Die Trappisten

Armand Jean le Bouthillier de Rancé,

erster Abt der Trappisten

 

Begräbnis des sel. Reformators Abbé de Rancé

 

Die Trappistenabtei Oelenberg

 

Abtei-Ordenstracht

 

 

Abt Rancé und seine Bedeutung zu den reformierten Cisterziensern, welche bekannt sind unter dem Namen „Trappisten“

 

Eine Erinnerung an den zweihundertsten Todestag des Abtes Armand Jean Le Bouthillier de Rancé

Von P. Gabriel Meier, O.S.B.

Aus „Benziger’s Marien-Kalender“, 1900

Verlagsanstalt Benziger & Co. A.G. in Einsiedeln, Schweiz, Waldshut, Baden, und Köln am Rhein

 

Wer weiß, wo La Trappe liegt? In der Normandie, in der Diöcese Seez, nördlich und in der Nähe von Mortagne liegt ein einsames Tal, das von Gebüsch umgeben und von mehreren Bächen durchrieselt wird. Dieses Tal gehörte im 12. Jahrhundert dem Grafen von Rotrou, der sich in Palästina an der Seite Gottfrieds von Bouillon als tapferer Krieger ausgezeichnet hatte. Auf der Heimkehr befiel ihn in den Gewässern des Kanals La Manche ein schrecklicher Sturm und er war nahe daran, unterzugehen. In dieser gefährlichen Stunde versprach er durch ein Gelübde, wofern er mit dem Leben davon komme, eine Kirche zu Ehren der hl. Jungfrau Maria zu bauen. Er entkam glücklich und säumte nicht, sein Versprechen zu lösen. In der Nähe seiner Herrschaft wählte er das Tal von La Trappe, wo er zuerst die Kirche baute, dann das Kloster, welches den Namen zu Unserer Lieben Frau von La Trappe erhielt, den es noch heute trägt. Die ersten Mönche kamen dorthin aus dem Benediktiner-Kloster Savigny im Jahr 1140. Schon im Jahr 1148 führte Abt Serlon, ein Freund des heiligen Bernhard von Clairvaux, die Gebräuche der Cisterzienser ein und von da an bis heute hat La Trappe ohne Unterbrechung dem Orden von Cisterz angehört. Es war lange Zeit wegen der Frömmigkeit seiner Äbte und Mönche berühmt.

 

Freilich kamen herbe Schicksale über das Gotteshaus. Der stärkste Schlag traf es wohl im Jahr 1516, als durch das Konkordat zwischen Papst Leo X. und König Franz I. von Frankreich die Könige das Recht erhielten, sämtliche Äbte und Äbtissinnen der französischen Klöster zu ernennen, mit einziger Ausnahme von vier Klöstern. Das sind die Kommendatar-Äbte, Weltgeistliche oder selbst Laien, Beamte oder Militärs, die die Einkünfte des Klosters bezogen, sonst aber sich darum nicht kümmerten, vielleicht es gar nie zu Gesicht bekamen. So zerfiel nicht nur die Ordenszucht, auch die Gebäude, und es ist nur zu verwundern, dass die Klöster nicht ganz zu Grunde gingen.

 

Um das Jahr 1660 herrschten in La Trappe traurige Zustände. Die Tore des Klosters standen Tag und Nacht offen, so dass Frauen wie Männern freier Zutritt gewährt war. Wenn es regnete, drang das Wasser durch das beschädigte Dach in alle Gemächer ein. Die Sprechzimmer wurden als Ställe benutzt; der Speisesaal diente als Spiel- und Unterhaltungsplatz für Mönche wie Weltleute. Der Schlafsaal war Regen und Schnee, Wind und Wetter ausgesetzt. Die Kirche war mit Spinnengewebe und Schmutz angefüllt. Auf dem Hochaltar boten zwei Statuen des hl. Bernhard und der Mutter Gottes einen abstoßenden Anblick. Die Mauern und der Turm drohten einzustürzen. Der Verwalter des Kommendatarabtes hatte mit Frau und Kind die besten Zimmer des Klosters besetzt.

