den Knien den Rosenkranz und verlangte von den jungen Klerikern, die unter seiner Obhut auf das Priestertum vorbereitet wurden, das tägliche Rosenkranzgebet.

 

Der heilige Philipp Neri hielt Tag und Nacht so viel wie immer den Rosenkranz fest und pflegte ihn täglich zu beten.

 

Der heilige Petrus Canisius aus der Gesellschaft Jesu war gewohnt, täglich den Rosenkranz zu beten und hielt ihn noch als Greis stets in der Hand. Wurde er auf dem Weg von Frauen öfter gebeten, ihre Kinder zu segnen, so tat er es derart, dass er zugleich den Müttern befahl, für die Kinder getreulich den Rosenkranz zu beten.

 

Der heilige Alphonsus Rodriguez war dem Dienst der Rosenkranzkönigin so ergeben, dass er vom häufigen Gebrauch der Rosenkranzperlen der Dauemen und Zeigefinger der rechten Hand nach seinem Tod ganz verhärtet waren.

 

Der heilige Johannes Berchmans aus der Gesellschaft Jesu betete täglich den ganzen Rosenkranz; bei Nacht schlief er, den Rosenkranz um den Arm gewickelt, am Tag hatte er ihn stets am Hals hängen. Wenn er den Rosenkranz betete, sah man ihn entweder kniend oder auf- und abgehend, zuweilen stand er unbeweglich still und war so in die Betrachtung der Geheimnisse vertieft, dass er kaum bemerkte, wenn man ihn grüßte.

 

Der heilige Stanislaus Kostka konnte in seiner letzten Krankheit infolge zu großer Schwäche den Rosenkranz nicht mehr beten. Dennoch wollte er ihn nie aus der Hand lassen und als man ihn nach dem Grund fragte, erwiderte er: "Das ist der Rosenkranz meiner lieben Himmelsmutter, der mir überaus teuer ist, weil eine Sache, die Maria angehört; daher tröstet mich auch nichts so sehr, als denselben bei mir zu haben."

 

Der heilige Franz von Sales hatte das Gelübde gemacht, täglich den Rosenkranz zu beten. Sein Gelübde hielt er aufs Treueste. Täglich verwendete er eine volle Stunde für das Rosenkranzgebet. Konnte er am Tag dieser Übung nicht nachkommen, so verrichtete er es in der Nacht. Jeden ersten Sonntag des Monats schloss er sich der Rosenkranz-Prozession an, mit dem Rosenkranz in der Hand, und gab noch als Bischof seinem Volk das Beispiel frommer Andacht für die Gottesmutter. Den Gebrauch, den Rosenkranz am Arm und Gürtel zu tragen, behielt er stets bei als Zeichen und Pfand seiner Ergebenheit; und als er im Tod schon die Sprache verlor, ließ er von seinen Gefährten den Rosenkranz vorbeten.

 

Die heilige Johanna Franziska von Chantal, Mitstifterin der Salesianerinnen, machte schon in der Welt das Gelübde, täglich den dritten Teil des Rosenkranzes zu beten und hielt es nachher getreu bis zu Tod.

 

Der heilige Joseph Calasanz hatte die Übung, täglich den Rosenkranz zu beten und verordnete auch, dass die Genossen seines Ordens (die Piaristen) jeden Tag zusammen der seligen Jungfrau die Ehrenpflicht des Rosenkranzes leisteten und noch im Tod empfahl er dringend, ehe er zum Himmel ging, diese heilsame Andacht seinen Söhnen, weil sie durch die Betrachtung der Geheimnisse zur höchsten Vollkommenheit gelangen würden.

 

Der heilige Petrus Claver aus der Gesellschaft Jesu pflegte allen, die zu ihm kamen, Rosenkränze auszuteilen, damit die Kinder, die ihm anvertraut waren, sich in der Übung des Rosenkranzes hielten; man kann die Rosenkränze, die er verschenkte, kaum zählen.

 

Der heilige Joseph von Cupertino vom Orden des heiligen Franziskus pflegte in seiner Zelle, wenn er Ordensleute oder Priester empfing und das Gespräch ausging, vorzuschlagen, den Rosenkranz miteinander zu beten.

 

Der heilige Benedikt Joseph Labre pflegte alle Tage den ganzen Rosenkranz zu beten, wobei er sich der Beschauung der Geheimnisse ganz hingab; als öffentliches Wahrzeichen seine Liebe und Verehrung für Maria trug er einen Rosenkranz am Hals und wanderte so zur Verehrung der Heiligtümer zu allen Kirchen der ewigen Stadt und ganz Italiens.

 

Der heilige Alphons Maria Liguori war schon von Kindesjahren an das beten des Rosenkranzes gewohnt. Sein ganzes Leben hindurch hatte er stets zwei Rosenkränze, den einen am Hals hängen, den anderen außen am Gürtel befestigt. Er machte das Gelübde, täglich den Rosenkranz zu beten und hielt es mit wunderbarem Eifer bis zum letzten Augenblick. Seinen Schülern hinterließ er die Vorschrift, bei Missionen nach der Predigt täglich dem Volk den Rosenkranz vorzubeten.

 

Der heilige Clemens Hofbauer aus der Gesellschaft des allerheiligsten Erlösers zog sich schon als Kind in das Innere des Hauses zurück, um gleich seiner frommen Mutter den Rosenkranz zu beten. Als Priester beteuerte er, über die göttlichen Wahrheiten durch den Rosenkranz mehr erfahren zu haben als aus vielen Büchern. Er pflegte nicht nur selbst täglich den Rosenkranz zu beten, sondern bemühte sich auch, andere dazu anzuspornen.

 

Von der gottseligen Anna Julianna, Gemahlin des Erzherzogs von Tirol, wird erzählt, dass sie in ihrem Witwenstand statt einer goldenen Kette den Rosenkranz um den Hals trug. Als ihr Beichtvater sie fragte, warum sie dieses tue, gab sie die schöne Antwort: "Den Rosenkranz habe ich allezeit gerne bei mir haben wollen und von Jugend auf geliebt. Dieser war mir in der Kindheit Kurzweil, in der Jugend eine Andacht, in der Ehe und aller Trübsal ein Trost; nunmehr soll er mir im Witwenstand zur Ehre und Zierde sein."