Gott allein

 

Das Sinnen und Trachten der Heiligen war einzig auf Gott gerichtet. Ihm hingen sie an in lebendigem Glauben, in heiliger Hoffnung, in flammender Liebe. Ihm weihten sie ihren erleuchteten Geist, ihr glühendes Herz, ihre himmelwärts gerichteten Handlungen. Erwecken wir ähnliche Vorsätze!

 

1. Gott allein in meinem Geist. Ihm habe ich alle Kräfte und Anlagen meines Geistes zu verdanken, auf ihn sollen sie auch zurückgehen. Sehr oft lenken die beruflichen Aufgaben, die Vergnügungen und Zerstreuungen die Gedanken von Gott ab, aber da will ich bald das Andenken an meinen liebevollsten Herrn in mir erneuern, will ihn zurückrufen, wenn er mir entschwunden ist, will mich mit den Heiligen vereinigen, die ihn im Himmel unaufhörlich anschauen und anbeten. Dann werde ich schon in diesem Leben einen Vorgeschmack erhalten von dem Glück, dessen sich die Verklärten im Himmel erfreuen.

 

2. Gott allein in meinem Herzen. Alles Übrige verwirrt es nur. Oder wäre mein Herz zu groß für dich? Vermagst du es nicht ganz auszufüllen? Außer dir gibt es nur Unruhe und Bitterkeit, in dir dagegen lauter Friede und Freude. Deshalb übergebe ich dir, mein Gott, mein ganzes Herz. Du allein sollst darin wohnen. Wie glücklich werde ich dann sein, wenn du die Herrschaft deiner Gnade und Liebe darin aufgeschlagen hast. Du in mir und ich in dir. Könnte ich eine unverzeihlichere Dummheit begehen, als wenn ich dir mein Herz versage? Wie oft war ich so ein Dummkopf! Aber von nun an sollst du, mein Herr, mein ganzes Herz auf ewig besitzen.

 

3. Gott allein in allen meinen Handlungen. Sollte ich das Verdienst meiner Werke verlieren wollen, indem ich sie nur aus irdischen Beweggründen vollführe? Ach, wie muss ich beklagen, dass ich so viele Gnaden verloren, so viele Zeit unnütz vergeudet, so wenig für die Ewigkeit getan habe! „Gott allein“ soll fortan mein Wahlspruch sein! Gott in meinem Geist, um ihn aufzuklären. Gott in meinem Herzen, um es zu besitzen. Gott in meinen Handlungen, um sie zu heiligen. „Mein Gott und mein alles!“