Das Rosenkranzlied

 

Manche meinen auf das Rosenkranzgebet Jesu Wort anwenden zu können: „Wenn ihr betet, dann plappert nicht wie die Heiden.“ Jesus meint damit, wer betet, muss wissen, was er tut, denn beim Beten steht man vor Gott. Und genau das geschieht doch beim Rosenkranz. Es ist ein Sich-Vertiefen in die Geheimnisse von Leben, Tod und Auferstehung des Herrn. Wer aber könnte uns tiefer mit hineinnehmen als Maria, die Gottesmutter. Der Rosenkranz ist ein Gebet mit Maria und an der Hand Mariens. Man hat in unseren Tagen wieder neu entdeckt, dass Worte, die man immer wieder vor sich hinspricht, die Seele in einen bestimmten Zustand versetzen. Es ist eine Form der Meditation. Wenn im Monat Oktober die Einladung zum täglichen Rosenkranz ergeht, dann ist das keine Einladung an die anderen, sondern eine Einladung an jeden Einzelnen von uns. Für so vieles haben wir Zeit, auch für Dinge, die zu nichts führen und niemanden dienen. Nehmen wir uns doch etwas Zeit für das Rosenkranzgebet.

 

Rosenkranz-Lied

 

Es glänzt kein Licht im Sternensaal

So hell als wie der Sonnenstrahl,

Und unter Blumen glänzt hervor

Der Rose schönster Purpurflor.

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

Ein Meisterwerk aus Gottes Hand,

Gepflanzt, gepflegt im heil`gen Land,

Gefielst du schon von Ewigkeit

Der heiligsten Dreifaltigkeit.

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

Erblüht im Garten Nazareth,

Dort, wo der Engel grüßend steht

Und spricht: Es sei dir keine gleich;

Er nennt dich Rose gnadenreich!

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

Des Himmels und der Erde Pracht

Aus dieser milden Rose lacht.

Maria! Du entzückst mich ganz,

Dir flecht` ich einen Rosenkranz.

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

Den goldnen heil`gen Rosenkranz,

Umstrahlt von deinem Tugendglanz,

Von Engelsgrüßen wind` ich dir;

Ach, nimm ihn gnädig an von mir!

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

Der schöne Kranz, er wird bestehn,

Bis einst die Welt zu Grund wird gehn;

Die Tugend ist den Rosen gleich,

Hier dornenvoll, dort freudenreich.

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

Die Freude, Glorie – und den Schmerz,

Die flecht` ich um dein Mutterherz,

Und in den Kranz recht tief hinein –

Soll meine Lieb` gebunden sein.

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn!

 

So will ich täglich kränzen dich,

Bis du im Tod bekränzest mich,

Und mit dem Kranz der Seligkeit

Sich einst mein Herz in Gott erfreut.

Du aller Rosen Königin,

Sei mir gegrüßt mit Herz und Sinn! Amen.