Bedenkenswertes Aktuelles

 

Nachricht: Feindbild „katholischer Glaube“ 2021

 

Wer auch nur einigermaßen die Zeichen unserer Zeit beobachtet, der muss erkennen, dass wir Katholiken von Feinden allerorts umringt sind. Wohin wir unsere Augen auch wenden mögen, überall treffen wir auf ein Schlachtfeld, auf dem gekämpft und gerungen wird mit einer feindlichen Mehrheit, wo wir unser teuerstes Gut, unseren katholischen Glauben, unsere Liebe zur heiligen Kirche und dem Papsttum mit allen Kräften verteidigen müssen. Freilich dringt auf diesen Schlachtfeldern nicht der Donner der Geschütze, das Knattern der Maschinengewehre, noch die Explosionen von Bomben an unsere Ohren, sondern es ist ein Kampf der Geister gegen das katholische Christentum, speziell gegen die katholische Weltkirche, die Trägerin der unverfälschten Wahrheit. Es ist ein Kampf, der auf dem Papier und mit den modernen Medien ausgefochten wird. Schon vor vielen Jahren hat es der unvergessliche Alban Stolz so formuliert: „Auf dem Papier und mit dem Buchstaben kämpfen heute Himmel und Hölle gegeneinander.“

 

So mancher wird fragen: „Ist es denn wirklich so schlimm?“ Diese Frage muss unbedingt bejaht werden. Eine große Flut von Zeitungen, Büchern, Radio- und Fernsehsendungen, Internetnachrichten und vieles andere mehr, die alle mehr oder weniger einer katholikenfeindlichen Tendenz huldigen, ergießt sich täglich über unser Land, über ganz Europa, über die Welt, und manche, die nicht fest in ihrem Glauben sind, hören mit Wohlgefallen diesen sirenenhaften Worten und Lügen zu und werden gleichgültig gegenüber ihren von den Eltern ererbten Glauben oder sie desertieren, sie gehen in das Lager der Feinde unserer heiligen Kirche über. Diese Beobachtungen kann man tagtäglich machen, ohne im Besitz besonders scharfer Augen zu sein. Es ist leider wahr: Ein gewaltiger Zug religiöser Gleichgültigkeit zieht durch unsere Zeit, und ihr ist es zuzuschreiben, dass in so manchen katholischen Familien andersgläubige, ja katholikenfeindliche, wenn nicht gar antichristliche Medien und Meinungen Eingang gefunden haben und noch immer finden. Wenn Katholiken, die vom sogenannten „ZdK“, von „Maria 2.0“, „KfD“, „BDKJ“ und ähnlichen Zusammenschlüssen beeinflusst, sagen: „Ich kenne meine Religion und weiß, was ich zu tun und zu lassen habe“, so ist das ein gefährliches Selbstvertrauen und führt leicht zur Täuschung. Allerdings tragen die katholikenfeindlichen Meinungen und Nachrichten in den Medien ihr Vorhaben nicht immer offen zur Schau, ebenso wenig wie der Teufel stets mit dem Pferdefuß erscheint. Fein versteckt zwischen Artikeln, Nachrichten, Kommentaren und interessanten Geschichten sind die Angriffe und Verleumdungen gegen unseren Glauben, gegen Papst und katholische Kirche untergebracht, oft ist der Text sogar einwandfrei, dann müssen Illustrationen oder irgendwelche Bilder und Filmchen aushelfen.

 

Es wäre m. E. wünschenswert, wenn sich unsere Bischöfe so oft als möglich an ihre Gläubigen wenden und auf die Ausschreitungen der Presse und anderen Medien aufmerksam machen würden, die offen die Lehre unserer heiligen katholischen Kirche bekämpfen. Eltern sollten sich selbst und ihre Kinder schützen vor derartigen Nachrichten und Meinungen, die es darauf abgesehen haben, Glauben und Sitte, Achtung nicht nur vor staatlichen, sondern auch vor kirchlichen Autoritäten zu untergraben.

 

„Los von Rom!“ Das ist der Ruf, der heutzutage überall in unserem Land aus dem Mund vieler Feinde der katholischen Kirche, aber auch katholischer Menschen zu hören ist. Überall wird die Kirche in Wort und Schrift angegriffen, überall schleudert man gegen diese Kirche die niederträchtigsten Lügen und Verleumdungen, überall versucht man die Katholiken loszureißen von Rom, vom Papst, von der katholischen Kirche. Und besonders unsere Bischöfe sollten nichts unversucht lassen, dass bei vielen Katholiken die Liebe zur katholischen Kirche und zu ihrem sichtbaren Oberhaupt, dem Papst, neu entflammt wird.