 

Der sittliche Zustand des Klosters entsprach dem materiellen nur zu sehr. Der Prior, der die Leitung führen sollte, besaß nicht das Ansehen und oft auch nicht den Willen, um ein geordnetes Klosterleben durchzuführen. So lebten die wenigen Mönche in Zuchtlosigkeit dahin, gingen aus, wann sie wollten, aßen und tranken, wann, was und wieviel sie wollten. Sie begaben sich statt zum Chorgebet auf die Jagd. Kurz, sie hatten vom Mönch nur den Namen, nicht einmal immer das Kleid.

 

Ungeheuerlich sind solche Zustände, aber nicht unerhört. Als der heilige Benedikt als Ordensstifter auftrat, wollten ihn seine verkommenen Mitbrüder vergiften. Als der hl. Robert aus seinem Kloster mit 21 gleichgesinnten Mönchen auszog, um in der Einöde von Cisterz die Regel des hl. Benedikt auf ihre ursprüngliche Strenge zurückzuführen, mochten in dem verlassenen Kloster wohl ebenso arge Missbräuche geherrscht haben. In die Fußstapfen eben dieser Männer tritt nun Abt Rancé mit seiner Reform.

 

Armand Johann le Bouthillier de Rancé war geboren zu Paris den 9. Januar 1626 als der jüngere Sohn des Staatsrats Dionysius le Bouthillier de Rancé, Freiherrn von Veret, Sekretär der Königin Maria von Medici, Gemahlin Heinrichs IV. Armand Johann wurde sorgfältig erzogen und zum Malteserritter bestimmt. Als aber sein älterer geistlicher Bruder starb, suchte der Vater dem jüngeren die bedeutenden geistlichen Pfründen des älteren zu sichern und so musste dieser ebenfalls Geistlicher werden, obschon er erst 11 Jahre alt war. Er wurde denn auch sofort Chorherr der Kirche von Paris, und Abt von vier Klöstern, das heißt, er bezog die Einkünfte, über 15000 Livres, dieser Würden, tat aber gar nichts dafür. Eine solche Anhäufung von Ämtern, zudem auf einem Kind, war stets dem Geist und auch dem Gesetz der Kirche zuwider; sie musste aber den Zeitumständen nachgeben und sich ins Unvermeidliche schicken.

 

Von der Natur mit glücklichen Anlagen ausgestattet, machte Rancé in den Wissenschaften erstaunliche Fortschritte. Mit 12 Jahren besorgte er eine neue Ausgabe der griechischen Gedichte Anakreons, übersetzte sie ins Französische und widmete sie mit einer schmeichelhaften Vorrede seinem Taufpaten, dem mächtigen Kardinal und Minister Richelieu. Später verlegte er sich mit Eifer auf das Studium der Theologie, wurde 1651 Priester und bald darauf Doktor der Theologie. Er hatte Aussicht als Weihbischof seinem Onkel dem Erzbischof von Tours zur Seite zu treten, und später nachzufolgen. Sein Leben entsprach aber einem solchen Stand keineswegs. Er liebte die Welt und wurde von ihr wieder geliebt. Alles was sie Reizendes bietet, nahm sein Herz wechselweise ein. Er umgab sich mit lockeren Freunden und hatte auch Zutritt zum leichtfertigen königlichen Hof. Tanzen, Reiten, Fechten trieb er mit Vorliebe und war ein unüberwindlicher Jäger, der selbst die kräftigsten Pferde bändigte. Es gab keine Torheit, die ihm nicht in den Sinn kam.

