Die Einsiedlermönche der großen Chartreuse

 

Eine Zeitungsnachricht, die in den düsteren Tagen des Jahres 1940 aus Vichy in Frankreich kam, war ein Sonnenstrahl an einem dunklen Tag. Es waren nur ein paar Zeilen am Fuß der Seite: „Kartäuser-Mönche kehrten in die große Kartause bei Grenoble zurück, von wo sie im Jahr 1903 vertrieben wurden.“

Als ich diese Nachricht las, kam mir die Erinnerung an meinen Besuch dort vor 20 Jahren. Ich dachte an die sich von Grenoble aus emporwindende Bergstraße, die Schar der Touristen und Schaulustigen, die verödeten Mönchszellen, die große Bibliothek mit den verstaubten Chorstühlen und dem entweihten Altar. Der Führer sprach von der Vergangenheit, und seine Worte hallten in dem leeren Gebäude wider. Wir waren Eindringlinge, die ungebeten in der Wohnung von Männern umhergingen, die man aus ihrem Besitz vertrieben hatte, weil sie ein strenges Leben der christlichen Betrachtung geführt hatten.

Von den Kartäuser-Mönchen hört man nicht viel. Es gibt nicht viele, kaum 1000 Mönche und nur 20 Klöster. Auf dem amerikanischen Kontinent haben sie überhaupt kein Kloster. Ihr Leben ist eine Mischung aus dem Gemeinschaftsleben, wie es die Benediktiner führen, und dem Leben der Einsiedler, wobei letzteres vorherrscht.

Der Kartäuserorden wurde vom hl. Bruno, der um 1035 in Köln geboren wurde, gegründet. Bruno gab eine vielversprechende Laufbahn auf, als er als Domherr von Reims gedrängt wurde, das Amt des Erzbischofs dieser Stadt zu übernehmen, und zog sich in die Einsamkeit der Berge von Chartreuse zurück. Der hl. Hugo, der Bischof von Grenoble, hatte ihm diese Zuflucht angeboten. Mit ihm waren nur wenige Gefährten. Sie bauten kein Kloster, sondern eine Ansammlung von Hütten, die um ein kleines Gotteshaus herum lagen. In Armut und Strenge führten Bruno und seine Gefährten ihr Leben der Betrachtung.

Auf Befehl des Papstes Urban II. verließ Bruno seine Einsamkeit, um nach Rom zu gehen und dort in der Kirchenverwaltung mitzuwirken. Einen Kardinalshut wies er zurück. Er sehnte sich nach seinem einsamen Leben zurück. Schließlich ließ ihn der Papst wieder ziehen. Hierauf ließ er sich in Kalabrien nieder, wo er eine neue Einsiedelei gründete. Dort starb er am 6. Oktober 1101 im Alter von 66 Jahren.

Auf der Höhe ihrer Blütezeit hatten die Kartäuser nie mehr als 200 Niederlassungen. Verglichen mit den Benediktinern und Zisterziensern in deren Blütezeit ist das verhältnismäßig wenig. Aber die Kartäusermönche können sich der Tatsache rühmen, dass ihr Orden nie reformiert wurde, weil er es nie nötig hatte.

Der Kartäusermönch verbringt den größten Teil seines Lebens in seiner Zelle. Diese Zelle ist in Wirklichkeit eine kleine Hütte, die vier Räume und einen kleinen Flur für körperliche Bewegung an Regentagen umfasst. Das Erdgeschoss enthält eine Werkstätte mit einer Hobelbank und den zugehörigen Werkzeugen. Hinter der Hütte befindet sich ein kleiner Garten. Im oberen Stockwerk liegen ein kleines Vorzimmer und die eigentliche Zelle. An einem Tisch in der Fensterbrüstung nimmt der Mönch an den meisten Tagen des Jahres allein seine Mahlzeiten ein. Ein Büchergestell und ein Pult sind für den Geist da. An der anderen Wand befindet sich das Bett, während des Tages mit einem Vorhang abgetrennt, und der Betstuhl, wo der Mönch beim Klang einer Glocke und mit den Zeremonien wie in der Kirche einen großen Teil des Chorgebetes verrichtet.

Der Habit ist aus rauem, weißem Futterstoff verfertigt. Tag und Nacht trägt der Mönch ein härenes Hemd auf dem bloßen Leib.

Um 11 Uhr abends, also zu der Stunde, wo die Welt draußen daran denkt, zu Bett zu gehen, weckt die Glocke den Kartäusermönch aus dem ersten Schlaf. Er zieht sich an und betet die Matutin und die Laudes aus dem marianischen Offizium in seinem Betstuhl. Um ¾ 12 Uhr ertönt die Glocke wieder und ruft die Mönche zum Beten der Matutin und Laudes in die Kirche. Der lange Kreuzgang wird für Augenblicke von den flackernden Laternen der Mönche, die langsam von ihren Zellen zur Kirche schreiten, erleuchtet. Ein großer Teil des Chorgebetes wird auswendig gesungen. Jede Nacht werden die Matutin und die Laudes vollständig gebetet. Die Kartäuser sind der einzige Orden der Kirche, der dies heute tut. Dabei liegt die Kirche meist mit Ausnahme des Ewigen Lichtes oder zweier Kerzen am Altar völlig im Dunkeln. Gesungen wird ohne Orgelbegleitung.

Nach der Matutin kehrt der Mönch für drei Stunden in sein Häuschen zurück. Um ¾ 6 Uhr morgens ist er schon wieder auf, um die Prim zu beten, und kurz nach ½ 7 Uhr geht es zur Kirche zur gesungenen gemeinschaftlichen Messe. Danach feiert jeder Priester seine hl. Messe. Der ganze Tag läuft nach der Einteilung des Breviers ab, dessen einzelne Stundengebete durch die Kirchenglocken angekündigt werden. Das Mittagessen – es gibt kein Frühstück – wird je nach Jahreszeit und Tag zwischen 10 und 12 Uhr eingenommen. Ein Laienbruder schiebt es in die kleine Luke neben der Zellentür. Fleisch gibt es nie. Nach dem Mittagessen ist eine kleine Ruhepause. Um ½ 3 Uhr folgt die Vesper des marianischen Offiziums und darauf die Tagesvesper in der Kirche. Das Abendessen – wenn es eines gibt (da sehr viele Fasttage eingelegt sind) –, findet um ½ 5 Uhr statt. Geistliche Lesung und verschiedene Beschäftigungen füllen die Zeit bis zur Komplet aus, die um 6 Uhr in der Zelle gebetet wird. Um 7 Uhr liegt der Mönch im Bett. Die Zeit zwischen den Tagesgebeten und den Malzeiten füllen Privatgebet, Studium und körperliche Arbeit im Garten oder der Werkstatt aus.

Dies ist der gewöhnliche Tageslauf eines Kartäusermönches. An Sonn- und Festtagen wird das ganze Offizium in der Kirche gesungen, die Mönche essen zusammen im Speisesaal und haben eine kurze gemeinsame Ruhepause. Einmal in der Woche machen sie zusammen einen Spaziergang außerhalb des Klosters. Auf diese Weise wird der Ausgleich zwischen Einsiedler- und Gemeinschaftsleben geschaffen.

