Der Bach

 

Am Bach fing Josef rotgetupfte Forellen, die ihm Maria in Butter briet. Maria trug ihre Wäsche hin zum Schwanken, damit aller Seifengeruch von ihr schwinde. Am Bach – er floss durch die Blumenwiese, fünf Schritte vom Garten weg – gediehen die saftigsten Vergissmeinnicht, die drallsten Dotterblumen, die silbernsten Frühlingskätzchen weit und breit. – Mit diesem Bach hatte auch Klein-Jesus zu tun. Wenn die Sonne gar so fröhlich vom Himmel sah, die Wellen blitzten wie Silber, die Forellen sprangen recht toll und alle Glockenblumen läuteten, dann trug Maria ihr Kind an das Wässerchen, legte sein blühweißes Hemdelein zu den Blumen auf die Wiese und es selbst zu den Fischen und Silberwellen in den Bach hinein. Sachte trugen die Wellen die heilige Last, Maria hätte wahrlich nicht zu halten gebraucht. Und Klein-Jesus spielte mit den Steinen und Fischen, ließ die Tropfen durch die Finger rieseln und jubelte, so ihm die Mutter klitsche klatsche eine Handvoll Silberflut auf die Wänglein schüttete. Zwischenhinein in all den Übermut rief Maria ihr Jesulein an und betete: Du Lilienblüte, schaukelnd auf Baches Wellen, du wundersame Perle aus der Muschel meines Leibes gebrochen, du zappelndes Fischlein, gefangen im Netz meiner Liebe!