 

Gott aber bediente sich ganz besonderer Mittel, um diese Seele zu retten. Es starb nämlich sein Oheim, auf den er seine ehrgeizigen Hoffnungen gesetzt hatte. Dann wurde er wie durch ein Wunder aus einer Lebensgefahr gerettet, so dass er in die Worte ausbrach: „Ach, wo wäre ich jetzt, wenn sich Gott meiner nicht erbarmt hätte.“ Doch dauerte dieser heilsame Eindruck nicht lange. Nachhaltiger erschütterte ihn der Tod der Herzogin von Montbazon, die als die erste Schönheit in Paris galt und sich in Vergnügungen und Zerstreuungen erschöpfte. Ihr Haus war der Sammelplatz aller Schöngeister von Paris, wo man die glänzendsten Unterhaltungen, die leichtfertigsten Spiele trieb und stets auf neue Vergnügungen sann. Abbé de Rancé nahm an allem frohen Anteil, wenn er auch die Schranken des Anstandes nicht überschritt. Diese Dame wurde plötzlich von einem bösartigen Fieber ergriffen. Abbé de Rancé berief den Pfarrer, der ihr die hl. Sterbesakramente reichte, worauf sie nach einer Stunde verschied. Der Gedanke an diesen so plötzlichen und erschütternden Tod, der die Herzogin aus ihrem leichtfertigen Leben hinweggerafft hatte, durchschnitt Rancés Seele, wenn er auch damit noch nicht bekehrt war. Sieben Jahre geistiger Kämpfe und Leiden brauchte es, bis er zu dem Entschluss kam, in das Kloster La Trappe einzutreten.

 

Auf das Anraten mehrerer Bischöfe verzichtete Rancé auf seine Pfründen und verkaufte seine großen Besitztümer. Er fand sich mit seinen Geschwistern ab und schenkte vieles den Armen und den Spitälern. Nur eine mäßige Summe behielt er, um die zerfallenen Gebäude von La Trappe herzustellen. Schwieriger war es, in das zerfallene Kloster Ordnung zu bringen. Die Mönche widersetzten sich einer strengeren Zucht und überhäuften den Abt mit den gröbsten Beschimpfungen und sogar mit Drohungen. Er jedoch blieb unbeugsam und erklärte mit allem Nachdruck, dass er ihr ärgerliches Leben nicht länger dulden wolle und falls sie länger darin verharrten, würde er sie beim König verklagen. Diese Drohung wirkte mehr als der Hinweis auf das Strafgericht Gottes. Sie schlossen ein Übereinkommen, dass ihnen eine jährliche Pension von 400 Franken zusicherte und die Erlaubnis, im Kloster zu bleiben oder anderwärts ihren Aufenthalt zu suchen. Dieser Vergleich wurde vom französischen Parlament 1663 genehmigt.

 

La Trappe wurde nun Cisterziensern der strengen Observanz überwiesen, sechs Priestern aus der Abtei Perseigne. Am Fest des hl. Ordensstifters Bernhard wurde wieder feierlicher Gottesdienst und das gemeinsame Chorgebet um Mitternacht abgehalten, was seit 200 Jahren nicht mehr geschehen war. Rancé selbst wohnte zur Tag- und Nachtzeit dem Chorgebet bei, beteiligte sich an der harten Arbeit der Mönche und Beobachtete auch die Enthaltung von Fleischspeisen. Er gedachte als Kommendatar-Abt im Kloster zu wohnen und ließ die Wohnung des Abtes für sich herrichten. Als er aber davon Einsicht nehmen wollte, stürzte die Decke des morschen Zimmers ein und hätte ihn beinahe erschlagen. Er sah darin einen Wink der Vorsehung, dass sein Ort nicht hier sondern in der Zelle eines Mönches sei. Er ging deshalb als Novize in die Abtei Perseigne, wo er 37jährig am 13. Juni zugleich mit seinem Kammerdiener das Ordenskleid erhielt. Am 26. Juni 1664 legte er die Ordensgelübde ab und am 13. Juli erhielt er die Abtsweihe. Am nächsten Tag begab er sich nach La Trappe, dessen wirklicher Abt er jetzt geworden war.

