Die Beichte

 

Ach die leidige Beichte! Ist sie vergessen? Ist sie nicht mehr zeitgemäß? In manchen Kirchen erahnt man sie noch. Die Beichtstühle atmen noch etwas von dem einst selig- und glücklichmachenden Sakrament.

Schon der Heide Plato sagte: "Hat jemand ein Unrecht begangen, so muss er das Unrecht aufgeben, sich anklagen und die Missetat nicht verheimlichen. Man muss auftreten als der erste Ankläger seiner selbst."

 

Aber im 21. Jahrhundert gibt es doch keine persönlichen Sünden, keine eigene Schuld mehr, sagt man, denkt man, meint man. Es ist auch einfacher. Die Umstände, die Erziehung, andere Menschen, der Zufall war schuld. Ich doch nicht!

Luther schreibt nach seinem Abfall von der Kirche: "Die heimliche Beicht gefällt mir auf alle Weise und ist nicht allein nützlich, sondern auch notwendig... O wüßten wir, wie gnädig sie (die Beichte) Gott macht, wir würden sie aus der Erde graben und tausend Meilen weit her holen." Nehmen wir diese Worte Luthers als seinen Beitrag zum 100sten Jubiläum der Aufforderung Marias in Fatima zu Umkehr und Buße im Jubiläumsjahr 2017.

 

Lassen wir bezüglich der heiligen Beichte noch den von Hause aus protestantischen Dichter Goethe zu Wort kommen: "Beim Widerstreit natürlicher und religiöser Forderungen ist dem Katholiken ein herrliches Auskunftsmittel gegeben, seine Taten und Missetaten, seine Zweifel und Gebrechen einem würdigen, eigens dazu bestellten Mann zu vertrauen, der zu beruhigen, zu warnen, zu stärken, mit symbolischen Strafen zu züchtigen und durch Auslöschen der Schuld zu beseligen weiß.

Unser eigenes Vermögen wird wohl schwerlich alles darreichen, was zu Rat, Trost und Hilfe notwendig; dazu verordnet findet sich nun auch jenes Heilmittel für das ganze Leben."

Matthias Hgt

 

Nach der Generalbeicht (Klemens Brentano)

 

Selig, wer solch Heil gefühlet,

Wer die sündenvolle Brust

In der Beichte hat erkühlet,

In der Reue frommer Lust.

 

       O unendliches Erbarmen,

       Ja, ich fühle mich Dir nah`,

       Auch mich trägst Du in den Armen,

       Dass ich Gottes Antlitz sah.

 

Zur Beichte geh`n die Sünder,

Schleppend eine tote Welt,

Aus der Buße wie die Kinder

Tummeln sie durchs Blumenfeld.

 

       Alles wird zum Paradiese:

       Mensch und Tier versöhnet sind,

       Und die Blumen senden Grüße

       Von dem süßen Jesuskind.

 

O, wie lacht der Garten heiter!

Funkeln nicht die Blumen schön?

Und der Himmel scheinet weiter

In der Vögel Lust Getön`.