Eine Beschreibung des Kartäuserlebens wäre unvollständig, wenn man nicht auch den berühmten Likör erwähnen wollte, der von den Mönchen der großen Chartreuse erfunden wurde und heute noch hergestellt wird. Seine Zusammensetzung ist ein streng gehütetes Geheimnis. Seinen Ruhm verdankt er vor allem den Bergkräutern, die in der Nähe des Klosters wachsen. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Likörs werden fast restlos an andere weitergegeben. Die Kartäuser spenden große Summen für Wohltätigkeitszwecke, zum Bau von Krankenhäusern und für die Mission. Ich fragte einst einen französischen Kartäusermönch, ob er grünen oder gelben Chartreuse lieber trinke. „Das kann ich Ihnen leider nicht sagen“, antwortete er, „weil ich ihn noch nie versucht habe“.

Die moderne Welt kann den praktischen Wert eines Lebens, wie es die Kartäusermönche führen, nicht begreifen und anerkennen. Man verwechselt Alleinsein mit Gott mit Einsamkeit. Jeder Katholik aber begreift, dass der Beruf eines betrachtenden Mönches sehr wohl in das moderne Welt- und Lebensbild passt und dass einige Mitglieder des mystischen Leibes Christi beten und Buße tun müssen für die anderen, die dies nicht können oder nicht wollen.

„Stat crux dum volvitur orbis“ – das Kreuz bleibt bestehen, auch wenn der Erdball zerfällt – lautet der Wahlspruch der Kartäuser. Er gibt am besten den Kern der Lebensauffassung eines Kartäusermönches wieder.

So paradox es scheinen mag, die Feinde der Kirche greifen immer die Kartäuser und die anderen betrachtenden Orden zuerst an. In England wandte sich Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert zuerst gegen die Kartäuser. Diese widerstanden ihm wie ein Mann und gaben der Kirche 18 Martyrer, die ersten Opfer der Kirchenverfolgung in England. Zu Beginn dieses Jahrhunderts (20. Jahrhundert) führte die antiklerikale Regierung Frankreichs einen Kampf gegen die Kartäuser und trieb sie in die Verbannung. Nun sind sie wieder zurückgekehrt, und der jahrhundertealte Kreislauf von Gebet, Lobpreis und Buße hat von neuem begonnen.

Zur Zeit haben die Kartäuser 19 Männerklöster, 9 in Italien, 4 in Spanien, 2 in Frankreich und je eines in Jugoslawien, in Deutschland (Hain bei Düsseldorf), England (Parkminster) und der Schweiz (Valsainte).

 

Von Roger Capel

Zusammenfassung aus „St. Joseph Magazine“

St. Benedict, Ore. Februar 1950

 

(Durch die Ausdehnung Düsseldorfs und die Erweiterung des Flughafens in Lohausen wurde die für Kartäuserklöster nötige Stille gestört. Der Konvent zog daher 1964 in die seit 1962 gebaute Kartause Marienau bei Marienau, einem Teilort von Bad Wurzach in Baden-Württemberg, um. Die Gebeine der verstorbenen Mönche wurden nach Marienau umgebettet. Das Kloster Hain wurde zuerst profaniert und dann abgerissen.)

 

http://www.chartreux.org/

 

 

Der hl. Bruno, Stifter des Kartäuser-Ordens, wurde um das Jahr 1035 zu Köln geboren und begab sich in seiner frühesten Jugend in das durch seine Schulen damals höchstberühmte Rheims. Dort machte er so glänzende Studien, dass er später vom Erzbischof dazu ausersehen wurde, die Schulen der Stadt und der Diözese zu leiten. Als Bruno im Jahr 1082 der Bischofssitz angeboten wurde, schlug er, voll Verachtung für die Größe und Eitelkeit der Welt, ihn aus und entfloh, um sich in der Einsamkeit und im klösterlichen Leben einzig dem Heil seiner Seele und der Beschauung zu widmen. Mit zwei Genossen, Lambert von Burgund, und Peter, genannt der Franke, von Béthune zog er fort und begab sich zunächst zur Abtei Molesmes in der Diözese Langres, wo er sich jedoch nur kurze Zeit aufhielt, weil die dortige Lebensweise ihm nicht einsam genug schien. Mit sechs Genossen verließ er die Abtei und zog nach Grenoble zum Bischof Hugo.

Dieser hatte kurz vorher in einem Traum gesehen, wie sieben Sterne zu seinen Füßen niederfielen, sich wieder erhoben, die öden Berge durchzogen und sich endlich an einem wilden Ort, Chartreuse genannt, niederließen; wie sodann die Engel auf Gottes Anordnung in jener Einsamkeit eine Wohnung erbauten, die darauf von den geheimnisvollen Sternen umkränzt wurde. Unruhig dachte er gerade über die Bedeutung dieses Traumes nach, als er den Besuch der sieben Genossen empfing, die ihm den Zweck ihrer Reise und ihre Wünsche vortrugen. Der fromme Bischof erzählte ihnen von dem Traum, den er hatte, und bot sich an, sie in die Einöde der Kartause zu begleiten, wo er sie ansiedelte.

 

Die Fußwaschung
Die Fußwaschung

 

Bruno und seine Begleiter bauten sich zunächst einige Hütten von Astwerk und richteten einen Betraum auf der Stelle ein, wo jetzt die Kapelle Unserer Lieben Frau de Casalibus steht. Einige Zeit darauf trat der heilige Bischof alle ihm zustehenden Rechte auf das Tal der Kartause an sie ab, und mehrere Gutsherren machten nach seinem Beispiel ähnliche Cessionen. Das war der Ursprung der Großen Kartaus. Alsbald erbaute man ein regelrechtes Kloster (1085), das bis zum Jahr 1132 bestand, wo eine Schneelawine es zerstörte und sieben Religiosen begrub. Das jetzige Kloster stammt von dieser Zeit her.

Im Jahr 1090 wurde Bruno durch Papst Urban II. nach Rom berufen, um ihm mit seinem Rat beizustehen; einige Monate danach jedoch wurde ihm gestattet, den päpstlichen Hof zu verlassen und sich in eine Einöde im tiefsten Kalabrien zurückzuziehen. Dort gründete er das zweite Haus des Ordens und starb am 6. Oktober 1101, nachdem er kurze Zeit vorher eine lange Zusammenkunft mit Landuin, dem Prior der Großen Kartause, der ihm im Amt gefolgt war, gehabt hatte, und mit dem er die Grundlage der Ordens-Constitutionen feststellte.

 

Der Novizenmeister legt dem Postulanten den schwarzen Mantel um
Der Novizenmeister legt dem Postulanten den schwarzen Mantel um

 

Im Gegensatz zu gewissen Gebräuchen in verschiedenen religiösen Orden ist es den Kartäusern durchaus verboten, von denen, die bei ihnen eintreten wollen, eine Mitgift zu verlangen. Nach den Regeln und Statuten ist als äußerste Grenze das Alter von achtzehn Jahren festgesetzt, vorausgesetzt, dass der Wille und die Gesundheit hinreichend stark sind, um die Lebensweise in ihrer ganzen Strenge ertragen zu können. Will der Postulant Pater werden, so ist eine ausreichend starke und richtige Stimme erforderlich, um den Chorgesang mitmachen zu können. Auch in der deutschen und in der lateinischen Sprache muss er durchgebildet sein. Bei den Brüder-Postulanten wird das nicht erfordert.

