Fastenzeit

 

In den Großstädten wird viel über Religion geredet. Das Thema ist interessant, aber das reicht nicht! Es reicht nicht, in die Vorträge berühmter Redner zu gehen. An die Schwelle der Fastenzeit stellt die Kirche die überragende Epistel aus dem zweiten Korintherbrief: „Wir ermahnen euch, dass ihr nicht vergeblich getauft seid.“ Es gilt praktisches Christentum. Dazu soll die Fastenzeit Besinnung schaffen. Ist das nicht unerhört, dass die katholische Kirche auch in Großstädten den Mut hat, mit breiten Armen die Fluten des Geschäfts, die Not des Kleinkrams, der Oberflächlichkeit, aufzureißen und ihr Aschermittwochwort in die Welt zu rufen! Ihr Missionskreuz aufzurichten, darauf geschrieben steht: „Rette deine Seele!“ Des Katholiken charakteristisches Zeichen soll sein, dass er die Religion lebt. Nicht, dass er von ihr redet.

Carl Sonnenschein