 

Wie steht es nun aber um die Kämpfer und Bekenner für Gott und seine heilige Kirche? So manch einer hätte hier einen Vorwurf der Teilnahmslosigkeit, der Gleichgültigkeit verdient. Es stände mancherorts besser um unseren katholischen Glauben, wenn Bischöfe, Priester, ja möglichst viele Katholiken, sowie die katholischen Medien, unsere heiligsten Güter ohne Scham und falsche Rücksichten verkündeten.

 

Wie anfangs gesagt: Feinde ringsum! Mögen sie kämpfen gegen unseren Glauben, mögen sie in dummer Vermessenheit den Sturm wagen gegen den Felsen Petri, sie werden an ihm zerschellen wie schon so viele vor ihnen zerschellt sind, denn die Pforten der Hölle werden ihn nicht überwältigen. Hoch oben auf diesem Felsen steht der Papst, von Gott dahingestellt, um mit sicherer Hand das Schifflein der Kirche in dieser kampfvollen Zeit zu regieren, aber auch um die kämpfenden Krieger zu ermuntern. Bilden wir eine feste Gemeinschaft um den Heiligen Vater, den Feinden zum Trotz, der heiligen Kirche und uns selbst aber zunutz. Versuchen wir den Lügen und Verleumdungen über Papsttum und Kirche, die tagtäglich in katholikenfeindlichen Blättern, in Rundfunk, Fernsehen und neuen Medien zu finden sind, entgegenzutreten, durch kräftige Abwehr, durch Unterstützung der katholischen Medien, die sich speziell zum Kampf für Papsttum und Kirche bereitgestellt haben. Nur ein guter Wille ist nötig – und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

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Nachricht: Unsere Medien 2021

 

Heute wird Krieg und Frieden von den staatserhaltenden Medien und der öffentlichen Meinung gemacht. Presse, Rundfunk und Fernsehen sind Großmächte in unseren Gesellschaften. Und ihre Bedeutung wird, wie wir es mindestens in den vergangenen sechzehn Jahren deutlich bemerkt haben, immer größer.

 

Die Zeiten, wo sich nur eine Minderheit für Zeitungen oder politische Sendungen im Fernsehen interessierte, sind lange vorbei. Heute redet jeder mit! Alles was in den Nachrichten und Kommentaren daher- oder vorgesagt wird, ist für alle Gesprächsthema. Das ist ja einerseits erfreulich, hat aber auch etwas sehr Bedenkliches. Die Medien machen die öffentliche Meinung und mit dieser muss auch gerechnet werden. Aber, wenn man für diese Meinungsmacher auch noch bezahlt, indem man Abonnements und anderes kauft, dann übernimmt man auch gerne ihre Meinungen. Es hat ja schließlich etwas gekostet. Aber wo soll denn da der Fortschritt bleiben?

 

Nehmen wir einmal die öffentliche Meinung über Religionen, über den Glauben. Passt wirklich jedem Betroffenen der Ton in den Medien? Gefällt das, was gegen die heiligsten Überzeugungen gesagt wird? Würden wir einen Lehrer, einen Erzieher für die Kinder dulden, der permanent die Weltanschauungen anderer verunglimpft? Das würden wir gewiss nicht. Aber es ist Mangel an Mut, der viele Leute beeinflusst. Der katholische Arbeiter oder Angestellte schämt und fürchtet sich ob seines Glaubens vor den Kollegen oder Gewerkschaftlern und unterstützt und kauft deren politischen Murks. In anderen Bereichen ist es kein Haar besser. Wenn die Medien sagen, dass in Washington oder Berlin Demonstranten auf die Staatstreppe rennen, sind das alles Nazis und Verrückte. Wenn Demonstranten randalierend in Weißrussland, Polen oder Ungarn durch die Hauptstädte ziehen, dann ist das tugendhaft und zu unterstützen. Wenn im Fernsehen gemeldet wird, dass ein katholischer Bischof aus Limburg reich und doof ist und eine goldene Badewanne hat, dann wird dies als Wahrheit hingenommen. Wenn ein anderer katholischer Bischof 500.000 Euro für eine Stiftung spendiert, dann wird applaudiert, ohne zu fragen, woher dieser Bischof mal eben ½ Million Euro hervorholen kann.