Bei seiner Ankunft im Kloster kommt der Postulant zunächst ins Fremdenviertel, um über seinen Beruf genau geprüft zu werden; nachdem man dann seinen Willen und die Gründe, die ihn ins Kloster führten, erforscht, nachdem man sich vergewissert hat, dass dieser Beruf ein wahrhaft und rein religiöser ist, nicht durch vorübergehende weltliche Widerwärtigkeiten hervorgerufen, macht man ihn mit seiner zukünftigen Lebensweise und mit der strengen Regel, die er zu befolgen hat, bekannt, und wenn sein Beruf sich nach einigen Tagen in dem ernstlichen Willen, sich dem religiösen Leben zu widmen, befestigt hat, wird er vom Prior ins Kloster zugelassen und in eine Zelle eingeführt. Der Novizenmeister wäscht ihm zunächst die Füße, wobei er das Miserere betet. Diese Zeremonie soll den Postulanten daran erinnern, dass er beim Eintritt ins Kloster den Staub der Welt draußen lassen, die Vergangenheit vergessen soll, um sich einzig dem Gebet und seiner Heiligung zu widmen.

 

Die Abstimmung mittels Bohnen
Die Abstimmung mittels Bohnen

 

Der Novizenmeister führt ihn sodann in die Zelle und überreicht ihm den großen schwarzen Mantel ohne Kapuze, dessen die Postulanten sich während ihres Postulats, das einen Monat dauert, im Chor bedienen. Dieses Postulat weiht den Aspiranten vollständig in sein zukünftiges Ordensleben ein; ist der Monat verstrichen, so weiß ein Novize, dass dieselben Beschäftigungen sich täglich wiederholen werden. Nach dieser Probezeit kann er also, wenn die Regel ihm über seine Kräfte zu gehen scheint, sich zurückziehen. Der Postulant bewahrt während dieses Monats seine Weltkleider unter dem langen schwarzen Mantel und folgt allen Übungen des Konventes unter der Leitung des Novizenmeisters. Als Kopfbedeckung trägt er ein Barett.

 

Zulassung des Postulanten zum Noviziat
Zulassung des Postulanten zum Noviziat

 

Nach dieser einmonatlichen Probezeit kann der Postulant durch den Prior dem Konvent zur Einkleidung vorgestellt werden. Die Patres kommen dann morgens im Kapitelsaal zusammen, wo der Postulant eingeführt wird. Er muss auf lateinisch auf die verschiedenen Fragen, die ihm der ehrwürdige Pater Prior in derselben Sprache stellt, antworten; sodann zieht er sich in die Kirche zurück, wo er die Entscheidung abwartet. Nachdem die Religiosen über die Anlagen des Aspiranten beraten haben, wird zur geheimen Abstimmung geschritten, die mit weißen und schwarzen Bohnen geschieht. Diese liegen in einem unter dem Boden der Urne befindlichen Schublädchen, und jeder Religiose nimmt eine weiße oder eine schwarze Bohne, je nach seiner Ansicht, und wirft sie in die Urne.

 

Feierliche Einführung des Novizen in die Zelle
Feierliche Einführung des Novizen in die Zelle

 

Eine vollständige Mehrheit ist erforderlich, damit der Postulant zugelassen werde. In diesem Fall betritt er wieder den Kapitelsaal, geführt vom Novizenmeister, der ihn geholt hat. Nachdem er dann eine lateinische Anrede des Priors, der vor dem Altar auf einem hölzernen Stuhl sitzt, angehört hat, kniet er sich vor seinem neuen Obern nieder, der folgende Worte spricht:

"Im Namen Gottes und des Ordens, in meinem Namen und im Namen meiner Mitbrüder nehme ich Sie an; ich mache Sie aufmerksam, dass Sie bis zu Ihrer Profess frei sind, sich zurückzuziehen; dass aber auch wir Sie entlassen können, wenn, was Gott verhüte, Ihre Aufführung uns nicht gefallen sollte."

Alsdann gibt ihm der Prior den Friedenskuss, worauf er sich vor jedem Religiosen hinkniet, der ihn aufhebt und in ihm einen neuen, von Gott geschickten Bruder umarmt.

Darauf zieht sich der Postulant bis zur Vesper in seine Zelle zurück. Kurz vorher wird er rasiert und begibt sich, mit dem weißen wollenen Kleid und dem schwarzen Mantel bekleidet, in Begleitung des Novizenmeisters zum P. Vicar, der ihm das kleine Skapulier und den schwarzen Mantel mit Kapuze anlegt, von da zur Kirche, wo er sich vor dem Altar posternirt, während der Patreschor eine Anrufung des Heiligen Geistes in ungemein rührender Melodie singt. Nach einigen vom Prior verrichteten Gebeten steht der Novize (das ist jetzt sein Titel, den er bis zur Profess trägt) auf, der Konvent geht in Prozession heraus, und an der Tür des Novizen angelangt, segnet der Prior die Zelle ein, nimmt den Novizen an der Hand und führt ihn zu seinem Betstuhl, wo der Novize niederkniet. Die Patres stellen sich entblößten Hauptes rundherum auf. Der Prior, angetan mit der großen kirchlichen Kulle, rezitiert einige Gebete, segnet den Novizen, empfiehlt ihm, den Satzungen des Ordens getreu zu bleiben zur Vergebung seiner Sünden und vertraut ihn dem Novizenmeister an, der ihn über alle Übungen des Ordens zu belehren hat. Von dieser Zeit an legt der Novize seinen Taufnamen ab, um den eines Heiligen, den ihm der Prior gibt, anzunehmen.

Währed des Noviziats, das ein Jahr dauert, wird die Strenge der Regel in keiner Weise gemildert; eine Täuschung ist somit durchaus unmöglich. Der Novize muss in seinem Herzen jeden Funken der Liebe zur Welt, die er verlassen hat, auslöschen, um sich einzig und allein im religiösen Leben zu konzentrieren. Er muss von Anfang an die Arbeiten, die Nachtwachen, die langen Fasten aushalten, er muss die klösterliche Zucht bis auf die kleinsten und beschwerlichsten Beobachtungen innehalten. Während dieses Jahres beschränkt sich das Studium der Novizen auf die Regeln des Ordens, die Heilige Schrift und die asketischen Bücher.

 

Friedenskuss des Postulanten
Friedenskuss des Postulanten

 

Das Noviziat dauert wenigstens ein Jahr lang. Nach Verlauf dieser Zeit wird der Novize, der zur Profess zugelassen zu werden wünscht, im Kapitel allen dort versammelten Mönchen vorgestellt. Nachdem er hier demütigst seine Bitte vorgebracht hat, entfernt er sich wieder zugleich mit den anderen Novizen und den Jungprofessen. Die Professmönche aber beraten sich miteinander und am nächstfolgenden Kapiteltag findet die Abstimmung statt. Ist diese günstig ausgefallen, so bereitet sich der Novize durch Exerzitien und durch eine allgemeine Lebensbeicht bei dem Prior zur Profess vor.

Diese erste Profess geschieht im Kapitel. Nach einer Unterweisung durch den Prior in lateinischer Sprache, kniet sich der Novize vor ihm nieder und betet mit lauter Stimme den Psalm: Conserva me, domine, bis zu den Worten: "Dominus pars" (der Herr ist mein Anteil und mein Erbe); bei diesen Worten hält er inne und der Prior nimmt ihm den schwarzen Mantel ab und legt ihm mit Hilfe des Sakristans das große Skapulier mit schmalen Bändern über die Schulter. Nun spricht der Novize die Formel der Gelübdeablegung, die er selbst geschrieben hat und schließlich in die Hände des Priors übergiebt. Von da an ist er Jungprofess.

