Erst Leid, dann Freude

 

Erst Leid, dann Freude

 

Denken und fühlen wir uns hinein in den Schmerz, den das Mutterherz Mariens und das ihres göttlichen Sohnes durchwühlten, als sie voneinander Abschied nehmen mussten. Oft erfüllte sich im Leben der heiligsten Mutter das prophetische Wort Simeons: „Ein Schwert wird deine Seele durchdringen!“ Doch empfand sie wohl nie schmerzlicher die Schärfe dieses Schwertes, als in jenem Augenblick, als Jesus von ihr Abschied nahm, um sich seinen Feinden hinzugeben. Maria war sich da bewusst, dass ihr Sohn nun den schwersten Stunden seines Lebens entgegengehe.

 

Dem Schmerz des Abschieds entsprach aber auch die Freude des Wiedersehens, als Jesus nach seiner Auferstehung seiner Mutter – wohl vor allen anderen seiner Freunde – erschien. Es war eine Wonne, eine Freude, so tief, so innig, aber auch so zart und rein, wie auch sie vorher noch nie ein Herz empfunden hat und auch nachher nie mehr empfinden wird. Es war eine wahrhaft himmlische Wonne und Freude. Innigkeit ist ein Hauptmerkmal der Werke von Joseph, Ritter von Führich, der der Schöpfer dieses Bildes ist. Könnte wohl die Freude Jesu und Mariens bei ihrem Wiedersehen inniger und auch reiner und zarter dargestellt werden, wie es auf diesem Bild geschieht?