 

In der Schule eine Jugend heranzuziehen, die der Religion, besonders der katholischen Religion feindlich gegenübersteht, dann noch Medien zu haben, die alles Heilige in den Schmutz ziehen – dann braucht man keinen neuen Kulturkampf, dann stürzen "Thron und Altar" von selbst. Was für eine tolle mediengemachte Welt!

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Nachricht: Massenmensch oder Katholik! 2020

 

Wenn die Mehrheit der Menschen Massenmenschen sind, könnte die grassierende Pandemie sehr einfach von Herrschenden für ein anderes politisches und gesellschaftliches System genutzt werden.

 

Wie ist der Massenmensch?

 

Er denkt nicht wie der gläubige Katholik von innen, sondern, so dumm und traurig das klingen mag, von außen her. Er denkt, wie „man“ denkt, wie ihm vorgedacht wird. Er denkt nämlich, was er in seiner Zeitung liest, in seinem Radio und im Fernsehen hört. Er ist nur der Lautsprecher der Massenmedien. Das Interesse gehört dem Sichtbaren, Hörbaren, Messbaren und Zählbaren. Was gilt, ist Leistung, nicht Gesinnung, Körper und Sport, nicht Geist, Äußeres und Mode und nicht das Innere. Das Denken gehört dem Augenblick. Wie man ein paar Zeilen in das Schreibprogramm hineinschreibt und das Geschriebene wieder auslöscht.

 

Der moderne Durchschnittsmensch hat es aufgegeben, sich beim Denken anzustrengen. Seine Urteile sind übernommene Schlagworte. Er kann manipuliert und somit benutzt werden.

 

Nicht anders ist es mit dem Handeln des modernen Durchschnittsmenschen. Daran fällt die Betriebsamkeit auf, die Ruhelosigkeit. Das Leben der Arbeit ist Hasten und Jagen. Die Maschine hat den Menschen zu ihrem Diener gemacht, und sie, die selber keine Müdigkeit kennt, hetzt ihn am laufenden Band. Das Leben daheim ist versachlicht und besteht nur noch als Kost- und Schlafgemeinschaft. Das Leben draußen und drinnen ist voller Lärm. Man kann in keinem Restaurant sitzen, in keinem Geschäft umhergehen ohne Begleitmusik, und es darf keinen Sonntag geben, an dem nichts los ist.

 

Die Norm des Handelns ist das Schauen auf die anderen. Wie „man“ es macht, so macht man es auch. Man hat keine Kinder, weil es heute lächerlich, ja umweltschädlich wäre, Kinder zu haben. Man ist zu bequem, um echt zu lieben, denn man will nicht gewinnen, erobern, hegen, sondern genießen. Im beruflichen Leben fehlt die Seele beim Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Oft fehlt auch der Anstand, denn mit Anstand kommt man ja nicht voran. Fremdem Schicksal gegenüber ist man kühl und gleichgültig und dem Alter gegenüber ehrfurchtslos. Die einzige Scheu, die man hat, ist die, sich in der Öffentlichkeit und vor dem Mainstream zu blamieren. So gilt alle Verantwortlichkeit nur vor dem äußeren Erscheinen und nicht vor einer inneren Stimme des Gewissens.

 

Glücklich ist der Mensch nur noch in der Masse, wo er Tausende um sich hat. In diesem Glück und in dieser Masse ist er aber auch und gerade hörig und lenkbar. Er dient dem Mammon. Er dient den Regierenden der Welt. Er dient durch Denunziation und blinden Gehorsam. Und er vergisst, dass er letztendlich ganz alleine vor Gott stehen und gefragt werden wird: Warum hast du dich nach der Masse der Menschen gerichtet und nicht nach Gott? Warum bist du mit dem Strom geschwommen? Warum bist du durch die breite Pforte der Anpassung, der politischen Korrektheit gegangen, und hast die kleine, enge, unattraktive, unbequeme, katholische Pforte missachtet, ja sogar verlacht?

