I H S

 

Die drei bekannten Schriftzeichen I H S sind noch oft in unseren Kirchen, auf Friedhöfen oder auf frommen Bildern in unseren Wohnungen zu sehen. Manchmal ist über dem H noch ein Kreuz und unter ihm das heiligste Herz Jesu mit der Dornenkrone. Es sollte auch über unserem ganzen Leben, auf der „Tür unseres Herzens“ stehen. Dieses Namen-Jesus-Zeichen stammt übrigens vom heiligen Bernhardin von Siena, der die Andacht zum Namen Jesus mächtig gefördert hat. Oft wird die Abkürzung I H S mit „Jesus, Heiland, Seligmacher“ gedeutet. Aber man kann diese Schriftzeichen auf verschiedene Weise deuten. Jede Erklärung ist schön und hat einen guten Sinn:

 

Die erste Bedeutung ist: „In Hoc Signo, in diesem Zeichen“. Zu ergänzen ist: „wirst du siegen.“ Mit diesem Zeichen ist eben Jesus selbst gemeint und natürlich das heilige Kreuz, das Zeichen unserer Erlösung und das Zeichen der großen Liebe Gottes zu uns Menschen und zur ganzen Schöpfung.

 

Die zweite Bedeutung der drei Buchstaben ist die: „Iesum Habemus Socium, wir haben Jesus zum Verbündeten“. Das ist nicht nur tröstlich, das ist wunderbar! Denn wer Jesus an seiner Seite hat, der hat einen guten, mächtigen und zuverlässigen Freund bei sich. Er braucht sich auf dem Weg durch sein Leben nicht mehr zu fürchten. Möge dieses Wort an uns allen wahr werden und Jesus mit dem Segen seines Kreuzes und mit der Liebe seines Herzens uns auf Schritt und Tritt begleiten. Jesus soll unser Weg sein, dem wir sicher und ohne Ängstlichkeit folgen können, er soll die Wahrheit sein, die uns erleuchtet und allen Irrtum vertreibt, und er soll unser Leben sein, von dem Lust und Kraft zu allem Guten kommt. Aber auch wir sollten Jesus treu begleiten, wo immer er uns hinführt. Jeder Tag soll uns enger mit ihm verbinden und alles, was wir in diesem Jahr denken, tun und ertragen, soll zu seiner Ehre geschehen.

 

Die dritte Bedeutung der Buchstaben I H S heißt: „Iesus Hominum Salvator, Jesus, Erlöser der Menschen“ und die vierte: „In Hoc Salus, hierin (d.h. im Kreuz oder im Herzen Jesu) ist Heil“. Diese beiden Erklärungen sagen so ziemlich dasselbe, denn Jesus hat die Welt erlöst durch sein Kreuz und durch das Blut seines Herzens.

 

Keine Kirche, kein Bischof und kein Priester, ja niemand kann uns versprechen, dass wir ohne Kreuz und ohne Leid sein werden. Aber wir können dem Herrn in Freude und auch Leiden mutig nachgehen und den Trost dort suchen, wo er allein zu finden ist: bei unserem Herrn Jesus Christus, an seinem liebevollen Herzen! Die Jahre vergehen, eins nach dem anderen, so wie die Wellen im Meer, aber unveränderlich wie ein Fels mitten in den Wellen bleibt die Treue und die Liebe unseres „Verbündeten“, unseres Herrn Jesus Christus.