Der Rosenkranz Unserer Lieben Frau vom heiligsten Herzen hat geholfen

 

Ein Priester der Diözese Gurk in Österreich wurde zu einem Sterbenskranken gerufen, um denselben zum Empfang der heiligen Sakramente zu bewegen. Man sagte ihm zugleich: der Kranke wolle nichts davon wissen. Sofort erinnerte sich der Gerufene der Äußerung des Paters Clemens Hofbauer, er habe in solchen Fällen erprobt, dass der Erfolg nie ausblieb, wenn es ihm gelinge auf dem Weg einen Rosenkranz zu beten. Da aber der Weg nur ein kurzer und ein Zögern nicht ratsam war, so griff er zum kleinen Rosenkränzchen Unserer Lieben Frau vom heiligsten Herzen. Eben hatte er es beendet, als er auch schon am Tor des bezeichneten Hauses stand. Dort empfing ihn ein Dienstbote mit den Worten: „Sie wollen zu dem Kranken? Da werden Sie nichts ausrichten. Er will nicht die heiligen Sakramente empfangen.“ Um doch einen Versuch zu machen, ging der Priester die Stiege hinauf. Als an der Tür ins Krankenzimmer eine andere Person im gleichen Sinne sich aussprach, entschlüpfte ihm die halb ungeduldige Bemerkung: „Gut, dann werden wir umso schneller fertig sein.“ Damit trat er ein und fragte den augenscheinlich dem Tod zueilenden Herrn, wie es ihm gehe. Auf die Erwiderung, dass es ihm recht übel gehe, meinte der Priester: „Dann würde ich Ihnen raten, sich mit Gott recht bekannt zu machen.“ „Recht gerne“, sagte der Kranke, „wenn Sie mir nur helfen wollen, ich bin zu allem bereit.“ Erstaunt sahen die anwesenden Hausleute einander an und ihr Staunen wuchs, als der Kranke um Hilfe des Priesters zu einer Generalbeichte bat. Mit rührender Andacht empfing er die heilige Wegzehrung und die Letzte Ölung. Freudestrahlenden Gesichtes dankte er immer wieder von neuem dem Priester, der auf dem Heimweg selbst tief gerührt ein Te Deum betete und der Königin des heiligen Rosenkranzes herzlich dankte.