Die Katakomben

 

Das Bild Mariens in den Katakomben

 

In den Katakomben, die lange Zeit verschüttet waren, hat man im neunzehnten Jahrhundert eine Reihe von Bildern entdeckt. Es sind Freskogemälde, die in den frischen Putz der Wände und Decken gezeichnet wurden. Auf sehr vielen von ihnen erblickt man Maria, die erhabene Gottesmutter. Das älteste und zugleich das schönste Marienbild, das wohl schon dem ersten Jahrhundert angehört, befindet sich in der Katakombe der hl. Priszilla. Auf diesem Bild trägt die Muttergottes um das Haupt einen Schleier und über dem Gewand eine Stola und hält das göttliche Kind auf ihrem Schoß. Über ihrem Haupt schwebt ein Stern. Links von ihr steht ein Jüngling. Er hält in der linken Hand eine Schriftrolle. Mit der rechten Hand weist er nach der Jungfrau und dem Stern hin. Es ist der Prophet Jesaja, der dem Volk ein großes Licht geweissagt hatte mit den Worten: „Stehe auf, werde licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel der Völker, über dir aber geht der Herr auf, und seine Herrlichkeit erscheint in dir.“ (Jes 60,1-3) Wir finden in den Katakomben auch Darstellungen von der Verkündigung, von der Vermählung, von der Heimsuchung Mariä und manch andere. Man sieht daraus, wie schon die ersten Christen Mariens Würde und Erhabenheit schätzten.