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Nachricht: Corona 2020

 

„Sondern erlöse uns von dem Bösen.“ (Letzte Bitte des Vaterunser) „Wenn wir darum bitten, vom Bösen befreit zu werden, bitten wir auch um Befreiung von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Übeln, deren Urheber und Anstifter der Böse ist. In dieser letzten Bitte trägt die Kirche das gesamte Elend der Welt vor den Vater.“ (KKK 2854) Wir glauben, dass uns Gott nicht nur vom Bösen befreien will, sondern dass er uns auch nicht in Versuchung führt. Er will uns von der Versuchung befreien. „Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung.“ (Jakobus 1,13) Ist der Spott über den uns liebenden Gott, der sich gegenwärtig überall in der Welt zeigt und jedes bekannte Maß übersteigt, ein Beispiel für das Böse, von dem er uns befreien möge? Kann sich das gefährlich ausbreitende Corona-Virus vielleicht durch Gott für viele Menschen zu einer Chance wandeln, das Böse, die Verächtlichmachung des Glaubens zu bereuen und zu bekämpfen? Was katholischen Christen heilig ist, wird immer öfter in den Schmutz getreten. Es wird gespottet und verhöhnt was das Zeug hält. Allen voran unsere Radio- und Fernsehsender. „Sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Erlöse uns, o Herr, von dem Corona-Virus, aber erlöse uns auch von allem Bösen, vor allem von den vielen Gotteslästerungen in unserem Land und in der ganzen Welt.

 

Es gab in der Geschichte eine Situation, in der der Spott gestorben ist: Europa lag im Jahr 1812 zu Füßen Napoleons, nur das russische Reich war noch unbezwungen. Mit einer großen Armee zog Napoleon 1812 nach Osten und war im siegreichen Vormarsch auf Moskau. Als er hörte, dass man im russischen Reich zu Gott betet, dass er Napoleon in seinem Lauf aufhalten möge, sagte der Kaiser: „Mit Gebeten wollen sie mich also schlagen? Nicht Gebete entscheiden zwischen mir und Kaiser Alexander von Russland, sondern meine 500 000 Bajonette. Mit denen mache ich alle Beterei zuschanden.“ Napoleon ist zwar in Moskau eingezogen, musste aber die durch Brand zerstörte Stadt nach fünf Wochen verlassen. Die verfolgenden russischen Truppen und ihre Bundesgenossen, Hunger, Kälte und Seuchen zerrieben die glorreiche Armee des Franzosenkaisers, der im Bauernschlitten dem Heer voran flüchtete. Von den 500 000 Bajonetten blieb nichts übrig als eine abgezehrte und zerlumpte Soldatenschar von nicht einmal 30 000 Mann.

 

Es geht bei den Übeln in unserer Welt, z.B. bei Hungersnöten, bei Krankheiten, bei Naturkatastrophen und auch bei Seuchen nicht zuerst um den Zorn Gottes, der über die Menschheit hereinbricht, sondern das Hauptübel, die Ursache, finden wir beim Zorn gegen Gott, also bei uns Menschen selbst. Der Zorn Gottes kommt sozusagen erst als Antwort auf unseren Zorn gegen Gott. „Die Völker gerieten in Zorn (Apokalypse 11,18), weil sie sich immer weiter von Gott entfernten und weil sie, je mehr sie sich entfernten, um so weniger Gott und seine Absichten gelten lassen wollten. Ein Machtrausch hatte sich ihrer bemächtigt, und sie gingen so weit, Gott selber herauszufordern. Und je mehr sie sich von Gott entfernten, um so mehr waren sie von sich selbst überzeugt, von der Gesellschaft, die sie miteinander bildeten und aufbauten, und die funktionierte. Aber weil Gott nicht mehr da ist, ist auch keine wahre Liebe des Nächsten mehr möglich, schließlich auch keine Achtung mehr vor ihm. Alles muss grundsätzlich übersehbar sein, grundsätzlich an den Tag gebracht werden können. Alles, was den Menschen übersteigt, gehört nicht mehr ihm und muss abgelehnt werden. Da nun aber einmal das Du nicht zu leugnen ist, entsteht eine neue Form der Gemeinschaft: aufgebaut auf dem Grund der gegenseitigen Brauchbarkeit: ganze Völker und Staaten werden auf diesem Prinzip gegründet und nach ihm organisiert.

