Kraft des Namens Jesus

 

Als der gottselige Morico, der ein treuer Diener Gottes und der heiligen Jungfrau gewesen war, seinem Ende nahte, hatte er eine entsetzliche Erscheinung, die ihm zu erkennen gab, wie streng die Rechenschaft sei, die man Gott im besonderen Gericht abzulegen hat. In Schrecken versetzt, begann der Heilige mit starker Stimme zu schreien: Ich bin verdammt, ich bin verdammt! Auf dieses klägliche Geschrei eilten die Mönche sogleich herbei und bemühten sich, den Sterbenden zu trösten. Sie ermahnten ihn auf die Barmherzigkeit Gottes zu hoffen und sich unter den Schutz der göttlichen Mutter zu stellen. Eine Viertelstunde darauf sang Morico das Lob des heiligen Namens Jesus. Zwei Mönche, die in seiner Zelle geblieben waren, fragten ihn, warum er sich so gebärde. Der Diener Gottes antwortete: Als ich so stark schrie, war mir, als stünde ich vor dem Richterstuhl Gottes, der von mir eine genaue Rechenschaft über mein Leben verlangte. Obwohl ich nichts gegen seine Gebote oder gegen unsere Regeln getan zu haben glaubte, wurde das Verhör doch mit solcher Strenge geführt, dass ich verdammt zu werden glaubte. Alsdann aber erschien mir die heiligste Jungfrau und sagte mir, ich könne die Seligkeit erlangen, wenn ich zur Buße für meine Sünden hundertmal den Namen Jesus ausspreche. Deshalb sprach ich jetzt diesen süßen Namen, deshalb sang ich.