 

Einsegnung der Zelle durch den Pater Prior
Einsegnung der Zelle durch den Pater Prior

 

Vier Jahre danach findet die feierliche Profess statt. Der Jungprofess muss wieder im Kapitel seine Bitte stellen, es wird wiederum abgestimmt, und erhält er die Mehrheit der Stimmen, so wird die Zeremonie der feierlichen Gelübdeablegung an einem Festtag während der Konventmesse in der Kirche abgehalten.

Gegen Ende des Offertoriums verlässt der Jungprofess seinen Chorstuhl, begibt sich in die Mitte des Heiligtums und singt drei Mal eine Anrufung, die die Mönche wiederholen und mit Gloria Patri schließen. Nun geht der Jungprofess zum Chorstuhl eines jeden Mönches und bittet jeden kniefällig mit flehender Stimme: Ora pro me, Pater (Bete für mich, Vater).

Während die Bitte so oft sich wiederholt, als Mönche zugegen sind, beten sie tief verneigt für den Professen. Dieser kehrt sodann in die Mitte des Heiligtums zurück, wo er vom Zelebranten unter Segnungsgebeten mit dem Skapulier der Großprofessen (mit breiten Bändern) bekleidet wird. Hierauf geht er zur Epistelseite des Altares und liest feierlich im Lektionston die Formel seiner Profession, von seiner eigenen Hand auf Pergament geschrieben und einfach nur mit einem Kreuz unterzeichnet, denn er ist tot für die Welt. Zum Schluss legt er seinen Professzettel auf den Altar, den er küsst, wirft sich dann an den Stufen des Altares zur Erde nieder und empfängt den Segen des zelebrierenden Priors.

Nach seiner Rückkehr in den Chorstuhl wird die Messe fortgesetzt und er verlässt ihn nicht mehr bis zur Kommunion, die er aus der Hand des Zelebranten empfängt.

Die Kleidung des Chormönches besteht aus einem Habit gegürtet mit weißledernem Gürtel, woran ein Rosenkranz hängt und einer Cuculle oder Schulterkleid mit Kapuze, dessen zwei Teile mit breiten Bändern miteinander verbunden sind.

Die Unterkleider und Strümpfe sind von weißer Wolle wie überhaupt die ganze Kleidung.

Schuhe von schwarzem Leder bilden die Fußbekleidung.

Der Kopf ist völlig rasiert bis auf einen sehr schmalen Haarkranz, der an den Schläfen endigt.

Alle Kleider werden im Kloster durch die Brüder verfertigt.

Die feierlichen Gelübde des Kartäusers sind ewige Gelübde; er kann sie nicht mehr zurücknehmen. Er lebt allein, obgleich er einer Kommunität angehört, ein Leben der Beschaulichkeit, des Studiums, des Stillschweigens und der Einsamkeit. Ehe wir ihn näher in seinem Ordensleben betrachten, wollen wir kurz seine Wohnung beschreiben.

 

Erste Gelübdeablegung des Paters - Der Prior bekleidet den Novizen im Kapitelsaal mit dem Skapulier
Erste Gelübdeablegung des Paters - Der Prior bekleidet den Novizen im Kapitelsaal mit dem Skapulier

 

Im Gegensatz zu den anderen Klösternund religiösen Genossenschaften bilden die Kartäuser eine Vereinigung von Mitgliedern, die, obgleich sie eine und dieselbe Regel beobachten, getrennt voneinander in abgesonderten Zellen leben (wenigstens die Chormönche) und so das cönobitische Leben mit dem anachoretischen vereinigen. Sonn- und Festtage ausgenommen verlässt der Kartäuser täglich nur drei Mal seine Zelle, am Morgen zur Konventmesse, am Abend zur Vesper und um Mitternacht zur Mette. Indem er die ganze übrige Zeit als Einsiedler lebt, mit Gebet, Lesung, Studium und Handarbeit sich beschäftigend, bedarf er einer für seine Lebensart geeigneten Wohnung.

Jede Tür einer solchen getrennten Zellenwohnung öffnet sich in den sogenannten großen Kreuzgang und ist mit einem alphabetischen Buchstaben als Zellennummer gekennzeichnet.

Neben der Tür befindet sich ein Schalter, in den die tägliche Nahrung für den Mönch gestellt wird. Auch ein Glockenzug ist angebracht, durch den er um Mitternacht und morgens geweckt wird. Nach innen führt die Tür in einen kleinen Gang, dessen Fenster und Tür zum Gartin hin sich öffnen.

Dieser kleine Gang dient dem Einsiedler zum Auf- und Abgehen während der Erholungszeit, wenn Regen oder Schnee ihn hindern in den Garten zu gehen. Im Sommer erholt er sich in seinem kleinen Garten von ungefähr 50 Quadratmetern, den er mit großer Sorgfalt kultiviert und mit Blumen Sträuchern und fruchtbaren Bäumen bepflanzt.

Am Ende des Ganges befindet sich die Stiege zum Aufgang in die Zelle und daneben eine Tür, die in die Werkstätte mit Hobel- und Drechselbank führt. An der Stiegenwand ist ein Bild des kreuztragenden Erlösers. Oben sind zwei Räume, ein Vorzimmer und die eigentliche Zelle. Im Vorzimmer befindet sich der Kleiderschrank und ein Altärchen aus Holz, der allerseligsten Jungfrau geweiht. Der zweite Raum ist die Wohnung oder Zelle des Mönches.

Hier fällt vor allem in die Augen das Oratorium des Einsiedlers, bestehend aus einem Chorstuhl (wie in der Kirche) und einem Betstuhl vor einem Kruzifix. Hinter dem Oratorium befindet sich das Bett in einem Bretterkasten mit Vorhang, bestehend aus Strohsack und einigen wollenen Decken nebst einem Kopfkissen mit Haferspreu gefüllt.

Zum Schlafen legt der Mönch den langen, schweren Habit ab und bekleidet sich mit einem eigenen kurzen Nachtskapulier. Neben dem Bett in einer Mauernische befindet sich ein steinernes Wasserbecken zum Abwaschen. Zwischen diesem und dem Fenster ist der Lese- und Studiertisch mit einem kleinen Büchergestell. Es hat nämlich jeder Chormönch eine kleine Zellenbibliothek. Ein schmales Tischchen am Fenster endlich dient dem Einsiedler als Refektorium, wo er sein Mahl zu sich nimmt. Ein Ofen für den Winter, zwei Stühle und einige religiöse Bilder in schwarzen Holzrahmen vollenden die einfache Einrichtung der Zelle.

Ein eigenes besonders ausgestattetes Oratorium hat der Einsiedler in seiner Zelle, weil er, Sonn- und Feiertage ausgenommen, einen großen Teil der kirchlichen Tagzeiten daselbst beten muss und zwar mit denselben Zeremonien wie in der Kirche, nämlich aufrecht stehend oder verneigt oder kniend, das Haupt entblößt oder mit der Kapuze bedeckt.