Es begann mit einer bewussten Ablehnung Gottes, und dann schritt es dahin fort, dass die Kluft zwischen Gott und den Völkern sich so lange vergrößerte, bis die Völker nicht mehr wussten, dass Gott existiert. Wenn sie seinen Namen hören, dann ist es, als hörten sie den Namen eines Begriffs, der für sie längst abgetan ist, dem sie in ihrem Zorn einen neuen Inhalt gegeben haben, nämlich den Inbegriff dessen, was fremd ist, was sie nichts angeht.“

„Dann kam dein Zorn (Apokalypse 11,18). Die Völker hatten in ihrem Begriff Gottes auch irgendeinen kleinen, lächerlichen Platz für den Zorn Gottes aufgespart, so wie man in einem Märchen dem bösen Mann einen Platz offenlässt, obwohl niemand im Ernst daran glaubt. Und nun ist dieses Gespenst doch Wirklichkeit geworden. Der Zorn Gottes ist gekommen. Seine Langmut hat ein Ende genommen. Er kann den Völkern nicht mehr mit Liebe begegnen, weil sie für seine Liebe völlig unempfindlich geworden sind. Nur noch der Zorn kann sie erreichen. Dieser Zorn übertrifft alles, was die Völker sich unter Zorn vorstellen konnten. Von ihrem Zornbegriff aus gemessen ist er eine unglaubliche Übertreibung, etwas, vor dem ihr eigenes Zürnen zu einem Gespenst herabsinkt. Und die ganze Wirklichkeit des Zornes liegt jetzt bei Gott. Die Menschen werden den Zorn Gottes wie das vollkommene Chaos empfinden, und zwar als ein sich steigerndes Chaos, als die immer tiefere Ausweglosigkeit.

 

In der Annahme des Opfers des Sohnes hat Gott immer mehr auf seinen Zorn verzichtet. An sich bräuchten die Menschen nun den Zorn Gottes nicht mehr zu spüren. Aber die Liebe Gottes ist ihnen sogar nach dem Kreuz fad geworden, in ihrer Selbstsucht haben sie nichts mehr damit anzufangen gewusst. Und so ist der Zorn Gottes nicht überholt: er allein kann ihnen noch einen lebendigen Eindruck vom Wesen Gottes vermitteln. Er kann sie erschüttern, bis sie nicht mehr von sich selber zehren können. Das, worin sie selber waren, ihr eigener Zorn, wird durch den Zorn Gottes ersetzt, der ein ganz fremder Zorn ist. Sie werden aufgerissen und wie abgebaut durch den Zorn. Solange sie einen Funken von Liebe besaßen, gab es noch einen schmalen Zugang zu Gott. Jetzt, da der Zorn das einzige ist, was sie mit Gott verbindet, werden sie vor Gott als das Ganzfremde gestellt. Ihr eigener Zorn war ihre Abwendung von Gott: der Zorn Gottes ist das brutale Durchbrechen ihrer Schale, ein Geraubtwerden, ein nur noch Überwältigtwerden. Ein Unberücksichtigtlassen all dessen, was der Mensch einzuwenden hat oder als Antwort bereithält. Diese Überwältigung ist nicht gleichbedeutend mit neuem Kontakt. Der Mensch hatte so lange mit dem Gedanken Gott gespielt, ihm so lange seine eigenen Gefühle und Ansichten geliehen, bis der Faden ganz abriss. Und wenn jetzt die Übermacht Gottes erscheint, dann wird sie vom Menschen nicht mehr erkannt. Es ist die Begegnung im Grauen des Nicht-Verstehens.“ (Adrienne von Speyr, Apokalypse, 378-381)

 

In dem „Leben Adams und Evas“, einem altjüdischen Buch, das nicht zur Heiligen Schrift gehört, wird erzählt, wie Adam am Ende seiner Tage in schwere Krankheit fiel. Da versammelte er all seine Söhne um sein Krankenlager, und diese fragten ihn: „Was ist dir, Vater, dass du uns versammelst? Warum liegst du zu Bett?“ Da sprach Adam: Vor Schmerzen ist mir übel, meine Söhne.“ Und seine Söhne fragten ihn: „Was ist das, Vater, wenn es einem übel ist vor Schmerzen?“ Da sagte Seth, sein Sohn: „Vielleicht verlangt es, Herr, dich nach der Paradiesesfrucht, wovon du aßest, und liegst deshalb so betrübt allhier? Sag es mir! Dann gehe ich nahe zu des Paradieses Pforte hin und streue Sand aufs Haupt und breche in laute Wehklage aus und flehe zu dem Herrn. Vielleicht erhört er mich und sendet seinen Engel, auf dass er von der Frucht mir bringt, wonach du so verlangst.“ Und Adam sprach: „Ach nein, mein Sohn! Danach verlangt es mich nicht. Vielmehr empfinde ich in meinem Leib gar großen Schmerz und große Schwäche.“ Da fragte Seth: „Herr Vater, was ist Schmerz? Ich weiß es nicht. Verhehl es uns doch nicht!“ Da erzählte ihnen Adam von den Tagen im Paradies, wie glücklich sie dort waren und wie sie sich durch ihren Ungehorsam dieses Glück verscherzten. Dann fuhr er fort: „Und Gott ward zornig über uns. So sprach der Herr zu mir: Weil du von meinem Gebot abgewichen und nicht mein Wort gehalten, so bringe ich über deinen Körper siebzig Plagen, mit manchen Schmerzen, vom Kopf, von den Augen und den Ohren an bis zu den Nägeln an deinen Füßen. An allen Gliedern sollt ihr Qual verspüren. All das hat Gott mir zugeschickt und allen denen, die nach mir kommen.“

