Kampf der Hölle gegen die Kirche

 

Wie viele Kämpfe hatten heilige Frauen und Männer um Christi willen zu ertragen, wie viele Leiden und Verfolgungen von den Heiden zu erdulden. Aber sie konnten sagen: „Der Diener ist nicht mehr, als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.“ Das Reich der Finsternis hat zu allen Zeiten das Licht der Wahrheit zu verdrängen gesucht und führt noch fortwährend einen unversöhnlichen Krieg mit der Kirche. Dieser Kampf der Hölle gegen die Kirche ist ein langwieriger, ein furchtbarer und ohnmächtiger Kampf.

 

1. Der Kampf der Hölle gegen die Kirche ist ein langwieriger Kampf, denn er begann mit dem Sündenfall unserer Stammeltern und wird sich fortsetzen bis zum Ende der Zeiten. Mit glühendem Hass verfolgte die Hölle in ihren Werkzeugen die junge Kirche und suchte sie im Blut zu ersticken. Drei Jahrhunderte lang flossen Ströme von Christenblut. Auch in den folgenden Jahrhunderten ruhte der Kampf nicht. Ging auch zuweilen die Friedenssonne über dem Haus des Herrn auf, so brach der Sturm bald umso wütender los. In unseren Tagen haben wir mitten im Feuer der Drangsale gestanden, und das Andenken an diese Bedrängnisse wird nicht so bald in uns ersterben. Auch in den kommenden Tagen wird der Kampf fortdauern, bis der Antichrist aus dem Abgrund steigt, um den letzten entscheidenden Krieg zu führen. Dann, wenn die Kirche ihre Mission auf Erden erfüllt hat und in die Herrlichkeit der Himmel eingeht, gekrönt mit unsterblichem Lorbeer, wird der Teufel mit seinen Legionen in den ewigen Feuerpfuhl verschlossen, die Gerechten aber werden frohlocken in ewigen Freuden.

 

2. Der Kampf der Hölle gegen die Kirche ist ein furchtbarer, denn er wird geführt mit allen Waffen. Die Hölle und ihre Helfershelfer überschütten die Braut Christi mit Hohn, machen ihre Einrichtungen, ihre Gnadenmittel, ihre Priester lächerlich. Denkt nur daran, welches Gift aus der Flut von kirchenfeindlichen Büchern, Zeitschriften, Filmen und Fernsehsendungen weht! Geleugnet wird das Evangelium, ihre göttliche Einsetzung, ihre segensreiche Wirksamkeit. Nichts ist so schändlich, was nicht der Kirche ins Angesicht geschleudert wird. Wie haben die Irrlehrer die Lehre und Einrichtung der Kirche bekämpft! Kaum ein Jahrhundert ist verflossen, wo nicht neue Irrlehren auftauchten und die Kirche bis aufs Blut befehdeten. Selbst in neuerer Zeit floss das Märtyrerblut von zahllosen Christen in Anam und Siam, heute wieder in Syrien, im Irak, im Iran und in afrikanischen Ländern. Und mit welchem Ingrimm kämpft die Hölle! Menschen konnten unmöglich solche grausame Martern erfinden, wie sie gegen die Christen angewendet wurden und werden. Und gibt es nicht auch heute bei uns Menschen, die mit teuflischem Hass gegen die Kirche eifern?

 

3. Der Kampf der Hölle gegen die Kirche dauert lange und entbrennt heftig, dennoch ist er ohnmächtig. Fallen auch zur Zeit der Verfolgungen und Irrlehren manche von Christus ab, so endet doch der Kampf siegreich, denn der allmächtige und allgetreue Gott hat versichert: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ „Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Wie oft frohlockte die Hölle: „Es ist aus mit der Kirche!“ Wie oft war sie aufs äußerste bedrängt, aber jedes Mal mussten ihre Feinde beschämt zurückweichen. Glorreich ist der Kampf der Kirche, denn gerade in den Kämpfen und Leiden bewähren sich die Tugenden ihrer Kinder, blühen die schönsten Marterkränze, erprobt sich am schönsten die Treue. Die Verfolgung der Kirche und ihrer Diener führt nur zur weiteren Verbreitung der Wahrheit.

 

Nehmen wir darum keinen Anstoß, wenn wir die Kirche auch in unserer Zeit vielfach verfolgt und bestürmt sehen, denn der göttliche Heiland hat es vorausgesagt. Warten wir ruhig den Ausgang ab und wir werden sehen, dass die Wahrheit und das Recht endlich siegen. Beten wir recht oft und viel und eindringlich, dass Gott die Tage der Prüfung seiner Braut abkürzen möge. Zeigen wir uns alle als wackere Töchter und Söhne der Kirche, streiten wir für sie mit Wort und Tat, fördern wir ihre Ehre nach Kräften, so werden auch wir einst am Triumphzug der Kirche teilnehmen. Amen.