Von den Teufeln

 

Heutzutage wird von vielen Ungläubigen und sogar von manchen Christen das Dasein und Wirken der Teufel geleugnet, und doch ist kaum eine andere Lehre des Christentums durch die Heilige Schrift und Überlieferung, sowie durch unleugbare Tatsachen so verbürgt, wie die Lehre von den gefallenen Engeln, die Teufel genannt werden.

 

1. Es gibt Teufel und sie besitzen große Macht,

2. aber sie können uns nicht besiegen, außer durch unsere Schuld.

 

1. Der heilige Evangelist Johannes erzählt uns in der Geheimen Offenbarung den Kampf der guten Engel unter Anführung des Erzengels Michael gegen den aufrührerischen Luzifer und seinen Anhang, und wie sie besiegt und in den Abgrund der Hölle hinabgestürzt wurden. Und der heilige Petrus schreibt: „Gott hat der Engel, die sich versündigten, nicht geschont, sondern sie mit Ketten der Hölle in den Abgrund gezogen und der Pein übergeben, um sie zum Gericht aufzubewahren.“ Am Tag der allgemeinen Abrechnung wird der Allgerechte zu denen sprechen, die dem Teufel und seinen Einflüsterungen folgten: „Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinem Anhang bereitet ist!“ – Manche wollen noch wohl das Dasein der Teufel glauben, meinen aber, der Teufel könne ihnen nicht schaden. Allerdings hat Christus durch seinen Opfertod am Kreuz die Macht Satans gebrochen. Desungeachtet „geht er noch umher, wie ein brüllender Löwe, suchend, wen er verschlinge“, wie der heilige Petrus versichert. Und der heilige Paulus schreibt: „Wir haben nicht bloß zu kämpfen gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis, gegen die bösen Geister unter dem Himmel.“ Der Teufel hat in Gestalt einer Schlange die Eltern im Paradies verführt und ins Elend gestürzt, er hat den ersten Brudermord veranlasst, den David zum Hochmut verleitet, den weisen Salomo in einer Toren gewandelt, den Judas zum Verrat und zur Verzweiflung gebracht, den Ananias zur Lüge bewogen. Selbst an den Heiland wagte er sich heran und versuchte die Apostel wie Weizen zu sieben. Noch immer geht die Arglist und Bosheit des Teufels darauf aus, Unglauben und Unsitte unter den Menschen zu verbreiten. Wir haben allen Grund zu zittern, doch dürfen wir nicht verzagen, denn wir können unseren ärgsten Feind besiegen, wenn wir nur wollen.

 

2. Wir stehen unserem Erzfeind nicht wehrlos gegenüber, denn Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Macht der Hölle gebrochen. Wenn uns Gott noch vom Teufel versucht werden lässt, so geschieht das zu unserer Prüfung und Läuterung, wie wir es im Leben vieler Heiligen sehen. „Selig der Mensch“, schreibt der Apostel Jakobus (1,12), „der die Anfechtung aushält, denn wenn er bewährt worden ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott denen verheißen hat, die ihn lieben“. Der Teufel kann uns mit bösen Gedanken und Vorstellungen versuchen, aber zum Bösen zwingen kann er uns nicht. Wen der Teufel nicht versucht, ist gewöhnlich schon in seiner Gewalt. Gott will uns aber nicht über unsere Kräfte versuchen. Wir brauchen nicht zu fürchten, sondern können mit dem Psalmisten sprechen: „Wenn auch ein Heerlager gegen mich aufstände, so soll sich mein Herz nicht fürchten; wenn sich ein Streit gegen mich erhebt, will ich hoffen.“ (Ps 26) „Ist Gott mit uns, wer kann gegen uns sein?“ Er wird mit uns sein, wenn wir seine Aufforderung beachten: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt!“ Wachen wir, beten wir, kämpfen wir, rufen wir unsere Schutzengel an und folgen wir ihrer guten Führung, dann kann uns keine Macht der Hölle schaden, denn der Geist des Herrn versichert: „Deinetwegen hat Gott seinen Engeln Befehl gegeben, dich zu schützen auf deinen Wegen. Auf deinen Händen werden sie dich tragen, dass dein Fuß nicht an einen Stein stoße. Du wirst hinweggehen über Schlangen und Basilisken, und zertreten Löwen und Drachen.“ Amen.