 

Feierliche Profession - Der Professe liest seine Profession
Feierliche Profession - Der Professe liest seine Profession

 

Nach der Komplet herrscht vollständiges Stillschweigen im Kloster. Um 10.30 oder um 11 Uhr, je nachdem der folgende Tag ein Festtag oder einfacher Ferialtag ist, unterbricht der Glocke heller Silberton die nächtliche Ruhe durch das Geläute zur Mette. Der Kartäuser erhebt sich, zündet seine Lampe an und begibt sich in sein Oratorium, um die Mette der seligsten Jungfrau zu beten. Die Glocke erschallt ein zweites Mal, und nun verlässt der Kartäuser mit seiner Nachtlaterne in der Hand die Zelle und begibt sich zum nächtlichen Chorgesang in die Kirche. Es macht einen ganz eigentümlichen Eindruck, diese weißen Gestalten wie Gespenster durch den dunklen Kreuzgang schreiten zu sehen, der nur vorübergehend vom schwachen Lichtstrahl der kleinen Handlaternen etwas beleuchtet wird. Geräuschlos öffnet sich die Kirchtür und Mönch um Mönch, einer nach dem anderen, tritt ernst ins Heiligtum ein und begibt sich in seinen Chorstuhl, wo er im stillen Gebet den Beginn der großen Mette erwartet.

Die Mette dauert gewöhnlich 2 bis 3 Stunden, die aber die glückseligsten sind im Kartäuserleben. Weltleute, die zuweilen auf der Emporkirche der Mette beiwohnen. vermögen dies nicht zu begreifen. Da sie die Chorbücher nicht vor Augen haben und nicht mitsingen können, dauert ihnen die Mette allzulange, während dem Kartäuser, der mit dem Gesang und dem Verständnis der heiligen Worte fortwährend beschäftigt ist, die Zeit gar schnell vergeht. Die Psalmverse werden von den beiden Chorseiten abwechslungsweise gesungen, und während der Psalmen wird auch im Stehen oder Sitzen von den beiden Chorseiten abgewechselt.

Die Gesangbücher sind sehr große "Antiphonarien", beleuchtet von großen Laternen, die in der "großen Kartause" auf Brettchen, die man unter dem Pult herausziehen kann, gestellt werden. In den übrigen Klöstern sind oben am Chorstuhl Lampen angebracht, die die "Antiphonarien" mittels blecherner Lichtschirme von oben herab beleuchten. Bei den Lektionen, die von wechselnden Lektoren in der Mitte des Chores gesungen werden, herrscht beinahe volle Dunkelheit, indem nur das große Chorpult durch eine Handlaterne beleuchtet wird.

Nach dem Totenoffizium, das nach jeder Ferialmette gesungen wird, wird eine kurze Pause zur inneren Sammlung eingehalten und darauf mit der Glocke das Zeichen zu den "Laudes" gegeben.

Am Ende des gesamten nächtlichen Chordienstes zünden zwei Novizen die kleinen Handlaternen der Mönche an, die sofort in ihre Zellen zurückkehren, dort noch einige besondere Ordensgebete in ihren Oratorien verrichten und sich zur Ruhe begeben.

Um 6 Uhr morgens läutet es zur Prim und zu anderen religiösen Übungen und um 7 Uhr ist die Konventmesse, der alle Mönche beiwohnen.

Der Kartäusermessritus, der aus dem 11. Jahrhundert stammt, unterscheidet sich in ziemlich bemerkbarer Weise vom römischen Ritus. Im Kanon jedoch findet nur der Unterschied statt, dass der Priester die Arme in Kreuzform möglichst weit ausbreitet und nach der Wandlung statt der Kniebeuge sich nur tief verneigt.

Bei der Konventmesse dient täglich (an Ferialtagen wie an den höchsten Festtagen) ein Diakon; wenn aber alle Mönche des Klosters bereits die Priesterweihe erhalten haben, so versehen sie der Reihe nach diesen Dienst, ein jeder eine Woche lang. Subdiakon gibt es keinen am Altar, die Epistel wird vom P. Procurator am Pult in der Mitte des Chores gesungen.

Die kirchliche Dienstkleidung des Diakons ist ein großer weißer Mantel mit Ärmeln und Kapuze, Cuculla genannt, die auch der Zelebrant unter der Albe und dem Messkleid trägt.

Zur Wandlung und Kommunion werfen sich die Mönche im Chor auf den Boden nieder und zum Agnus Dei geben sie sich den Friedenskuss. Die Danksagung nach der hl. Messe verrichtet der Priester prosterniert, d.h. auf den Boden hingestreckt.

Die Kartäuser dürfen keine Orgel oder Harmonium haben. Nur ein höchst einfacher Choralgesang ist ihnen gestattet, der aber durch seinen erhabenen Ernst einen tiefen Eindruck macht.

Nach der Konventmesse läutet es zur Terz und zu den Stillmessen auf den Altären in der Kirche und in den zahlreichen Kapellen des Klosters, worauf der Kartäuser in seine Zelle zurückkehrt und nach halbstündiger Betrachtung und ebenso langer Arbeit in der Werkstätte oder im Gärtchen seine erste Mahlzeit hält. Unmittelbar vor ihr wird die Sext und 1 Stunde nach ihr die Non gebetet.

Eine Viertelstunde vor 3 Uhr gehen die Mönche wieder zur Kirche, um die Vesper zu singen. Beim Eintritt in die Kirche läutet jeder ein wenig, indem er das Glockenseil sofort dem Nachfolgenden überreicht, so dass ununterbrochen geläutet wird bis alle gekommen sind.

Nach der Vesper ist Studierzeit und dann das Abendessen, wenn kein Fasttag ist. Endlich schließt der Kartäuser sein Tagewerk mit der Komplet und dem Abendgebet und begibt sich an den Vorabenden von Sonn- und Festtagen gegen 6 Uhr, an den übrigen Tagen gegen 7 Uhr zur Ruhe.

Die Fronleichnamsprozession halten die Kartäuser im großen Kreuzgang des Klosters und zwar in folgender Ordnung: Voraus geht der Diakon mit dem Kreuz, begleitet von zwei Leuchterträgern. Dann folgen die Mönche in zwei Reihen, voran die Novizen mit ihren schwarzen Mänteln; in der Mitte trägt der Prior mit Albe, Messkleid und Velum angetan, das allerheiligste Sakrament, umgeben von 4 Fackelträgern und fortwährend beräuchert von zwei Rauchfassträgern; zuletzt folgen die Brüder gleichfalls in zwei Reihen. Alle tragen brennende Kerzen.

 

Der Prior segnet den Professen
Der Prior segnet den Professen

 

Jedes Kartäuserkloster bildet eine kleine vom Generalobern und vom Generalkapitel abhängige Genossenschaft, deren Oberhaupt der Prior ist. Der Prior der "Großen Kartause" ist zugleich Generaloberer des Ordens und führt den Titel: Reverendus Pater; die übrigen Prioren werden "Ehrwürden" genannt, wie auch alle Mitglieder des Ordens. Die Priorswahl geschieht in der Großen Kartause sowie auch in anderen Klöstern auf folgende Weise. Wählende sind nur die Mönche, die in dem betreffenden Kloster die feierlichen Gelübde abgelegt haben. Sie bereiten sich zur Wahl durch dreitägiges Fasten vor. Der Pater Vikar, der in der vorbereitenden Wahlversammlung im Kapitelsaal den Vorsitz führt, stellt an die Kommunität die Frage, ob sie zur Wahl schreiten oder sie der Entscheidung des Generalobern überlassen wolle. Hat man sich für die Wahl entschieden, so muss sie innerhalb 40 Tagen nach dem Tod oder der Absetzung des vorigen Priors stattfinden. Hierzu versammelt man sich unter dem Vorsitz von zwei auswärtigen Prioren, die nicht wählen, sondern nur die Wahl überwachen. Jeder Wählende schreibt seinen Wahlzettel in einer Ecke des Saales auf den Knien, ohne ihn zu unterzeichnen, faltet und siegelt ihn und legt ihn mit der rechten Hand in die Wahlurne, indem er mit der linken Hand den Ärmel etwas zurückzieht. Die Vorsitzenden zählen die Wahlzettel, öffnen sie und schreiben das Wahlresultat auf und verkünden es mit diesen Worten: "Wr haben einen Prior, den ehrw. Pater Dom N... Professe der Kartause X... welcher gegenwärtig das oder das Amt versieht." Schließlich wird die Wahl von den beiden Prioren bestätigt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und die Wähler antworten: Amen.