 

„In seinem Zorn soll Gott richten. Darin liegt eine neue Übersteigerung. Sonst ist der Zürnende unfähig, gerecht zu sein; er schäumt, er ist in einer Art Ekstase des Zornes. Bei Gott dagegen ist die Zeit des Zornes gerade die Zeit der Gerechtigkeit. Er hat mit diesem Zorn zusammen alle Eigenschaften, die ihn zum Richter machen. Gott ist wie eine Sphäre, die auf der einen Seite leuchtend, auf der anderen finster ist, und zwischen beiden Hemisphären gibt es Übergänge. Und die Menschheit würde diese Sphäre umstehen: die einen erblicken nur das Leuchtende, die Liebe, andere nur das Finstere, den Zorn, andere sehen Übergänge zwischen beiden. Nur sind die Eigenschaften Gottes in ihm nicht auseinandergelegt, sondern ineinander enthalten.

 

In der Zeit des Zornes Gottes wird Gott seinen Knechten den Lohn verteilen, den Propheten und den Heiligen, weil in der gleichen Zeit des Zornes der Sohn die Welt erlöst, sie gerade vom Zorn Gottes erlöst, so dass auch Zorn und Erlösung, Gericht und Gnade, gleichzeitig in Gott sind. Der Zorn Gottes ist für uns wie die größte Nähe Gottes zum Sünder, die größte Überwältigung gegenüber der Welt, und so ist er für Vater und Sohn auch die Zeit der größten Nähe zur Welt und so die Zeit des Erlösungsbeschlusses. (Adrienne von Speyr, Apokalypse, 381)

 

O Gott, du stößt niemand zurück, sondern wirst in liebevollem Erbarmen durch Buße selbst mit dem größten Sünder versöhnt; so blicke denn gnädig auf unser demütiges Rufen und gib unseren Herzen Licht, damit wir deine Gebote erfüllen können. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

 

Tägliches Gebet zu U. L. Frau vom Guten Rat in schweren Anliegen

 

Gedenke, o wundertätige Mutter vom Guten Rat, wie viele du vor deinem Gnadenbild schon erhört hast, wie Tausende die Macht deiner Fürbitte erfahren haben, Tausende durch dich aus den großen Gefahren des Leibes und der Seele, aus der größten Bedrängnis gerettet worden sind. Von solchem Vertrauen beseelt, eile ich in allen meinen Kümmernissen zu dir und flehe aus der Tiefe meines Herzens zu dir. O lass, wenn die Not am größten, deinen Rat am nächsten sein. Wenn die Menschen nicht mehr zu raten wissen, lass deines Rates mich teilhaftig werden, der auch das schlimmste zum Guten wendet, der alle beglückt, die ihn befolgen. Ganz besonders aber bitte ich dich um die erste Gnade, dass ich allezeit Gottes heiligen Willen erkenne und vollbringe.

 

(Hier betet man neun Ave Maria)

 

O süße Mutter Maria, diese neun Ave Maria opfere ich dir auf durch die Hände der heiligen Engel. Biete du sie der allerheiligsten Dreifaltigkeit als Gabe an. Amen.

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Nachricht: Bodo Ramelow am 4. März 2020 erneut zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt!

