Die heilige Kommunion in Begleitung der Gottesmutter Maria für die armen Seelen im Fegfeuer

 

Wie groß wird die Freude Mariä sein, wenn wir die heilige Kommunion für die armen Seelen aufopfern. Es ist dies auch ein großes geistiges Werk der Barmherzigkeit. Welche Freude würden wir einer armen Mutter machen, wenn man ihr das Lösegeld für ihren gefangenen Sohn in die Hände legen würde! Ähnlich ist es bei Maria, wenn wir ihr Werke der Genugtuung übergeben, für ihre gefangenen Kinder im Fegfeuer. Es wird niemand leugnen können, dass Maria, die Königin des Himmels und der Erde, eine besondere Herrschaft ausübt im Fegfeuer. Sie selbst hat es der heiligen Brigitta geoffenbart, dass durch ihre Fürbitte diese Seelen ohne Unterlass Linderung in ihren Peinen und gänzliche Erlösung aus ihren Qualen erhalten. Ja, diese gütige Mutter verschmäht es nicht, selbst ins Fegfeuer hinabzusteigen, um ihre Verehrer in den Himmel zu holen. Ganz besonders aber geschieht dies an Mariä Himmelfahrt, denn dieser Tag ist nicht nur ein Freudenfest für den Himmel und die heilige Kirche auf Erden, sondern auch für die armen Seelen im Fegfeuer. „Am Tag der glorreichen Auffahrt Mariä in den Himmel“, schreibt Gerson, „wurde das ganze Fegfeuer geleert“, und Navarin bestätigt dies unter Anführung wichtiger Autoritäten mit den Worten: „Maria habe bei ihrem Eintritt in das Paradies von ihrem göttlichen Sohn die Gnade erbeten, alle Seelen, die sich damals im Fegfeuer befanden, mit sich in den Himmel nehmen zu dürfen.“ Die gottselige Katharina Emmerich sagt: „Ich sah, was mich sehr freute, der Seele Mariä bei ihrem Einzug in den Himmel, eine große Menge erlöster Seelen aus dem Fegfeuer folgen. Ich erhielt auch die tröstliche Mitteilung, dass jährlich an ihrem Sterbetag viele ihrer Verehrer dieser Gnade teilhaftig werden.“

 

O wie glücklich sind die Verehrer Mariä! Diese gute Mutter verlässt sie auch im Fegfeuer nicht. Und mit welcher Sehnsucht werden ihre Verehrer nicht auf das Fest ihrer Himmelfahrt warten! Wir dürfen gar nicht zweifeln, dass Maria für dieses Fest große Privilegien hat. Man glaube ja nicht, dass man etwas verliert, wenn man die heilige Kommunion für die armen Seelen empfängt oder aufopfert, im Gegenteil, man verliert nicht, was man für Gott und Maria verliert. Weil die heilige Kommunion ein Akt der höchsten Gottesverehrung ist, so ist sie ein Akt der größten Genugtuung, und nur die Genugtuung kann man den armen Seelen schenken. Die vielen Gnaden, die die Seele vom Heiland empfängt, kann man den armen Seelen nicht schenken. Die vielen Akte der Tugend, die eine Seele vor und nach der Kommunion erweckt, sind wiederum große Genugtuungsakte, besonders jene nach der heiligen Kommunion in Vereinigung mit der sakramentalen Gegenwart Jesu Christi im Herzen. Aus diesen Gründen ist die heilige Kommunion ein so mächtiges Mittel, den armen Seelen zu helfen, weshalb sie auch viele Geistesmänner sehr empfehlen. Ein heiliger Priester, Frassineti, hat in einem eigenen Schriftchen den Wert der Aufopferung der heiligen Kommunion für die Verstorbenen empfohlen.

 

Geben wir dieses geistige Almosen so oft wir können. Besonders jene Seelen sollen es tun, die die Gnade haben, oft zu kommunizieren. Die Barmherzigkeit gegenüber den armen Seelen sichert uns viele und große Gnaden. Durch die Barmherzigkeit, die wir den armen Seelen erweisen, erlangen wir Hilfe in den schwersten Anliegen. Die heilige Katharina von Bologna sagte oft, dass sie viele Gnaden, die sie durch die Fürbitte der Heiligen nicht erhalten konnte, alsbald durch die armen Seelen erhalten habe. Die allerseligste Jungfrau selbst gab einem frommen Ordenspriester in einer Erscheinung den Rat, den armen Seelen zu Hilfe zu kommen, um von schweren Versuchungen befreit zu werden. Benützen also auch wir dieses Mittel in allen Anliegen des Leibes und der Seele.