 

Die Einsiedelei eines Paters oder Chormönches - 1. Der Eingang - 2. Die Werkstätte
Die Einsiedelei eines Paters oder Chormönches - 1. Der Eingang - 2. Die Werkstätte

 

Weder die Prioren noch auch der Generalobere tragen äußerlich irgend ein unterscheidendes Kennzeichen. In der Kirche jedoch nehmen sie den ersten Chorstuhl ein auf der rechten Seite, und in den Häusern, deren Obere sie sind, wird ihnen zur Begrüßung von den Untergebenen das Band des Skapuliers geküsst. Der Prior leitet die Kommunität wie im Geistlichen, so auch im Zeitlichen und führt den Vorsitz im Kapitel. Er ermahnt die Fehlenden und legt die in der Regel bestimmten Strafen auf. Er vermittelt den notwendigen Verkehr mit der Außenwelt und spendet das Almosen des Klosters. Zur Unterstützung in seinem Amt bedient er sich einer gewissen Anzahl von Gehilfen oder Officialen, die er selbst wählt. Diese sind:

Der Pater Vikar, der die Stelle des Priors im Fall von Abwesenheit oder Krankheit vertrit.

Der Pater Prokurator, der die Brüder und Dienstboten beaufsichtigt und die Ökonomie des Klosters verwaltet. Er hat zuweilen noch einen Unterprokurator zur Seite, und beide sowie auch der Prior wohnen wegen des Verkehrs mit der Welt außerhalb des streng abgeschlossenen Klosterraumes im sogenannten Kreuzgang.

Der Pater Sakristan, der die Kirche und Sakristei besorgt.

Der Pater Antiquior oder älteste Pater, der den Pater Vikar in seinen Funktionen im Fall der Abwesenheit oder Krankheit ersetzt.

Schließlich der Pater Scriba, d.i. Sekretär des Generalobern in der Großen Kartause.

Die Konstitution des Ordens basiert also auf dem allgemeinen Wahlrecht, auf der Erwählung der Oberen durch freie Abstimmung und auf der Zulassung zu den Ämtern ohne Bevorzugung der Geburt oder des Vermögens, nur mit Rücksicht auf Verdienst, Wissenschaft und Tugend.

Die Wahl legt die Macht in die Hände des Würdigsten und die Regel setzt einer willkürlichen Herrschaft Schranken. Es ist eine republikanische Verfassung von der reinsten und freiesten Form. Sie ist jedoch nicht modern, sondern stammt aus dem Mittelalter, und alle Kartäuser der verschiedensten Nationen wurden durch sie regiert und gehorchten genau und pünktlich allen Satzungen des Ordens.

Alljährlich einmal versammeln sich die Prioren der verschiedenen Klöster in der Großen Kartause zur Abhaltung eines Generalkapitels.

Dieses ernennt 8 Mitglieder zu Definitoren, denen es zukommt unter dem Vorsitz des Rev. P. General über die Angelegenheiten des Ordens zu beraten, eingeschlichene Missbräuche abzustellen und besondere Punkte der Regel zur genaueren Beobachtung einzuschärfen. Dieser Ausschussrat, Definitorium genannt, schlägt die gewünschten Verbesserungen und Reformen vor, stellt die Konstitutionen, Ordinationen und nötigen Vorschriften auf, bestätigt oder setzt die Prioren ab, ordnet die zeitlichen Angelegenheiten der einzelnen Klöster und richtet als letzte Instanz ohne weitere Berufung. Die aufgestellten Ordinationen erlangen, obgleich sie sofort nach ihrer Bekanntmachung beobachtet werden, jedoch erst dann dauernde Gesetzeskraft, wenn sie vom Generalkapitel des folgenden Jahres aufs Neue bestätigt werden, d.i. von 8 anderen Definitoren als die des vorhergehenden Jahres, denn kein Definitor kann zwei Jahre nach einander gewählt werden.

 

3. Der Garten - 4. Die Vorkammer - 5. Die Zelle und das Oratorium
3. Der Garten - 4. Die Vorkammer - 5. Die Zelle und das Oratorium

 

Was die Nahrung betrifft, so ist bekannt, dass Fleischspeisen den Kartäusern durch ihre Regel ganz und gar verboten sind, selbst im Fall von schwerer Krankheit. Nur Brot, Eier, Milch, Fische, Gemüse, Käse und Früchte dienen zur Speise. Als Getränke gebraucht man Wein, Apfelwein oder Bier.

An Fasttagen gibt es nur Mittags eine Mahlzeit, abends ist eine kleine Collation, die aus ein wenig Brot und Wein besteht, gestattet.

Alle Freitage fasten die Mönche bei Wasser und Brot, und es wird hiervon keine allgemeine Dispens erteilt, sondern diejenigen, die diese Fasten wegen Alter, Krankheit oder aus einer anderen rechtmäßigen Ursache nicht halten können, müssen jedes Mal sich wieder eigens vom Prior dispensieren lassen.

Da die Mönche ihr Mahl gewöhnlich in der Zelle zu sich nehmen, so bringt ein Bruder kurz vor der Essenszeit die Speisen zu den einzelnen Zellen auf einem Wägelchen und stellt sie, ohne ein Wort zu sprechen, in den Schalter neben der Zellentür.

Da holt sich der Mönch sein Mahl und dahin stellt er wieder das leere Geschirr, das vom Bruder abgeholt und zur Küche zurückgebracht wird.

Die Laienbrüder aber müssen sich ihr Mahl in einem Tragkasten selbst von der Küche holen.

Nur an Sonn- und Festtagen versammelt sich die Kommunität im Refektorium sowohl zum Mittagsmahl als auch zum Abendessen, das aus Gemüse und Früchten besteht.

Am Tisch im Hintergrund des Refektoriums sitzt allein der Prior, die Mönche sitzen an langen Tischen zu beiden Seiten nach der Reihenvolge ihres Ordensalters.

Das Tischzeug ist höchst einfach; Löffel und Gabel sind von Holz; das Trinkglas ersetzt eine Tasse mit zwei Henkeln und zwei irdene Krüglein enthalten Wasser und Wein. Fastensuppe, Eier, Fische, Gemüse, Käse und Früchte bilden das gewöhnliche Mahl, das von zwei Brüdern auf einer langen Tragbahre mit zwei Fächern aufgetragen wird. Während der ganzen Mahlzeit herrscht Stillschweigen und ein Lektor liest auf einer an der Mauer angebrachten Kanzel im Lektionston Abschnitte aus der Heiligen Schrift oder den heiligen Vätern vor.

