Der Untergang der "Titanic"

 

Aus: Der Armen-Seelen-Freund,

Illustrierte Monatsschrift zum Trost der leidenden Seelen im Fegfeuer,

Heft 9, Juni 1912, 16. Jahrgang, S. 144

 

Am 15. April 1912 nachts gegen 2 Uhr ging die „Titanic“, das größte und schönste Dampfschiff der Welt, auf seiner ersten Fahrt nach Amerika infolge Zusammenstoß mit einem schwimmenden Eisberg unter und an 1600 Menschen fanden hierbei den Tod in den Wellen. Wollen wir auch dieser so jäh aus dem Leben Geschiedenen bei unseren Gebeten für die Verstorbenen besonders gedenken! „O Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!“

 

Das Meer ein Friedhof

 

Ein Friedhof ist das Meer.

Da ruht ein ganzes Heer

Von Männern, Frauen, Knaben;

Christ, Jud´ und Türk´ und Heid´,

Sie liegen Seit an Seit

Beisammen dort begraben.

 

Grabhügel ohne Zahl,

Doch ohne Kreuz noch Mal,

Das sind die grünen Wellen:

Sie wallen auf und ab,

Sie wechseln oft ihr Grab,

Sie sinken und sie schwellen.

 

Mitleidig sieht der Wind,

Wie öd´ die Gräber sind,

In seinem kalten Tosen;

Drum pflanzt mit Klaggestöhn

Er auf die Wellenhöh´n

Von Schaum die weißen Rosen.