 

Sein Ziel war von jetzt an, die Regel des hl. Benedikt, die die Grundlage für den Cisterziender-Orden bildet, in ihrer ursprünglichen Strenge durchzuführen, was er aber nur nach und nach und im Einverständnis mit seinen Untergebenen durchsetzte. Er selbst leuchtete ihnen als lebendige Regel vor. Bei den allergeringsten und strengsten Handarbeiten beobachtete er strenges Fasten. Er war beim Gebet und im Gottesdienst stets der erste und zog sich vom Verkehr mit Weltleuten möglichst zurück. Er verlangte, dass alle seine Mönche sich mit Handarbeiten beschäftigen und keine Gelehrte sein sollten, um keine Versuchung zur Hoffart zu geben. Es entspann sich darüber ein Federkrieg mit den gelehrten Benediktinern von der Kongregation der Mauriner, als deren Hauptvertreter der berühmte Mabillon mit Begeisterung für die Pflege der Wissenschaft in den Klöstern in die Schranken trat. Der Abt Rancé mag insofern wegen dieses seines Vorgehens in etwa zu entschuldigen sein, weil er die Regel des hl. Benedikt in ihrer ganzen Strenge durchgeführt wissen wollte, der hl. Benedikt aber in seiner heiligen Regel als Hauptaufgabe der Mönche Chorgebet und Handarbeit hinstellt. In gegenwärtiger Zeit werden auf ausdrücklichen Wunsch des heiligen Vaters auch bei den Trappisten die Studien eifrig betrieben. Besonders begabte Mönche werden nach Rom an die gregorianische Universität geschickt, um dort höheren theologischen Studien obzuliegen.

 

Eine andere Anklage richtete sich gegen die übertrieben strenge Lebensweise in La Trappe. Man tadelte heftig, wie dies noch heute von gewisser Seite geschieht, das strenge Fasten, das beständige Stillschweigen und andere Abtötungen. Da in kurzer Zeit mehrere Todesfälle vorgekommen waren, schimpfte man La Trappe das Grab und Rancé den Scharfrichter der Mönche. Er selbst wurde von einem bösartigen Fieber ergriffen und da er seinen Tod befürchtete, wandte er sich an Papst Innocenz XI., der durch ein huldvolles Breve vom 23. Mai 1678 ihn seines Schutzes versicherte und die von ihm entworfenen Konstitutionen genehmigte. Ein besonderer Gönner Rancés war auch König Jakob von England, der von seinem Thron vertrieben als Verbannter in Frankreich lebte. Er kam öfter nach La Trappe, nahm an den frommen Übungen der Mönche teil, empfahl sich ihren frommen Gebeten und bat kniend um den Segen des Abtes.

 

Bis ans Ende hielt Rancé mit nie erkaltendem Eifer fest an der strengsten Beobachtung der bestehenden Ordnung, ohne sich durch eine Einrede darin beirren zu lassen. Eine drückende Last war ihm die Leitung des Klosters, so dass er sagte: „Ich möchte lieber der Küchenjunge als der Abt von La Trappe sein.“ Körperliche Gebrechen nötigten ihn zuletzt im Jahr 1696 zur Niederlegung seines Amtes. Er lebte noch vier weitere Jahre. Als er sein Ende herannahen fühlte, ließ er sich Asche auf sein Strohlager streuen, um als Büßer zu sterben, wie er gelebt hatte. Er starb am 27. Oktober 1700 im Alter von 75 Jahren, von denen er 37 in fast übermenschlicher Bußstrenge im Kloster zugebracht hatte. Vom Kloster „La Trappe“ ging kein neuer Orden aus; es ist der reformierte Cisterzienserorden, aufgebaut auf die Regel des hl. Benediktus. Das Vorbild von La Trappe regte die Nacheiferung an; andere Klöster befolgten das gegebene Beispiel und der Volksmund nannte sie Trappisten, - sie sind aber wahre Cisterzienser. Auch Klöster für Trappistinnen entstanden noch zu Lebzeiten Rancés.

 

Die Ordenstracht besteht aus einem weißwollenen Habit, darüber ein langes schwarzes Skapulier mit einer großen Kupuze; beides wird durch einen Ledergürtel zusammengehalten. Dies bildet besonders die Kleidung für die Arbeit, wobei man auch Holzschuhe gebraucht. Außer der Arbeitszeit tragen die Mönche noch über dem Habit ein langes, weites weißwollenes Kleid mit weiten Ärmeln und Kapuze, Kulle genannt, in der sie immer im Chor erscheinen.