Nach dem gemeinschaftlichen Abendessen an Sonntagen erhalten die Mönche an der Pforte des Refektoriums das Brot für die folgende Woche aus den Händen des Lektors als Almosen zum Trost der armen Seelen im Fegfeuer, weshalb er zu einem jeden sagt: Requiescant in pace, und jeder mit Amen antwortet.

In mehreren Klöstern werden nach jedem Mittagsmahl die Armen ausgespeist, indem auf einem Wägelchen große Kessel voll der kräftigsten Nahrungsmittel wie Suppe, Eier, Fische. Gemüse wird an die Klosterpforte gebracht und vom Pförtner an die Bedürftigen, die sich einfinden, verteilt. An sie wird auch täglich Brot ausgeteilt. Von der großen Kartause werden allwöchentlich gegen 700 Kilo Brot an die Armen der umliegenden Gemeinden geschenkt. Die Wohltätigkeit der Kartäuser ist übrigens allgemein bekannt und die Leute in der Nähe eines solchen Klosters wissen die unerschöpfliche Güte dieser Mönche nicht genug zu loben, die fern vom Geräusch der Welt nur für Gott und die Ewigkeit leben.

 

Die Mönche geben der Reihe nach mit der Glocke das Zeichen zum Offizium
Die Mönche geben der Reihe nach mit der Glocke das Zeichen zum Offizium
Das Nachtoffizium (die Mette)
Das Nachtoffizium (die Mette)

 

Es wurde schon gesagt, dass die Chormönche den Kopf ganz rasiert haben bis auf einen schmalen Kranz, Corona genannt. Sie tragen keinen Bart, werden jedoch den Statuten gemäß nur alle 14 Tage rasiert. Das geschieht in einem eigenen Rasierlokal durch die Brüder, die zugleich Gesicht und Kopf rasieren und die Corona gehörig zuschneiden. Es ist klar, dass die Kopfrasur wegen der größeren Empfindlichkeit der Kopfhaut einen gewissen Schmerz verursacht.

 

Die Fronleichnamsprozession
Die Fronleichnamsprozession
Die Priorswahl
Die Priorswahl

 

Bei den vielen Strengheiten und Abtötungen, denen die Kartäuser unterworfen sind, erlaubt die Regel gewisse Erleichterungen in Bezug auf das Stillschweigen und die Zurückgezogenheit.

An Sonntagen und gewissen Festtagen dürfen die Mönche in der Zeit von der Non bis zur Vesper sich gemeinschaftlich miteinander unterhalten und in jeder Woche einmal ist ein gemeinschaftlicher Spaziergang gestattet.

Dieser Spaziergang ist erfahrungsmässig von sehr großem Nutzen zur leiblichen und geistigen Erholung, so dass keiner sich ihm entziehen darf ohne besondere Erlaubnis des Priors. Gewöhnlich ist der Spaziergang am ersten freien Tag der Woche, wenn die Witterung es zulässt. Er dauert ungefähr 3 1/2 Stunden und wird vom P. Vikar geleitet. Während des Spazierganges darf kein Haus betreten oder irgend eine Erquickung genommen werden.

Für die Unterhaltung während dieser Erholungszeit sind religiöse Gespräche vorgeschrieben; Gespräche über Politik und weltliche Ereignisse aber sind streng untersagt.

Außer diesen Erholungszeiten darf der Kartäuser seine Lippen nur öffnen, um zu beten, um mit seinen Oberen zu sprechen und seinen Mitbrüdern durchaus Notwendiges mit leiser Stimme zu sagen.

Diese Strenge des Stillschweigens macht die Kartause, obwohl sie ein Konvent ist, zur Einsiedelei und den Kartäuser zum Einsiedler, obgleich er in Gemeinschaft mit anderen lebt.

 

Ein Novize küsst das Skapulier des Priors
Ein Novize küsst das Skapulier des Priors

 

Die Laienbrüder in der Kartause sind die sogenannten Donatbrüder und die Conversbrüder.

Die Donatbrüder schenken sich dem Kloster durch ein gewissenhaftes Versprechen, das sie vor den Brüdern vorlesen und in die Hände des Priors niederlegen. Sie tragen noch ihre weltliche Kleidung während des Jahres ihres Postulates und werden dann ins Noviziat durch den Prior zugelassen, der allein hierüber entscheidet und in seiner Zelle den Aufnahmshabit überreicht, das Skapulier. Die Kleidung des Donatnovizen besteht aus einem braunen Habit mit schwarzledernem Gürtel und einem Schulterkleid von derselben Farbe, das nur bis zum Gürtel herabreicht und dessen Enden abgerundet sind. Wenn der Novize sich in die Kirche, in den Kapitelsaal und in das Refektorium begibt, trägt er auch noch einen braunen Mantel während der ganzen Zeit seines Noviziates. Die Abstimmung der Chormönche entscheidet durch Stimmenmehrheit über die Zulassung des Donatnovizen zur wirklichen Donation. Er erhält dann im Kapitelsaal aus den Händen des Priors in Gegenwart der versammelten Brüder das weiße Ordenskleid.

Dieses wird jedoch von den Donatbrüdern nur an Sonn- und Festtagen getragen, an Werktagen gebrauchen sie stets die oben beschriebene braune Kleidung. Diese Brüder haben den Kopf nicht rasiert, sondern die Haare nur kurz zugeschnitten, den Bart aber rasiert. Sie beschäftigen sich mit Handarbeit ebenso wie die Conversbrüder, und diejenigen, die kein besonderes Handwerk verstehen, müssen sich an jedem Morgen ihre Arbeit während des Tages vom Prokurator anweisen lassen.

Nach Verlauf von 5 Jahren können die Donatbrüder durch günstige Abstimmung zum Noviziat der Conversbrüder zugelassen werden. Dieses Noviziat dauert ein Jahr.

Nach diesem Jahr legen sie zuerst die einfachen und 3 Jahre später die feierlichen Gelübde ab, wenn sie aufs Neue die Stimmenmehrheit der Chorprofessen erlangt haben. Die feierlichen Gelübde werden in der Kirche während der Konventmesse abgelegt nach derselben Formel wie die einfachen.

Sonach werden die Brüder erst nach einer Prüfungszeit von 11 Jahren durch feierliche Gelübde für immer an den Orden gebunden und haben also Zeit genug, um sich hierzu mit aller Freiheit und mit reiflicher Überlegung zu entschließen.

 

Der Küchenbruder stellt das Mittagessen in den Schalter einer Mönchszelle
Der Küchenbruder stellt das Mittagessen in den Schalter einer Mönchszelle
Der Mönch nimmt sein Mahl aus dem Schalter in Empfang
Der Mönch nimmt sein Mahl aus dem Schalter in Empfang

 

Die Conversbrüder haben dieselbe Kleidung wie die Chormönche, nur ist das Skapulier etwas kürzer, hat keine Verbindungsbänder und ist an den Enden abgerundet, was bei den Mönchen nicht der Fall ist. Sie haben den Kopf gänzlich rasiert ohne Corona und tragen ihren Bart mit Ausnahme des Schnurrbartes. Bei nötigen Ausgängen aus dem Kloster tragen sie nicht wie die Chormönche einen schwarzen sondern einen braunen Mantel.