 

Ein Kommunist als Ministerpräsident eines Bundeslandes der Bundesrepublik Deutschland ist scheinbar nichts, worüber man sich aufregen muss. Sogar Mitglieder der Christdemokraten haben daran nicht viel auszusetzen. Es wird vergessen, dass der Kommunismus dafür steht die Religion auszurotten, weil sie sein stärkster Feind ist. Die Tatsachen seines Kampfes gegen die Religion in der Vergangenheit sind heute nur noch bruchstückhaft bekannt. Wer macht die Menschen auf die Gefahr aufmerksam, die heute mehr als vieles andere - mehr als das aggressive Corona-Virus - das Wohlergehen der Menschheit bedroht? Wir haben es erfolgreich aus unserer Erinnerung gefegt, dass 3 Millionen Litauer, 30 Millionen Polen oder 300 Millionen Chinesen seiner Gier zum Opfer fielen. Wir wissen nicht zuletzt aus den Zeiten der Sowjetunion und der „DDR“, der Kommunismus will die Welt, und das heißt, er will auch uns, jeden von uns. Wir wissen auch, dass er diesem Ziel heute durch Globalisierung und Gottlosigkeit in der westlichen Welt so nahe ist wie nie zuvor, dass die Macht des Widerstandes gegen ihn abbröckelt, auch weil er aktuell unter diversen neuen Namen wiederaufersteht, so dass schon morgen wir an der Reihe sein können.

 

Aber wir sind uns allem Anschein nach immer noch nicht über das Wesen dieser kommunistischen Bedrohung im Klaren. Man hört sehr viel von den Gefahren des Verlustes von Märkten und von Rohstoffquellen, von „menschengemachten Klimaveränderungen“ und Weltwirtschaftskrisen. Gewiss sind dies Gefahren, aber sie kommen erst in zweiter Linie. Am schwersten bedroht sind Wahrheit und Freiheit, das heißt die Freiheit des Menschen, Mensch zu sein, die Wahlfreiheit (auch in Thüringen), die Freizügigkeit der Rede und der Gedanken ohne Gesinnungsschnüffelei durch Regierungsbehörden und staatstreue Medien, die Freiheit der Gottesverehrung ohne Beschimpfung und Verächtlichmachung durch Einsortierung in bestimmte „erzkonservative“ Schubladen durch politisch korrekte öffentlich rechtliche Radio- und Fernsehsender. Wo immer die Kommunisten an die Macht kamen, haben sie diese Freiheiten vernichtet und sind dabei durch Ströme von Menschenblut gewatet. Eine verlogene Weltanschauung zwingt sie dazu, eine Weltanschauung, die dem Menschen alle Rechte abspricht außer jenen, die der allmächtige, von der kommunistischen Partei geleitete Staat ihnen zugesteht.

 

Seit ihren ersten Anfängen in Russland im Jahr 1917, seit der „Großen Sozialistischen Oktoberrevolution“, wie ich es in der Schule als korrekte Formulierung gelernt habe, haben die Kommunisten unaufhörlich versucht, ihre Opfer physisch und psychisch zu versklaven. Dass die Kommunisten nicht einmal vor dem Versuch der Einverleibung kleiner Kinder haltmachen, habe ich mit meiner Schwester am eigenen Leib erfahren. Ich wurde im Jahr 1960 in eine „Zehnklassige polytechnische Oberschule“ in Berlin-Lichtenberg eingeschult. Meine Schwester war schon in der dritten Klasse. Da wir beide aus religiösen Gründen nicht Mitglieder in der alles dominierenden Pionierorganisation waren, durften wir montags früh nicht mit den anderen Kindern auf den Schulhof gehen, weil dort der Fahnenapell stattfand. Das eiserne Tor schloss sich vor unseren Nasen und öffnete sich für uns erst wieder nach dieser abartigen, afterreligiösen Zeremonie. Wir durften unter Gejohle und Spott der anderen über den Schulhof in unsere Klassenzimmer gehen. Der erste Angriff der Kommunisten galt immer der Religion, dem mächtigen Bollwerk der Freiheit, dem Symbol und Ausdruck der geistigen Kräfte, die für ihre Auffassung vom Menschen als einem mechanischen und materiellen Gefüge, als einem bloßen Zahn im Räderwerk des Staates, eine Herausforderung bedeuten. Russland war den Kommunisten – auch unter meinen Lehrern – Versuchsobjekt und Vorbild für ihren Kampf gegen die Religion. Man griff direkt an, tötete die führenden Menschen, bemächtigte sich der Schulen, der Presse, der Laienorganisationen, der Krankenhäuser, der karitativen und kulturellen Einrichtungen und begann mit atheistischer Propaganda. Die Kommunisten dachten, dieser Kampf sei leicht, aber sie machten die Rechnung ohne die menschliche Natur. Nach vielen Jahrzehnten noch waren die Russen unverwandelt religiös. Man änderte die Strategie. Eine sogenannte orthodoxe Kirche wurde in Russland wieder zum Leben erweckt, eine kommunistisch gelenkte, in jeder Hinsicht gefügige Körperschaft. Zunächst diente sie den Kommunisten dazu, der übrigen Welt vorzutäuschen, Kommunismus und Religion seien miteinander vereinbar. Dann zogen sie mit ihrer Hilfe die Schlinge um die russische Seele noch enger und verbreiteten ihre falschen Lehren durch Tausende geschulter Kommunisten, die sich als Priester in die orthodoxe Kirche einschmuggelten. Und schließlich war sie ihnen Mittel zur inneren Spaltung der orthodoxen und katholischen Kirche in den Satellitenstaaten, so dass sie zu Waffen gegen die übrigen Konfessionen wurden. Das Wesen dieser kommunistisch beherrschten Kirche brachte der Rat der orthodoxen Kirche Amerikas im Dezember 1950 ans Licht. Bei der Tagung in New York verdammte er die antireligiöse, materialistische Lehre des Kommunismus, verordnete die Streichung des Namens des kommunistischen Patriarchen Alexei aus allen Gebeten und befahl Gebete für die Patriarchen, Bischöfe, Geistlichen und die ganze leidende orthodoxe Kirche Russlands.

