Die katholische Kirche - ein prächtiger Baum

 

Der göttliche Heiland vergleicht seine Kirche mit einem Senfkörnlein, „das zu einem Baum wird, dass die Vögel des Himmels in seinen Zweigen wohnen“. In der Tat hat seine Kirche einen unscheinbaren Anfang gehabt, aber sie ist zu einem Baum herangewachsen, der seine Äste über den ganzen Erdkreis ausdehnt. Christus selbst hat diesen Baum gepflanzt, die Apostel und Märtyrer haben ihn mit ihrem Blut gedüngt, die Missionare und Bekenner haben ihn wie gute Gärtner gepflegt und für sein Wachstum eifrig gesorgt, so dass er weiter und weiter seine Zweige hinausstreckte. Zu diesen treuen Gärtnern dürfen wir alle Heiligen hinzuzählen. Sehen wir uns einmal den prächtigen Baum der katholischen Kirche an.

 

Wenn wir vor einer Rieseneiche stehen, dann bewundern wir den mächtigen Stamm, die weit ausgedehnten Äste, die hohe Krone, den Reichtum seines Laubwerks und seine reiche Frucht, und staunen, wie aus einem kleinen Kern ein so prachtvoller Baum hervorsprossen konnte. Aber noch weit majestätischer erscheint der zweitausendjährige Baum der katholischen Kirche. Nichts in der Welt kann mit ihrer Kraft und Schönheit, ihrem Wachstum und ihrer Fruchtbarkeit verglichen werden. – Welch einen geringen Anfang nahm die Kirche Jesu Christi. Seht hin auf den Stall zu Bethlehem. In einer armen Krippe liegt der Stifter unserer Kirche. Wer hätte damals ahnen können, dass dieses hilflose Kind Millionen Gläubige beherrschen wird? Seht auf den Kalvarienberg. Am Pfahl der Schande stirbt der Stifter unserer Kirche. War es glaubhaft, dass er vom Kreuz herab alle Herzen an sich ziehen werde? Seht in dem Saal zu Jerusalem auf die zitternde Jüngerschar. Wer hätte denken sollen, dass diese wenigen und unangesehenen Männer das Heidentum mit all seiner Macht und Weisheit überwinden würden? Und doch ist es geschehen. Das Kreuz hat die Welt besiegt.

 

Wunderbar ist das Wachstum der Kirche Jesu. Kein Reich kann sich mit ihr messen. Sie zählt gegenwärtig 1,214 Milliarden Mitglieder (Mai 2013) und steigt damit schneller als die Weltbevölkerung. Sie breitet sich von Jahr zu Jahr weiter über den Erdkreis aus. Wo gibt es noch ein Land, wo nicht katholische Missionare das Evangelium verkündet haben? Gegenwärtig zählt die Kirche (2013) 413.418 Priester und 5.132 Bischöfe.

 

Wunderbar ist das Alter unserer heiligen Kirche. Wo hat je ein irdisches Reich, eine staatliche Verfassung so lange bestanden? Im Lauf von zwei Jahrtausenden sah unsere Kirche viele Reiche aufblühen und zerfallen, Herrscherfamilien glänzen und sterben. Während die irdischen Throne stürzten, steht der Stuhl Petri unerschütterlich trotz allen Kämpfen und Verfolgungen seitens zahlloser Feinde. Wäre die katholische Kirche kein göttliches Werk, sie wäre längst untergegangen. Aber wer vermag ein Gotteswerk umzustoßen? Wer macht die ewige Verheißung zu schanden? „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Der Kirche wohnt eine unverwüstliche Lebenskraft inne, so dass sie nicht altert und abnimmt. Gott selbst hat diesen Baum gepflanzt und verjüngt ihn mit seinem Licht und Himmelstau. Wenn Stürme darüber herbrausen, so fallen höchstens einige dürre Blätter und Zweige ab, aber frische Sprossen ersetzen, was im Wind verflog. Mehr und mehr breitet dieser Gottesbaum seine Äste über alle Lande und ragt mit seiner Krone in den Himmel hinein. Wohl dem, der im Schatten dieses Baumes ruht!