Die Brüder stehen nachts zur Mette auf, hören täglich eine heilige Messe und nehmen sich mitten in ihren vielen Arbeiten Zeit zur Betrachtung und zur Verrichtung ihres täglichen Pflichtgebetes. Ein jeder hat seine Zelle, aber nur ein Zimmer und zwar außerhalb des Kreuzganges. Alle Sonn- und Festtage hält ein Pater an alle versammelten Brüder einen religiösen Vortrag in der Familien-Kapelle, so genannt, weil die Brüder mit den Hausbediensteten gleichsam eine Familie bilden. Der gesungenen Messe und Vesper aber wohnen sie an diesen Tagen in der Kirche bei und bringen dann den größten Teil des Tages mit Stillschweigen und innerlicher Sammlung in ihren Zellen zu.

Wie die Chormönche so essen auch die Brüder allein in ihren Zellen, ausgenommen an Sonn- und Festtagen, an denen sie sich in einem eigenen Refektorium zum gemeinschaftlichen Mahl versammeln und der Tischlesung in ihrer Muttersprache zuhören.

Die Brüder können niemals Chormönche werden, sondern bleiben ihr Leben lang in dem Stand, wozu sie berufen worden sind.

Bekanntlich betreiben die Kartäuser zu ihrem Lebensunterhalt auch Ackerbau und Viehzucht. Die diesbezügliche Szene ist von der Großen Kartause aufgenommen. Es ist die Zeit der Heuernte. Hierzu werden auch viele Weltleute zu Hilfe genommen, die vereint mit den Brüdern in bewunderungswürdiger Zucht und Ordnung das Heu einernten. Um es einzufahren, bedient man sich statt der Heuwagen einer Art von Schleifschlitten, woran zwei Ochsen und zwei Maultiere gespannt werden, um die Heuladung talab und in die Scheune zu bringen.

Wenn nun mitten in der eifrigsten Arbeit zum englischen Gruß geläutet wird, so hält jeder Arbeiter plötzlich ein, zieht den Hut ab, neigt den Kopf und betet still - während die Brüder sich auf die Knie werfen und der hohle Schall der Klosterglocke sich im fern nachhallenden Echo der Berge verliert.

 

Die Mönche empfangen das Almosenbrot
Die Mönche empfangen das Almosenbrot
Das Sonntagsmahl in Gemeinschaft
Das Sonntagsmahl in Gemeinschaft

 

Für die besonderen Bedürfnisse des Alters und der Krankheiten kann der Prior dem einen mehr Schlaf, dem anderen mehr Nahrung zugestehen, wie er es für zuträglich hält. Außerdem schreibt ihm die Regel vor, darüber zu wachen, dass den Kranken die größte Sorgfalt zugewendet werde. Zu diesem Zweck hat ein jedes Kloster eine Infirmerie, das ist eigene Zimmer für die Kranken. Die Mönche werden in ihren Zellen gepflegt, die Brüder in der Infirmerie.

Der kranke Ordensmann ist in jeder Hinsicht Gegenstand der liebevollsten Sorge und der aufmerksamsten Pflege. Er erhält eine mehr ausgewählte Nahrung, jedoch stets mit gänzlicher Enthaltung von Fleischspeisen.

Ist der Kartäuser auf dem Punkt, die letzten Bande zu brechen, die ihn an den Körper fesseln, so fasst er alle seine Kräfte zusammen, um diese Erde als würdiger Sohn des hl. Bruno zu verlassen. In Gegenwart der ganzen Kommunität empfängt er die hl. Sterbesakramente und der Reihe nach geben ihm alle Mitbrüder tiefgerührt den Friedenskuss.

Schon dem Tod nahe, vereinigt er sich noch mit den Gesängen und Gebeten der Brüder, die ihn umgeben.

Todesblässe verbreitet sich über sein Angesicht, aber seine Züge scheinen verklärt von einem Wiederstrahl der himmlischen Herrlichkeit, seine Augen werfen ihren letzten Blick nach oben, er spricht leise sein letztes Gebet und stirbt . . .

Hat der Kartäuser den letzten Seufzer ausgestoßen und wird bereits sein Grab im Friedhof des Klosters geöffnet, dann waschen die Brüder ehrfurchtsvoll den Leichnam des Verstorbenen, bedecken ihn mit seinem Habit und seinem Skapulier, ziehen die Kapuze über seinen Kopf und nähen deren Öffnung zu. Nach der Aussegnung der Leiche durch den Prior in Gegenwart der ganzen Kommunität tragen sie sie auf einem einfachen Brett in die Kirche, legen sie auf eine Tragbahre nieder und bedecken sie mit einem schwarzen Totentuch geziert durch ein großes weißes Kreuz.

Abwechslungsweise wachen je zwei der Mönche bei der Leiche des Verstorbenen.

Am folgenden Tag hält der Prior das feierliche Totenamt begleitet von den ernsten und feierlichen Gesängen der Kommunität.

Zur Absolution stellen sich die Mönche außerhalb der Chorstühle in zwei Reihen auf. Ein Novize in schwarzem Mantel stellt sich mit dem Kapitelkreuz zu Häupten der Leiche den Rücken zum Chorpult gewendet. Zu Füßen des Toten, den Rücken zum Altar gekehrt, steht ein Bruder mit einer großen Kerze. Der zelebrierende Prior, mit der großen kirchlichen Kulle und der schwarzen Stole bekleidet, nähert sich der Leiche auf der rechten Seite und hat neben sich einen Bruder mit dem Weihwassergefäß und hinter sich den Prokurator mit dem Rauchfass.

Nach der Absolution erheben 4 Brüder die Totenbahre und es beginnt der Leichenzug zum Friedhof.

Die Ordnung des Leichenzuges ist folgende: Voraus geht der Novize mit dem Kreuz, ihm folgt der Kerzenträger und der Bruder mit dem Weihwasser, hierauf der Prokurator mit dem Rauchfass und der zelebrierende Prior, dann die Chormönche in die Kapuze gehüllt, hinter diesen tragen 4 Brüder mit unbedeckten Häuptern die Leiche, zuletzt folgen die Laienbrüder.

So bewegt sich der Leichenzug unter dem traurigen Schall der Totenglocke langsam dem Friedhof zu. Da wird die Leiche nur von den Ordenskleidern umhüllt ins Grab gesenkt, während die Mönche Psalmen singen. Auf das Grab kommt nur ein ganz einfaches schwarzes Kreuz von Holz ohne Aufschrift.

Nur der Friedhof der großen Kartause ist mit einigen größeren Kreuzen aus Stein geziert, die die Namen der Kartäuser-Generalprioren als Aufschrift haben.

 

Die Rasur
Die Rasur
Tägliche Ausspeisung der Armen an der Klosterpforte
Tägliche Ausspeisung der Armen an der Klosterpforte
Wöchentlicher gemeinschaftlicher Spaziergang der Mönche
Wöchentlicher gemeinschaftlicher Spaziergang der Mönche
Die Heuernte in der großen Kartause - Es läutet zum Englischen Gruß
Die Heuernte in der großen Kartause - Es läutet zum Englischen Gruß
Begräbnisfeierlichkeit in der Kirche
Begräbnisfeierlichkeit in der Kirche
Der Leichenzug zum Friedhof
Der Leichenzug zum Friedhof
Das Begräbnis
Das Begräbnis