 

Der Abt trägt außerdem ein Brustkreuz von Holz, den Abtsring und bedient sich bei festlichen Gelegenheiten der Pontifikalien (Stab, Mitra etc.). Die Kleidung der Laienbrüder ist von brauner Farbe, anstatt der Kulle tragen sie einen weiten Mantel mit großer Kapuze; ihnen liegt es ob, insbesondere die Arbeiten in den Werkstätten und auf dem Feld zu besorgen. – Die Nahrung ist höchst einfach: Hülsenfrüchte, Reis, Gemüse, Kartoffeln, Obst, Käse, Milch und Bier. Für die Zubereitung darf etwas Öl oder Butter verwendet werden. Die Abstinenz von Fleisch-, Fisch- und Eierspeisen wird, mit Ausnahme der Krankenkost, aufs strengste beobachtet.

 

Die französische Revolution störte auch die Trappisten in ihrer stillen Tätigkeit und trieb sie im Jahr 1790 in die Welt hinaus. Ruhelos mussten sie von Land zu Land wandern. 1815 kehrten die Trappisten mit Erlaubnis Napoleons nach Frankreich zurück und erwarben wieder La Trappe. Aus den Ruinen erhob sich neues Leben. Der Sturm der Verfolgung hatte nur dazu gedient, den Samen der Reform überallhin zu tragen.

 

Es entstanden Trappistenklöster in Ländern, wo man früher nie ihren Namen gehört hatte.

 

So in Deutschland, wozu jetzt das Kloster Oelenberg im Elsass, zwei Stunden westlich von Mühlhausen gehört. Es wurde im Jahr 1825 von Darfeld (Westfalen) aus unter großen Schwierigkeiten gegründet und zählt jetzt über 160 Ordensleute. Von hier aus wurde auch das Frauenkloster Maria von Altbronn bei Ergersheim (Elsass) gestiftet, ebenso das Kloster Maria-Wald in der Eifel und Maria-Veen in Westfalen. Die Mönche dieses Klosters sind zugleich betraut mit der Leitung der gleichnamigen Arbeiter-Kolonie. Von Maria-Wald ging die Gründung des so segensreich wirkenden Klosters Maria-Stern in Bosnien aus.

 

Heute sind die Schüler des Abtes de Rancé über die ganze Welt verbreitet. Ein besonders fruchtbares Arbeitsfeld tat sich ihnen in Afrika auf. Dort lehren sie die Einwohnerschaft beten und arbeiten; Ordensschwestern unterrichten die einheimischen Mädchen.

 

Immer aber und überall bleiben die reformierten Cisterzienser ihrer alten strengen Regel treu. In Folge der Zerstreuung am Ende des neunzehnten Jahrhunderts hatten sich drei verschiedene Kongregationen gebildet, jede mit einem eigenen Obern an der Spitze. Papst Leo XIII. berief im Jahr 1892 Abgeordnete sämtlicher Klöster zu einem Generalkapitel nach Rom, wo sie sich am 11. Oktober wieder vereinigten. Als gemeinsamen Obern wählten sie auf Lebenszeit den P. Sebastian Wyart, Doktor der Theologie und ehemaliger Offizier in der päpstlichen Armee. Gelegentlich dieses Generalkapitels zu Rom bestimmte der hl. Vater selbst den Namen des Ordens also: „Orden der reformierten Cisterzienser Unserer Lieben Frau von La Trappe“: Den Zusatz von „La Trappe“ wollte der hl. Vater ausdrücklich beibehalten wissen, damit das Bewusstsein der Abtötung und Bußstrenge, das der Name verkörpert, bei der Menschheit wachgehalten werde. Das Generalkapitel, in dessen Hand die höchste Gewalt des Ordens liegt, versammelte sich alljährlich abwechselnd in den verschiedenen Klöstern; alle 5 Jahre wird es in Rom abgehalten.

 

Heute (1900) zählt dieser Orden in 58 Niederlassungen 3472 Mönche; dazu kommen 17 Frauenklöster mit 1246 Trappistinnen.