Maßlieb, wes mahnest du uns staunende Erfreute?

Dass Gott der Erd` zu Lieb des Himmels Maß bereute?

 

Wes schämst du dich, Maßlieb, dass dir`s die Blättlein rötet?

Weil Gottes Fuß dich streift und nicht Sein Schritt dich tötet?

 

O Sönnelein Maßlieb, in Einfalt überschwenglich!

Denn weil uns Ewig`s blend`t, da strahlst uns du`s vergänglich.

 

Wer zählt, wieviel Maßlieb des Morgens Tau genießen?

Und will sein ew`ger Quell doch täglich überfließen!

 

Wes Mutwill möcht Maßlieb, das dürftige, zertreten?

Kind, also rührst du Gott. Was zögerst du zu beten?

 

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