Rosenkranz

 

In der katholischen Kirche ist der Monat Oktober der Monat des Rosenkranzgebetes. Dem Rosenkranzgebet verdanken die Christen seit Jahrhunderten Hilfe und Befreiung durch die Fürsprache der Gottesmutter Maria. Viele Gläubige unseres Landes sind davon überzeugt, dass das beharrliche Rosenkranzgebet unserem Vaterland nach vielen Leiden und Kriegen den Frieden und die Freiheit gebracht hat.

 

Das Rosenkranzgebet ist das Gebet der einfachen und geduldigen Gläubigen. Immer wieder kreist unser Beten um die Geheimnisse der Menschwerdung und Geburt Jesu Christi, seines Leidens und seines Auferstehens in Herrlichkeit. Begleitet werden unsere Gedanken vom Gruß des Engels an Maria: Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Zehnmal grüßen wir Maria bei der Betrachtung eines Geheimnisses unseres Glaubens und bitten um ihre Fürsprache, jetzt und in der Stunde unseres Todes.

 

Jeder kann und soll den Rosenkranz beten. Die Liebe vieler gläubiger Menschen zum Rosenkranz ist ein Zeugnis dafür, dass das Rosenkranzgebet ein tröstendes und erhebendes Gebet ist. Unser bestes Gebet ist der Rosenkranz, wenn wir einen Sterbenden in seinen letzten Stunden begleiten. Wenn uns angesichts des Todes die Worte verlassen, trägt uns der Rosenkranz hinüber in die Tiefe der Liebe Gottes, die uns durch Jesus Christus offenbar wurde. Als letzte Gaben des Glaubens legen wir in die Hände des Verstorbenen das Kreuz und den Rosenkranz.

 

Der Rosenkranz leitet uns an zu gläubiger Geduld. Auch die Kinder sollten frühzeitig lernen, sich von der Gottesmutter durch das Geheimnis Christi führen zu lassen. Je älter wir aber werden, desto lieber beten wir das Gebert, das uns auf das Sterben und das ewige Leben vorbereitet.

Bischof Dr. Kurt Krenn

50 Zeilen mit Gott, S. 98,

von "Christianus"

Eigenverlag 2015

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