 

Keine Religionsgemeinschaft, weder in Russland noch in einem Satellitenstaat, entging den Kommunisten. Die Bedeutung der einzelnen Konfessionen eines Landes, ihre Widerstandsbereitschaft und -kraft waren ausschlaggebend für Intensität und Zeitpunkt der Verfolgung. Juden, Orthodoxe, Protestanten, Katholiken, Moslems und Buddhisten haben in gleicher Weise gelitten.

 

In den meisten osteuropäischen Ländern fanden erst nach dem ersten Weltkrieg tiefgehende politische und gesellschaftliche Umwälzungen statt. Doch kein Volk versuchte, die traditionelle Stellung der Religion grundlegend zu ändern. Das System der engen freundschaftlichen Zusammenarbeit auf den Gebieten der Erziehung, der sozialen Fürsorge und des kulturellen Lebens entsprach dem Willen der Bevölkerung, ungeachtet der Religionszugehörigkeit im Einzelnen. Leben und Religion waren wie die Wurzeln eines Baumes ineinander verflochten. Gewisse Gruppen, hauptsächlich Freimaurer und Antiklerikale, die im Rahmen demokratischer Gesellschaften wirkten, suchten sie zu entflechten und zu trennen. Aber diese Gruppen standen später mit den verfolgten Gläubigen in einer Front im Kampf für die fundamentalen Menschenrechte gegen den kommunistischen Versuch, die Religion zu untergraben.

 

Der kommunistische Kampf gegen die Religion in Russland ist weitgehend durch Berichte und Akten belegt. Aber die Geschichte der Satellitenstaaten, seit der Eiserne Vorhang sich zwischen ihnen und der 1989 noch weitgehend freien Welt wieder öffnete, ist bis jetzt nur in Bruchstücken geschrieben. Denn viele Hauptzeugen sind bereits verstorben oder sind durch den Widerstand einer gefährlichen politischen Korrektheit zum Schweigen verurteilt. Den Kommunisten ist kein Preis zu hoch für die Vernichtung der Religion. Ohne Gewissensbisse haben sie Millionen von Menschenleben geopfert, die Kultur von Jahrtausenden, die in den sozialen und kulturellen Verbänden der großen christlichen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften Russlands und der Osteuropäischen Satellitenstaaten, in den Schulen, Krankenhäusern, Bibliotheken, Klöstern, Kathedralen und Kunstwerken bewahrt wurde und Ausdruck fand. Genauso vernichteten sie in China Volksbildung und Volksfortschritt, die die Religionsgemeinschaften in einem Jahrhundert aufgebaut haben. Solange sie unbestritten Herr sind, ist ihnen Unwissenheit, Armut und Krankheit lieber. Dass es aber in diesem Kampf doch nicht gelang, die Menschen zum materialistischen Atheismus zu bekehren, verdient vor allem Erwähnung. Hunderte von Millionen Menschen wuchsen in tiefster geistiger Unwissenheit auf, und das wenige, das sie lernen konnten, vermochten sie nicht klar zu erfassen. Aber Gefängnis, Trennung von Haus und Hof und Freunden über das ganze russische Reich hinweg rotteten die Religion nicht aus. Diese grundlegende Tatsache lässt mehr noch als die bewaffneten Streitmächte der noch freien Welt hoffen, dass der Kommunismus auch in Zukunft nicht triumphieren wird. 

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